Textfeature zu ALEXANDRE AJAS MANIAC (Kinostart 27.12.)

Textfeature zu ALEXANDRE AJAS MANIAC (Kinostart 27.12.)

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Faszination „Das Böse“: Warum gucken wir gern Horrorfilme?

Frank (Elijah Wood) lebt zurückgezogen und einsam in Downtown Los Angeles. Nachts zieht er durch die Straßen und macht Jagd auf Frauen, die er tötet, skalpiert und entkleidet. Eines Tages taucht die junge Künstlerin Anna (Nora Arnezeder) in seinem Laden auf und ist sofort begeistert von seinen restaurierten Schaufensterpuppen. Sie bittet Frank, die Puppen fotografieren zu dürfen und kommt so mit ihm ins Gespräch. Natürlich hat Anna keine Ahnung, mit wem sie da gerade Freundschaft schließt… Wie das Aufeinandertreffen zwischen Frank und Anna endet, erfahren Horror-Fans ab dem 27. Dezember in ALEXANDRE AJAS MANIAC im Kino. Derweil kann man sich durchaus einmal die Frage stellen, warum Frank und seine blutigen Taten uns überhaupt ins Kino locken. Was ist so faszinierend an Horrorfilmen wie ALEXANDRE AJAS MANIAC?

Horrorfilme konfrontieren uns mit Themen, Situationen und Bildern, welche in uns Emotionen und Gedanken auslösen, die im normalen Alltag eigentlich als unangenehm gelten: Angst, Schrecken, Ekel. Im fiktionalen Rahmen eines Horrorfilms jedoch stellen sich Zuschauer jenen Gefühlen ganz bewusst, statt sie zu meiden. Warum ist das so? Worin besteht die ungewöhnliche Anziehungskraft dieses Genres?

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Lust an der Angst

Ähnlich wie gefährliche Situationen im wahren Leben lassen auch die beängstigenden Geschehnisse in Horrorfilmen unseren Adrenalinspiegel steigen. Herzschlag und Atmung werden schneller, zudem wird das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Letztlich kann sich der ganze Vorgang zu einem wahren Rausch steigern. Im Endeffekt „funktioniert“ ein Horrorfilm bei manchen Menschen also ähnlich „berauschend“ wie eine Achterbahnfahrt.

Normbruch ohne Strafe

In unserer heutigen stark reglementierten Alltagswelt sind Verstöße gegen soziale und rechtliche Normen grundsätzlich unerwünscht und meist mit Sanktionen belegt. Dementsprechend ist ein Ausbrechen aus diesen Begrenzungen in der Realität gewöhnlich nur in Verbindung mit negativen Folgen möglich. Horrorfilme zeichnen sich nun gerade durch gezielte Verstöße gegen derartige gesellschaftliche Normen aus und sind daher attraktiv für uns. Wir können uns darin mit für uns im realen Leben unbekannten oder tabuisierten Ereignissen und Situationen auseinandersetzen. Das heißt also: Die Fantasiewelt der Horrorfilme schafft Erlebnisräume, welche dem Zuschauer im normalen Leben nicht zur Verfügung stehen.

Ausloten der eigenen Grenzen

Weiterhin bieten Filme des Horrorgenres dem Publikum die Möglichkeit, sich einmal der Antwort auf die spannende Frage anzunähern, wo eigentlich die eigenen psychischen Grenzen liegen – und zwar auch hier in einer Art, die uns im Alltag oft verwehrt bleibt. Dabei kann es beispielsweise um das „Überstehen“ von Angstsituationen oder das „Aushalten“ expliziter Gewaltdarstellungen gehen. In dieser Hinsicht ermöglicht das Genre dem Zuschauer eine Auseinandersetzung mit seiner persönlichen psychischen „Leistungsfähigkeit“, es erlaubt ihm eine Art „ungefährliche Mutprobe“.

Triumph des Bösen

Während andere Filmgenres meist mit einem „Happy End“ aufwarten, das die Handlung und die Spannung des Zuschauers positiv auflöst und uns mit einem optimistischen Gefühl entlässt, zeichnen Horrorfilme oft ein pessimistischeres Abschlussbild. Ein „gutes Ende“ ist zwar auch im Horror-Genre nicht ungewöhnlich, vielfach hat „das Böse“ zuvor aber bereits so intensiv gewirkt, so viel Schaden angerichtet, dass die positive Auflösung zum Schluss das zuvor Geschehene nicht mehr wirklich kompensieren kann, sondern allenfalls einen „kleinen Trost“ darstellt. In dieser Hinsicht sind Horrorfilme wesentlich näher an der Realität, in der „das Gute“ weitaus seltener siegt als durch andere Filmgenres suggeriert, und ermöglichen dem Zuschauer so eine realitätsnähere Auseinandersetzung mit dem filmisch Erlebten.

Neben solch eher allgemein gültigen Erklärungen für die Faszination von Horrorfilmen existieren auch viele höchst individuelle Gründe, warum Menschen von diesem Genre angezogen werden – beispielsweise persönliche Phobien. An ALEXANDRE AJAS MANIAC werden beispielsweise vor allem jene Zuschauer besonderen „Spaß“ haben, die Angst vor Schaufensterpuppen haben. Was genau es damit auf sich hat, erfahren alle Interessierten ab dem 27. Dezember in den deutschen Kinos!

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Ab 27. Dezember im Kino

Ascot Elite Filmverleih GmbH

Regisseur Franck Khalfoun hat dem gleichnamigen Kult-Slasher aus den 80er Jahren ein modernes Gewand verpasst und schont den Zuschauer keine Minute: Aus der Perspektive des Mörders (Elijah Wood) verfolgt der Zuschauer dessen blutige Streifzüge durch die Nacht. Horror-Spezialist Alexandre Aja („The Hills Have Eyes – Hügel mit blutigen Augen“) hat nicht nur am Drehbuch mitgeschrieben, sondern zeichnet hier auch als Produzent verantwortlich.

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Inhalt:

Frank (Elijah Wood) lebt ein zurückgezogenes und einsames Dasein in Los Angeles. Alleine betreibt er den von seiner verstorbenen Mutter geerbten Laden, in dem er Schaufensterpuppen restauriert. Nachts zieht er durch die Straßen und macht Jagd auf Frauen, die er tötet, skalpiert und entkleidet. Mit diesen Trophäen schmückt Frank zu Hause seine Puppen in dem Glauben, ihnen so Leben einzuhauchen. Aufgewachsen mit einer promiskuitiven und nachlässigen Mutter, hofft er so, seine innere Leere zu füllen.

Eines Tages taucht die junge Künstlerin Anna (Nora Arnezeder) in seinem Laden auf. Fasziniert von seinen Schaufensterpuppen bittet sie darum, diese fotografieren zu dürfen und kommt mit Frank ins Gespräch. Natürlich hat Anna keine Ahnung, mit wem sie da gerade Freundschaft schließt…

ALEXANDRE AJAS MANIAC feierte dieses Jahr auf dem Cannes Film Festival seine Weltpremiere. Neben Elijah Wood („Herr der Ringe“-Triologie) ist Newcomerin Nora Arnezeder („Safe House”) in der Rolle der Anna zu sehen.

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