Snow White (Koch Media)

Snow White (Koch Media)

Es gibt unzählige Variationen der Schneewittchen-Geschichte. Am bekanntesten dürfte die Disney-Version sein, die das Märchen auf süß-verharmlosende Weise erzählt. Davon ist der vorliegende Film Snow White meilenweit entfernt, katapultiert Regisseur David DeCoteau (verantwortlich für B-Movie Trashperlen wie Creepozoids, Nightmare Sisters) das Märchen doch kurzerhand in die Slasherecke, und lässt ihn in der Gegenwart spielen.

Snow (Shanley Caswell – CSI: NY, Bones-Die Knochenjägerin) ist ein typisches junges Mädchen. Als ihr Vater (Eric Roberts – The Expendables, The Dark Knight) nach dem Tod der Mutter erneut heiratet, ist das Mädchen verletzt und verstört, und versucht der neuen Frau im Hause erst mal das Leben schwer zu machen. Die Stiefmutter ist aber mit allen Wasser gewaschen, und weiß sich zu wehren, und schickt die rebellische Snow in ein Erziehungscamp.
Die dort lebenden Teenager werden nun vom Campleiter, einem Vollblut-Drillinstructor, zu totalem Gehorsam erzogen. Aber das Camp hat eine schaurige Vergangenheit, denn es gab in der Vergangenheit einen Killer, der sein Unwesen trieb. Schnell kommt es zu einem ersten blutigen Zwischenfall. Treibt der Killer sich erneut herum?

Regisseur David DeCoteau versucht hier, Anleihen von Schneewittchen und Freitag der 13. zusammenzuwürfeln, und eine auf ein eher jugendliches Publikum Version der Geschichte zu präsentieren. Dazu inszeniert er den Film einer bunten und durchgestylten Bildsprache, unterlegt mit hipper Musik und schön anzuschauenden Jungdarstellern. Das dies alles nicht besonders ernst gemeint ist, dürfte jedem klar sein, aber das erwartet man wohl auch nicht bei einem Film dieser Art.

Die Blu-ray aus dem Hause Koch Media ist aus technischer Sicht auf hohem Niveau. Bild und Ton geben keinen Anlass zum mäkeln. Lediglich das Bonusmaterial ist mit einem Trailer etwas mau ausgefallen.

Snow White ist ein recht solider B-Movie, der nicht vorgibt, mehr zu sein, als er ist. Gute Darsteller wie der immer wieder gerne gesehene Eric Roberts in einem eher kleineren Auftritt heben den Film zwar nicht auf ungeahnte cineastische Höhen, geben ihm aber durch ihre routinierte Darstellung einen gewissen Unterhaltungswert. Für einen Slasher ist der Film zwar etwas blutarm und ironiefrei, bietet aber trotzdem kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch.

Christian Funke-Smolka