“Sisters - Die Schwestern des Bösen” (Koch Films)

“Sisters – Die Schwestern des Bösen” (Koch Films)

Regie: Brian De Palma

Darsteller: Margot Kidder, Jennifer Salt, Charles Durning, u.a.

Es funkt zwischen Fotomodel Danielle (Margot Kidder, SUPERMAN) und Werbefachmann Joseph. Beide verbringen eine heiße Nacht, die für den jungen Mann tödlich endet. Die junge Journalistin Grace muss vom Haus gegenüber beobachten, wie Joseph bestialisch ermordet wird. Die alarmierte Polizei kann aber keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen finden. Doch Grace kann das Geschehene nicht vergessen. Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln und entdeckt Danielles schockierendes Geheimnis.

Mit voyeuristischen Horrorfilmen im Hitchcock-Stil, wie DRESSED TO KILL, BODY DOUBLE oder BLOW OUT wurde er weltberühmt: Brian De Palma zeigte bereits mit seinem ersten Thriller seine ganze Klasse. Unheimlich, stylisch und einfach schauerlich schön, verbindet SISTERS alles was sich der Zuschauer wünscht – Blut bespritzte Geburtstagstorten, überbordende Splitscreens und die traumatisch gute Filmmusik von Hitchcocks Hofkomponisten Bernard Herrmann.

© Koch Films

Meinung zur Veröffentlichung:

Das Model Danielle Breton (Margot Kidder) trifft auf den Werbeexperten Phillip Woode (Lisle Wilson). Sie lädt ihn zu sich ein und beide verbringen eine romantische Nacht zusammen, die lediglich durch das Auftauchen von Danielles Ex-Mann Emil Breton (William Finley) gestört wird. Doch am nächsten Morgen wird Phillip in der Wohnung des Models brutal erstochen, während aus der gegenüberliegenden Wohnung die Journalistin Grace Collier (Jennifer Salt) die Tat beobachtet. Doch die von ihr alarmierte Polizei kann keine Spur eines Verbrechens feststellen, weshalb die Journalistin auf eigene Faust zu ermitteln beginnt. Mit fatalen Folgen…

Der US-amerikanischer Filmregisseur Brian De Palma hat nie einen Hehl aus seiner Bewunderung für Meisterregisseur Alfred Hitchcock gemacht, sondern diesen häufig zitiert. Gleichzeitig besitzen seine Filme jedoch genug Eigenständigkeit, so dass seine filmischen Zitate, speziell die in seinen frühen Werken, mittlerweile als künstlerischer Bestandteil seines eigenen Stils gelten. So finden wir auch in Sisters – Die Schwestern des Bösen Anleihen bei Das Fenster zum Hof, Vertigo und anderen Meisterwerken, liefert aber in seiner sehr eigenständigen Grundstruktur und der perfiden Story einen virtuos in Szene gesetzten, elegant mit Split-Screens spielenden Psychothriller, der weniger durch seine inhaltlichen Wendungen, sondern viel mehr durch seine Figuren, die gekonnte Darstellung und der perfekten Verknüpfung von Inszenierung und Stil als Bildsprache lebt. Die musikalische Untermalung von Bernard Herrmann, der speziell durch seine Filmmusiken in den Meisterwerken Hitchcocks zu Weltruhm kam, runden das auch heute noch stimmige Gesamtergebnis perfekt ab. Ein furioser, alptraumhafter Psychothriller, den ich unbedingt empfehlen kann!

Sisters – Die Schwestern des Bösen (Originaltitel: Sisters, USA 1972) erscheint als Blu-ray-Premiere im ansprechend gestalteten 3-Disc-Mediabook bei Koch Films. Der ehemals indizierte Film, dessen Indizierung im Jahr 2004 aufgehoben wurde und der nun nach einer Neuprüfung eine FSK 16-Freigabe erhielt, liegt dabei unzensiert auf DVD und Blu-ray vor. Bild (1,85:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 2.0) wurden gut aufbereitet, zudem befinden sich auf den Discs noch Trailer, Radio-Spots und eine Bildergalerie. Auf einer Bonus-DVD befinden dann die 27 Minuten lange Dokumentation „Sisters – Die Autopsie“, das vierminütige Featurette „Brian de Palma – Final Cut“ und umfangreiche Interviews mit Jennifer Salt, William Finley, Edward Pressman, Paul Hirsch (zwei unterschiedliche Interviews), Louisa Rose und Jeffrey Hayes.

Mit Sisters – Die Schwestern des Bösen erleben wir ein wichtiges, vielleicht sogar das wichtigste Frühwerk De Palmas, der bereits hier gekonnt Hitchcock – Hommage und Eigenständigkeit kombiniert und speziell durch seine waghalsige Kameraarbeit besticht. Ein meisterhafter Psychothriller, der auch heute noch auf ganzer Linie überzeugt!

Christian Funke