Taking Off – Ich bin durchgebrannt

Taking Off – Ich bin durchgebrannt

Taking Off – Ich bin durchgebrannt
(Koch Media)

Der Regisseur Miloš Forman ist dem Filmfreund durch Filme wie Einer flog über das Kuckucksnest, Hair, Amadeus oder Larry Flint ein Begriff. Hier nun seinen ersten amerikanischen Film sehen zu können, ist für den Cineasten natürlich spannend, zumal eine große Anzahl an sehr prominenten Stars in dieser bissig-amüsanten Komödie auftreten. So sieht man neben einer sehr jungen und singenden Kathy Bates (Misery, Titanic) noch die später populär gewordene Sängerin Carly Simon und Ike und Tina Turner.
Taking Off – Ich bin durchgebrannt spielt in einem Amerika zu Beginn der 70er des letzten Jahrhunderts. Die klassische Mittelstandsfamilie, zentraler Punkt des Filmes, besteht hier aus Lynn (Lynn Carlin) und Larry Tyne (Buck Henry) und ihrer pubertierenden Tochter Jeannie. Diese verschwindet plötzlich zu einem Gesangs – Casting nach New York, von welchem die Eltern jedoch nichts wissen. Kern des Filmes ist aber nicht der durchgebrannte Teenager, sondern die Situation der Eltern, welche sich auf die Suche nach der Tochter machen, und sich dabei selber finden.
Der Film strotzt vor absurden, skurrilen Szenen. Allen Voran ist mir die Szene in Erinnerung geblieben, wo die Eltern bei einer Versammlung in einer Gruppe ebenfalls älterer Menschen den Marihuana-Selbsttest machen. Das ist Satire vom Feinsten, und macht auch heute, vierzig Jahre nach Veröffentlichung des Filmes seinen Reiz aus. Auch wenn einiges an dem Film von der zeit überholt wurde, ist die Botschaft doch heute noch so aktuell wie damals. Vieles wurde zwar drastisch überzeichnet, trifft den kern im Wesentlichen aber immer noch.
Die Blu ray aus dem Hause Koch Media wurde für einen Film diesen Alters sehr gut aufbereitet. Das Bild und der Ton sind entsprechend gut. Im Bonusbereich findet der geneigte Zuschauer eine halbstündige Dokumentation zum Regisseur Miloš Forman und eine Bildergalerie.
Taking Off – Ich bin durchgebrannt wurde auf den Filmfestspielen von Cannes 1971 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, und gewann darüberhinaus noch weitere Preise auf anderen Festivals.
Freunde entlarvender Satire sind mit diesem teils bitterbösen Zeitporträt hervorragend beraten. Ein Film, der auch heute noch Spaß macht!
CFS