Sex on the Beach - Wer sich erinnert, war nicht dabei! (Universum© Film)

Sex on the Beach – Wer sich erinnert, war nicht dabei! (Universum© Film)

The Boys are back in town……
Die aus der TV-Serie The Inbetweeners bekannten Jungs William (Simon Bird), Simon (Joe Thomas), Jay (James Buckley) und Neil (Blake Harrison) sind zurück, und entern dieses Mal die große Leinwand. Da die Serie in England nach drei Staffeln und dem Ende der Schullaufbahn unserer Protagonisten beendet wurde, beschloss man, einen Abschlussfilm zu inszenieren, der den geplanten Kreta-Urlaub der Jungs zum Thema hat.
Da sie nach wie vor nicht unbedingt die Lässigkeit gepachtet haben, erhoffen sich die vier von ihrem Urlaub mit Sonne und Strand eine Menge, nämlich Mädchen, Sex, Alkohol und Party! Doch leider läuft es nicht nach Plan, es sei denn, man steht auf britische Rentnerinnen und ranzige Hotelzimmer. Als ihnen auch noch das Geld ausgeht, ist das Chaos perfekt, wäre da plötzlich nicht ein Hoffnungsschimmer in Form einer Bootsparty mit vier englischen Touristinnen und reichlich Alkohol.

Sex on the Beach zeigt uns eine inhaltlich überschaubare Geschichte über Jungs mit einem enormen Hormonüberschuss, und brach damit sowohl in England als auch hier sämtliche Zuschauerrekorde. Bissige bis zynische Sprüche und die Genretypischen (Fäkal-) Humoreinlagen werden hierbei temporeich inszeniert und die Schönheit der Landschaft oftmals ästhetisch in Szene gesetzt.
Ein wenig mehr britischer Humor wäre aus meiner Sicht angenehm gewesen, denn so schielt der Film bewusst auf seine amerikanischen Vorbilder, was er eigentlich, auch im Hinblick auf die Serie (welche dies weniger tat), nicht nötig hätte.

Es zeugt von einer eher merkwürdigen Vermarktungsstrategie, einen Film, der als Abschluss einer in England sehr erfolgreichen TV-Serie gedacht war, in Deutschland in die Kinos zu bringen, ohne dass die Serie in Deutschland bisher ausgestrahlt wurde. Da man ihn aber seitens der Werbung und der Kritiken mit American Pie und in Ansätzen mit der Serie Skins verglich, behindert die vorherige Unwissenheit des Publikums nicht den großen Erfolg. Das Manko wurde aber mittlerweile erkannt, und nun wird auch die Serie The Inbetweeners – Unsere jungfräulichen Jahre durch Universum Film veröffentlicht.

Die vorliegende Blu-ray aus dem Hause Universum Film präsentiert den Film Sex on the Beach, auch als The Inbetweeners-The Movie gelistet, in einer hervorragenden Qualität. Bild und Ton sind auf einem sehr hohen Niveau, aber besonders das Bonusmaterial mit einer Laufzeit von über 190 Minuten hat es in sich. Hier findet der geneigte Fan als wichtigen Einstiegspunkt die Pilotfolge der TV-Serie, ein knapp einstündiges informatives Making of, elf Minuten an geschnittenem Material, viele Outtakes, einige kürzere Special Features zu verschiedenen Aspekten des Films, den Originaltrailer und eine Programmübersicht.

Sex on the Beach von Regisseur Ben Palmer (auch schon für The Inbetweeners verantwortlich) ist die TV-Serie für die große Leinwand. Alle relevanten Darsteller und Verantwortlichen waren erneut beteiligt, nur dass hier alles größer, besser und hipper wirkt. Der Film ist rasanter inszeniert, der Schnitt ist trendy, aber die Situationen sind ebenso charmant-dämlich wie in der Serienvorlage. Wer Spaß an der Serie hatte, oder sich gerne durch dieses Genre unterhalten lässt, dem kann Sex on the Beach auf jeden Fall empfohlen werden, bietet er doch knapp 100 Minuten kurzweilige Unterhaltung und viele Lacher.
Wer jedoch einen intellektuellen Film mit einer tiefgehenden Geschichte und gut ausgearbeiteten Figuren sucht, der sollte besser weitersuchen!

Christian Funke-Smolka