Terry Pratchett & Stephen Baxter - Die lange Erde (MANHATTAN)

Terry Pratchett & Stephen Baxter – Die lange Erde (MANHATTAN)

Ein Aufbruch zu neuen Welten: Die große neue Serie!

CoverEin kleiner angekokelter Plastikkasten, ein paar angelötete Drähte, ein Schalter, eine Kartoffel… Als die Polizistin Monica Jansson im Jahr 2015 in den verkohlten Ruinen eines Hauses auf diese eher zweifelhafte Apparatur stößt, ahnt sie nicht, dass der Prototyp einer bahnbrechenden Erfindung vor ihr steht. Einer Erfindung, die die Geschichte der Menschheit für immer verändern wird. Denn der kleine Kasten ist ein Wechsler, mit dem es von nun an jedem möglich sein wird, mit einem kleinen Schritt in die »Lange Erde« hinauszutreten: eine unendliche Abfolge von parallelen Welten, der unseren mehr oder weniger ähnlich und von Menschen unbewohnt. Schon bald setzt auf der alten Erde ein wilder Goldrausch ein. Denn die Lange Erde birgt unendliche Möglichkeiten – und unendliche Gefahren…

Terry Pratchett, geboren 1948, ist einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Von seinen Scheibenwelt-Romanen wurden weltweit bisher über 75 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 37 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett lebt mit seiner Frau Lyn in der englischen Grafschaft Wiltshire.

Stephen Baxter, 1957 in Liverpool geboren, studierte Mathematik und Astronomie, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er zählt zu den weltweit bedeutendsten Autoren wissenschaftlich orientierter Literatur. Etliche seiner Romane wurden preisgekrönt und zu internationalen Bestsellern. Baxter lebt und arbeitet im englischen Buckinghamshire.

Meinung zum Buch:

Was wäre, wenn uns eine verschmurgelte Apparatur, die mit der Energie einer Kartoffel angetrieben wird, die Möglichkeit eröffnen würde, in tausende, ach was sag ich, Millionen parallel existierende Welten switchen zu können. Diese Parallelwelten werden jedoch nicht von Menschen, sondern von Elfen, Trollen und Tieren bewohnt. Eine Chance für die Menschheit, ganz von vorne beginnen zu können? Ein Waisenjunge wird von einer künstlichen Intelligenz auserkoren, das Phänomen dieser Parallelwelten zu erforschen. Denn es scheint sich ein viel größeres und vielleicht doch nicht ganz so geheimes Geheimnis dahinter zu verstecken.

Manhattan veröffentlicht das Gemeinschaftsprojekt Die lange Erde (400 Seiten, €17,99) der Autoren Terry Pratchett und Stephen Baxter als schön gestaltete, großformatige Klappbroschur mit einem gelungenen Covermotiv und im Innenteil eine Abbildung von fünf Parallelwelten.

Es mag daran liegen, dass Terry Pratchett seit seiner 2007 diagnostizierten Alzheimer-Erkrankung vermehrt in Kooperation mit anderen, auf den Inhalt Einfluss nehmenden Autoren, in diesem Fall der sehr wissenschaftlich an die Thematik herangehende Stephen Baxter, Bücher veröffentlicht, oder seine Erkrankung einen relevanten Teil des „alten“ Pratchett ausgelöscht hat, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass hier der Charme und der augenzwinkernde Humor vergangener Werke sehr selten in Erscheinung tritt und einem allerhöchstens zwischen der ein oder anderen Zeile zublinzelt.

Doch trotz dieser kritischen Anmerkung ist Die lange Erde ein interessanter, inhaltlich zwar komplexer aber letztendlich noch ziemlich offener Start in eine Trilogie, die ihre philosophischen und phantastischen Ideen faszinierend und bis ins kleinste Detail erklärend darlegt, wobei die Autoren Pratchett und Baxter ihre eher der Science Fiction als der Fantasy zugehörigen Geschichte originell aufbauen. Ein clever konzipierter, thematisch fesselnder jedoch inszenatorisch wechselhafter Beginn, der mich aber trotzdem mit Spannung auf die Fortsetzung hoffen lässt. Ein Roman, der Herz (Pratchett) und Verstand (Baxter) an vielen Stellen gekonnt vereint…

Christian Funke-Smolka