“Stay Alive - Überleben um jeden Preis” (Capelight Pictures)

“Stay Alive – Überleben um jeden Preis” (Capelight Pictures)

Regie: Johnny Martin

Darsteller: Tyler Posey, Summer Spiro, Donald Sutherland

Als Aidan (Tyler Posey) eines Morgens aufwacht, herrscht auf den Straßen das blanke Chaos: Menschen rennen um ihr Leben oder greifen sich gegenseitig an. Die Nachrichten berichten im Zuge einer sich extrem schnell ausbreitenden Pandemie von einem bisher noch unbekannten Virus, das die Leute zu zombieähnlichen Wesen, sogenannten Screamers, mutieren lässt. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich zu Hause zu verbarrikadieren. Völlig auf sich allein gestellt muss Aidan ums Überleben kämpfen und seine Wohnung gegen die Infizierten verteidigen. Nach Wochen der Isolation, ständiger Angst und angesichts knapp werdender Nahrungsvorräte, droht er allmählich den Verstand zu verlieren. Erst als er im Apartment gegenüber eine weitere Überlebende entdeckt, beginnt er, neue Hoffnung zu schöpfen – bis ihr Wohnhaus von den Screamern überrannt wird. Aidan setzt nun alles daran, die junge Frau zu retten.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Urplötzlich ändert sich von einem auf den anderen Tag das Leben für den jungen Aidan (Tyler Posey, Teen Wolf, Wahrheit oder Pflicht). Als er morgens wach wird, herrscht auf der Straße das blanke Chaos und er wird Zeuge, wie sich die Menschen wahllos anfallen und zu töten versuchen. Eine gefährliche Virusmutation verwandelt die Bevölkerung in aggressive Wesen, die ohne Rücksicht auf Verluste über andere Menschen herfallen und sie mit ihrem Biss infizieren. Aidan verbarrikadiert sich in seiner Wohnung, muss jedoch schon bald feststellen, dass dies kein Dauerzustand sein kann. Einsamkeit, Hunger und Durst fordern ihren Tribut, so dass er beschließt, als er feststellt, dass seine ihm gegenüber wohnende Nachbarin Eva (Summer Spiro, Westworld) ebenfalls überlebt hat, eine Lösung zu suchen…

Regisseur Johnny Martin (Hangman: The Killing Game, Vengeance – Pfad der Vergeltung), der ein Skript von Matt Naylor (#Saraitda) verfilmt, präsentiert hier den Horrorfilm zur aktuellen Situation. Wenn das Horrorgenre in den letzten Jahrzehnten ein jeweiliger Spiegel der zu dieser Zeit andauernden gesellschaftlichen Situationen darstellt, haben wir hier einen Beitrag, der eindrucksvoll aufzeigt, wie es sich möglicherweise anfühlt, sich während einer Pandemie isoliert in den eigenen vier Wänden aufhalten zu müssen.

Auch wenn man bei der Inhaltsbeschreibung von einem klassischen Zombiefilm ausgehen könnte, ist Stay Alive – Überleben um jeden Preis primär ein Drama mit Horroreinflüssen. Der Fokus richtet sich hier auf den Protagonisten Aidan und seinem Kampf, den Kontakt zu seiner Nachbarin aufzubauen. Intensiv gespielt, besticht der Film durch eine eher entschleunigte Inszenierung, die dadurch eine atmosphärische Verdichtung erzeugt. Auch wenn er nur wenig Screentime bekommt, fällt auch Charakterdarsteller Donald Sutherland mit einer unglaublich intensiven Performance auf, so dass wir hier einen Film haben, der weniger durch reißerische Zombie-Attacken (oder „Screamer“, wie sie hier genannt werden) auffällt, sondern eher durch eine fesselnde Darstellung der unfreiwilligen Isolation und dem Versuch, diese zu verteidigen. Da ist es auch nur konsequent, dass es keine finale Erlösung gibt, sondern der Film lediglich einen Teilabschnitt, beziehungsweise einen Ausschnitt der Situation behandelt. Wer Lust auf einen eher ungewöhnlichen Genrebeitrag hat, sollte hier unbedingt einen Blick riskieren!

Stay Alive – Überleben um jeden Preis (Originaltitel: Alone, USA 2020) erscheint bei Capelight Pictures als DVD, Blu-ray und Video on Demand. Die mir zur Ansicht vorliegende Blu-ray befand sich in Bild (2,40:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) auf einem auf einem qualitativ guten Niveau, Im Bonusbereich gab es zudem den Trailer und Programmhinweise.

Regisseur Johnny Martin präsentiert mit Stay Alive – Überleben um jeden Preis einen Genrebeitrag, der genau zur richtigen Zeit veröffentlicht wird. Weniger die klassischen Elemente des Horrorfilms nutzend, werden hier neben den elementaren Bedürfnissen wie Durst und Hunger speziell die Aspekte der Einsamkeit und dem Verlust der Sinneswahrnehmung in der totalen Isolation eindrucksvoll dargestellt. Speziell Tyler Posey liefert hier eine beeindruckende Performance, der dem kurzen Auftritt Donald Sutherlands im letzten Filmdrittel in nichts nachsteht. Ein insgesamt eher ruhiger, jedoch größtenteils intensiver und spannender Film, der sich die erklärenden Elemente größtenteils spart, sondern eine fein beobachtete und solide inszenierte Situationsanalyse darstellt. Kein typischer Horror-/ oder Zombiefilm, aber nichtsdestotrotz spannend und über seine gesamte Laufzeit fesselnd!

Christian Funke