„Stockholm Requiem“ (Edel Motion)

„Stockholm Requiem“ (Edel Motion)

Nach einem tragischen Unfall nimmt die studierte Kriminologin Fredrika Bergman (Liv Mjönes) eine Stelle bei einer Sondereinheit der Stockholmer Polizei an. Als sogenannte „Zivilistin“ wird sie von ihren Kollegen nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Doch Fredrikas Intellekt und ihre andere Sicht auf die Dinge erweisen sich als äußerst hilfreich, um die grausamen Verbrechen aufzuklären.

So wird sie mit der Zeit zu einem akzeptierten und wertvollen Mitglied der Einheit um Teamleiter Alex Recht (Jonas Karlsson) und Peder Rydh (Alexej Manvelov).

Die Fälle, mit denen die Spezialeinheit konfrontiert wird, zeigen die Schattenseiten Stockholms – eine Realität, die von roher Gewalt und fehlender Moral geprägt ist. Sie handeln von Menschen, die Opfer unvorstellbarer Schicksalsschläge wurden, und Rache scheint für sie der einzige Ausweg zu sein.

Stockholm Requiem ist in bester Nordic – Noir – Manier düster inszeniert, gewährt darüber hinaus aber  auch besonders tiefe Einblicke in die Gefühlswelten der Ermittler.

© Edel Motion

Meinung zur Veröffentlichung:

Frederika Bergmann (Liv Mjönes, Modus – Der Mörder in uns), studierte Kriminologin, Juristin und ehemalige Profimusikerin, arbeitet nach einem tragischen Autounfall als Ermittlerin bei der Stockholmer Polizei. Doch in der Spezialeinheit für schwere Straftaten fällt es der unangepassten Kriminologin schwer, sich bei ihren neuen Kollegen durchzusetzen. Erst durch gute Leistungen und Ideen stärkt sie ihre Position und erarbeitet sich die Anerkennung…

Die Regisseurinnen Karin Fahlén (All Inclusive) und Lisa Ohlin (Mankells Wallander), die auch am Drehbuch beteiligt waren, bedienen sich hier der schwedischen Romanen von Kristina Ohlsson. Schon den zwischen 2009 und 2014 erschienenen sechs Romanen merkte man die Vergangenheit der Autorin, die unter anderem im schwedischen Außenministerium und bei der nationalen Sicherheitspolizei gearbeitet hat, deutlich an. Auch die TV-Adaption, bei der jeder Fall aus einer Doppelfolge besteht, die bei der hier vorliegenden Veröffentlichung als jeweils knapp 90-minütiger Spielfilm zusammengefügt wurde, setzt auf fundierte fachliche Hintergründe bei den Beschreibungen der Polizeiarbeit und der politischen Zusammenhänge. Die Fälle handeln von Kindesentführung, dem Betrug mit Flüchtlingsunterstützung und anderen aktuellen Themen. Wie man es aus anderen skandinavischen Produktionen kennt, ist man auch hier nicht zimperlich. Die Grundstimmung ist düster, die Farbgebung trist und die Figuren durch die Bank nicht unproblematisch. Dadurch werden auch die Fälle der Frederika Bergmann keine leichte Kost für den Zuschauer, was aber genau das zu sein scheint, was man sich als Freund des Genres wünscht.      

© Trailer: KrimiKollegen

Stockholm Requiem (Originaltitel: Sthlm Rekviem, Schweden, Deutschland, Belgien 2018) erscheint bei Edel Motion auf DVD. Die zehn Episoden liegen hier als fünf  Folgen in Spielfilmlänge verteilt auf drei DVD-Discs vor. Bild (1,78:1 anamorph / 16:9) und Ton (Deutsch & Schwedisch: Dolby Digital 5.1/2.0) befinden sich qualitativ auf einem soliden Niveau, im Bonusbereich liegt auf Disc 3 eine Programmübersicht vor.     

Stockholm Requiem bietet dem Fan des Nordic Noir genau das, was man an den skandinavischen Thriller-Serien mag: düstere, vielschichtige Geschichten, gut ausgearbeitete, psychisch nicht immer stabile aber glaubwürdige Charaktere und ein hohes Maß an Spannung. Di ein sich abgeschlossenen Fälle, eine übergeordnete Rahmenhandlung und eine stetige Weiterentwicklung der Figuren führt zu einem hohen Suchtfaktor, dem ich mich gerne hingegeben habe.  

Christian Funke