Stand Up Guys - Sie haben es immer noch drauf! (Universum© Film)

Stand Up Guys – Sie haben es immer noch drauf! (Universum© Film)

81zJyi1vf-L._SL1500_Der Profikiller Val (Al Pacino) wird nach 28 Jahren endlich aus dem Gefängnis entlassen. Zusammen mit seinen alten Freunden Doc (Christopher Walken) und Hirsch (Alan Arkin) will er seine neugewonnene Freiheit so richtig feiern. Wie in alten Zeiten machen sie die Straßen von LA unsicher – Diebstahl, Drogen, Sex,… nichts lassen die drei aus. Doch die Vergangenheit holt sie bald ein, denn Doc wird vom Gangsterboss Claphands (Mark Margolis) erpresst. Er soll seinen besten Freund Val bis 10 Uhr morgens töten oder selbst sterben und die Zeit eine akzeptable Alternative zu finden läuft langsam aber sicher aus ….

Wenn drei Oscar®-Preisträger in einer Gangster-Komödie die Party ihres Lebens feiern, garantiert dies Filmunterhaltung der Extraklasse. Tom Rosenberg, der schon bei dem mehrfach Oscar®-preisgekrönten Spielfilm „Million Dollar Baby“ seine Finger im Spiel hatte, produzierte mit STAND-UP GUYS eine äußerst fesselnde Geschichte mit den Hollywood-Legenden Al Pacino, Christopher Walken und Alan Arkin. Das Starensemble überzeugt als Gangster-Trio, das sich mit der Frage auseinandersetzen muss, wie viel jahrelange Freundschaft am Ende wirklich bedeutet…

Meinung zum Film:

Wenn sich drei Männer, der jüngste unter ihnen ist 70 Jahre alt, treffen, um zusammen feiern zu gehen, dann würde das wohl kaum einen wirklich interessieren. Wenn es sich bei diesen drei Männern um Al Pacino, Christopher Walken und Alan Arkin handelt, und der Film dazu eine lockere Gangster-Komödie ist, dann horcht der Cineast schon mal auf.

Regisseur Fisher Stevens (als Darsteller bekannt aus „Lost“, The Mentalist“, „Californication“) versammelt für seine erste Regiearbeit eine Riege erstklassiger Charakterdarsteller, die ihre Rollen als alternde Gangster mit viel Liebe zum Detail verkörpern. Gerade die Chemie zwischen Pacino und Walken beinhaltet so manch magischen Moment. Doch hier kommt das große Manko: Drehbuch und Regie wissen diese Möglichkeiten nicht zu nutzen, sondern lassen diese Momente vielmehr versanden in flachen Witzen und hohlen Phrasen. Dass zudem das Erzähltempo trotz einiger eingestreuter Actionmomente dem Alter der Darsteller angepasst wird, macht die Sache nicht besser. Da kann ein Film noch so lässig wirken wollen, wenn hinter der Fassade nichts zu finden ist, was sich lohnt betrachtet zu werden, verpufft auch diese Lässigkeit schnell in fader Langeweile. Leider hat man als Zuschauer einfach zu oft das Gefühl, dass es für die Verantwortlichen hinter dem Film völlig ausreichte, mit drei Schauspieler-Ikonen einen Film drehen zu können. Dass diese trotzdem ein Drehbuch benötigen, welches mehr zu bieten hat als flache Witze und nebeneinander herlaufende Parts, die nur sehr selten miteinander in Verbindung treten, wurde viel zu spät bemerkt. So muss man leider feststellen, dass die Momente, wo es den Mimen gelingt, die Leinwand zum knistern zu bringen, viel zu selten sind, als dass es für eine durchgehende Spannungskurve ausreicht.

Die Blu-ray Stand-Up Guys erscheint bei Universum© Film in der gewohnt guten Qualität. Bild und Sound lassen keine Mankos erkennen, der Bonussektor ist mit acht, teils kürzeren Interviews mit Jon Bon Jovi, Al Pacino, Christopher Walken und anderen am Film beteiligten, einem Musik-Video von Jon Bon Jovi, einer B-Roll, dem Originaltrailer und einer Programmübersicht solide ausgestattet.91dyeQT0seL._SL1500_

Stand-Up Guys ist ein Film, bei dem man eigentlich als langjähriger Filmliebhaber dachte, dass er bei solch einer Besetzungsliste im Kino hätte laufen müssen. Regisseur Fisher Stevens jedoch macht es sich hier ein wenig zu leicht, vertraut er doch etwas zu sehr auf die wohlklingenden Namen und serviert hier letztendlich zwar solide aber in ihrem Gesamtbild sehr harmlose Unterhaltung, die in dieser Form teils ziemlich lässig und musikalisch gut untermalt, aber im Endergebnis wenig innovativ teils sogar lieblos ist. Schade, hier wurde eine Menge Potenzial verschenkt!

Christian Funke-Smolka