Spezialeinheit Ostfront  (Schröder Media)

Spezialeinheit Ostfront (Schröder Media)

Wir befinden uns im Oktober des Jahres 1941 und die russische Bevölkerung ist der festen Überzeugung, dass die Konflikte mit Nazi-Deutschland ein schnelles Ende finden werden. Stalin jedoch lässt alle frontnahen Fabriken und für den Feind wichtige Einrichtungen aus der gefährlichen Frontliniennähe ins Landesinnere verfrachten. Als ein frontnahes Kloster evakuiert, und die sich dort befindlichen Kostbarkeiten ebenfalls in Sicherheit gebracht werden sollen, wird ein Spezialteam um die junge Kunstexpertin Asya (Ewgenija Khiriwskaja) und ihren Vater zusammengestellt, um den sicheren Transport zu organisieren. Es befindet sich aber eine antike Bibel unter den zu transportierenden Gegenständen, an der sowohl Stalin als auch die Deutschen großes Interesse zu haben scheinen. Plötzlich werden Asya und ihre Männer nicht nur von den Nazis, sondern auch noch von Stalins Schergen verfolgt. Eine gefährliche Mission beginnt, bei der sie niemandem trauen kann!

Regisseur Aleksandr Beresan präsentiert mit dem vorliegenden Streifen Spezialeinheit Ostfront einen Actionfilm, der zwar offensichtlich preisgünstig inszeniert wurde, dafür jedoch sehr kurzweilig zu unterhalten weiß. Die Darsteller sind nicht unbedingt die oberste Liga charismatischer Schauspieler, können ihre Rolle aber meistens gut ausfüllen. Die Charaktere, gerade auf der deutschen Seite, erfüllen so manches Klischee, so dass man sich als Zuschauer an die herrlichen B-Exploitations der 70’er erinnert fühlt. Allerdings nimmt sich der Film dafür wieder etwas zu ernst, und ist deshalb mit einer Lauflänge von zwei Stunden auch nicht straff genug inszeniert.

Die Blu-ray des Films Spezialeinheit Ostfront zeigt sowohl die Stärken als auch die Schwächen einer Veröffentlichung aus dem Hause Schröder Media auf! Bild und Ton sind sehr gut, die Synchronisation der Darsteller jedoch mal wieder so unpassend, dass es den ganzen Filmgenuss beeinträchtigt. Was früher flapsig als „Porno-Synchro“ bezeichnet wurde, und ich eigentlich der Meinung war, dass es diese nicht mehr geben würde, hier findet man es plötzlich wieder. Also gilt auch hier wieder, sich den Film im Originalton mit Untertiteln anzuschauen!

Spezialeinheit Ostfront ist ein Film, der seine Geschichte spannend erzählt, solide inszeniert ist und seine erstaunlich gut gelungenen CGI-Effekte sinnvoll einsetzt, jedoch mit einer Lauflänge von 120 Minuten für den gebotenen Inhalt letztendlich zu lang ist. Hier hätte man mit einer geschickten Straffung und etwas mehr Selbstironie in der Story ein deutlich fesselnderes Ergebnis erzielen könne.
Spezialeinheit Ostfront bietet deshalb zwar kurzweilige Unterhaltung, kann aber im harten Vergleich der großen Konkurrenz nur im besseren Mittelfeld bestehen.

Christian Funke-Smolka