Tatanka - Die Reise zurück in das Reich der Camorra (Ascot Elite Home Entertainment/ Little Brother Film)

Tatanka – Die Reise zurück in das Reich der Camorra (Ascot Elite Home Entertainment/ Little Brother Film)

In der süditalienischen Stadt Neapel leben die zwei Jugendlichen Michele und Rosario in ärmsten Verhältnissen. Ständig mit dem Gesetz in Konflikt, landet Rosario schließlich hinter Gittern. Michele erkennt derweil im Sport einen Ausweg aus der KrimCoverinalität und der Armut und verfolgt seinen großen Traum vom Profiboxen. Basierend auf dieser Begebenheit begleitet „Tatanka – Die Reise zurück in das Reich der Camorra“ Micheles (Clemente Russo) Aufstieg zum gefeierten Profiboxer. Doch bevor Michele seine große Chance überhaupt richtig ergreifen kann, kommt Rosario auf freien Fuß und fordert seine Loyalität ein. Zunehmend gerät der junge Protagonist dabei in die Fänge der Camorra, des gefürchteten italienischen Familienclans, der mit fester Hand Neapel regiert. Die Camorra öffnen Michele nicht nur die Tür zu Geld, Macht und Sex sondern vor allem auch zu einer vielversprechenden Karriere als Profiboxer. In die kriminellen Machenschaften seiner neuen Familie verstrickt, erreichen die Verwicklungen rund um den Protagonisten ihren Höhepunkt als der bis dahin ungeschlagene Boxer erfährt, dass seine Gönner beim nächsten Kampf auf seine Niederlage gewettet haben…

Nach dem internationalen Erfolg des SPIEGEL-Bestsellers „Gomorrha“ verfilmt der preisgekrönte Regisseur Guiseppe Gagliardi das zweite kontroverse Werk des italienischen Schriftstellers Roberto Saviano. Bereits mehrfach ausgezeichnet gelingt Guiseppe Gagliardi auch mit „Tatanka“ ein filmisches Denkmal rund um die Irrungen und Wirrungen zwischen Profisport und krimineller Energie. 2011 wurde „Tatanka“ beim Montreál World Film Festival in der Kategorie Best Artistic Contribution ausgezeichnet und gewann noch im selben Jahr den Capri Italian Worldwide Award. 2012 folgte beim Bastia Italian Film Festival mit dem Grand Jury Prize eine weiterer bedeutende Auszeichnung. Die Authentizität der Hauptfigur verdankt der „Tatanka“ den Box- und Schauspielkünsten Clemente Russos, der selbst mehrfacher Weltmeister im Boxkampf ist und für seine Heimat Italien bei den Olympischen Spielen schon zwei Mal die Silbermedaille gewann. An seiner Seite überzeugt der italienische Film- und Fernsehschauspieler Carmine Recano, bekannt aus der italienischen Komödie „Loose Cannons“, die 2010 bei den 60. Internationalen Filmfestspielen in Berlin Premiere feierte.

Meinung zum Film:

Sein Roman so wie die darauffolgende Verfilmung „Gomorrha“ haben das Leben des Autors Roberto Saviano dauerhaft verändert, denn seit der Veröffentlichung steht Saviano auf der Abschussliste des organisierten Verbrechens. Hier nun haben wir die zweite Verfilmung eines seiner Bücher vorliegen. Tatanka – Die Reise zurück in das Reich der Camorra erzählt die Geschichte des jungen Boxers Michele, der im Sport seine Zukunft sieht und hofft, sein Talent dazu nutzen zu können, dSzene 2em sonst üblichen Weg in seinem Umfeld, nämlich dem Einstieg in das organisierte Verbrechen, zu entgehen. Doch sein Freund Rosario gerät derweil immer weiter in die Fänge der Kriminalität und zieht Michele immer tiefer in das Netz aus Kriminalität, Einfluss und schnellem Geld. Auch wenn diese Welt für Michele ihren Reiz hat, muss er eine Entscheidung für sich treffen.

Tatanka – Die Reise zurück in das Reich der Camorra ist bei Ascot Elite Home Entertainment und Little Brother Film erschienen. Über die finale Bild- und Tonqualität so wie das Bonusmaterial kann ich keine Aussage machen, da mir zur Ansicht ein Screener mit eingebranntem Firmenlogo vorlag. Laut Infotext wird es jedoch neben dem Originaltrailer ein halbstündiges Making of geben.

Tatanka – Die Reise zurück in das Reich der Camorra ist ein sehr ambitionierter Film, der durch seine Atmosphäre, die hervorragenden Darsteller (völlig überzeugen kann der mehrfache Weltmeister im Boxkampf Clemente Russo) und sSzene 1eine durchweg solide Inszenierung zu punkten weiß. Leider hat Regisseur Guiseppe Gagliardi sich jedoch an einigen Stellen zu viel vorgenommen, so dass der Film in diesen Momenten dann aus dem Ruder läuft und in seiner inszenatorischen Dichte etwas zerfasert. Dies fällt dem Zuschauer immer dann auf, wenn zu deutlich versucht wird, neben einem klassischen Camorra-Film auch noch Elemente eines Sport-Dramas zu integrieren. So bleibt eine unglaublich intensive und atmosphärisch beeindruckende erste Filmhälfte neben einer etwas schwächer inszenierten aber darstellerisch beeindruckenden zweiten Hälfte in Erinnerung. Trotzdem ist Tatanka – Die Reise zurück in das Reich der Camorra jedem genreinteressierten Filmfan zu empfehlen!

Christian Funke-Smolka