The Assault

The Assault

The Assault
(Atlas Film)

Es ist auffallend, wie häufig sich Filmemacher aktuell mit dem Terrorismus der Vergangenheit auseinandersetzen. Ob in Filmen wie Carlos – Der Schakal, Der Baader-Meinhoff-Komplex oder nun hier The Assault, es scheint, als wolle man über die Verarbeitung des Terrorismus der Vergangenheit die Terrorgewalt der Gegenwart erklären.

Hier nun haben wir die Aufarbeitung der Vorfälle vom Heiligabend 1994 in Algier, wo eine vierköpfige Kommandoeinheit der islamistischen Untergrundbewegung GIA ein voll besetztes Flugzeug in ihre Gewalt brachte. Um ihre Entschlossenheit deutlich zu machen, werden einige Geiseln erschossen, und schnell wird klar, dass die Terroristen einen Anschlag mit dem Flugzeug planen. Dass der Vorfall auf französischem Boden stattfindet, wird die Elitetruppe GIGN beauftragt, einen waghalsigen Zugriff auf das Flugzeug zu organisieren.

Regisseur Julien Leclercq (Chrysalis) seziert in seiner filmischen Aufbereitung dieses Vorfalls die Vorgehensweise aller Beteiligten, ohne dabei zu dämonisieren. Detailliert beschreibt er auch die kleinsten Schritte dieses Einsatzes, verzichtet dabei zum Glück auf jegliche Form des Pathos, sondern zeigt deutlich auf, dass alle beteiligten Personen nur Rädchen in einem funktionierenden Getriebe sind. Faszinierend dabei ist, dass es dem Regisseur gelingt, trotz der eigentlich in solchen Filmen immer gleichen Handlungsabläufe eine Dynamik zu erzeugen, ohne dabei die gängigen Stilmittel überzustrapazieren. Stilvoll und mit zum teil beeindruckend fesselnden Bildern erzählt er dabei seine Anatomie einer Geiselbefreiung. Dabei gelingt ihm hervorragend die Gratwanderung zwischen inszenatorisch wuchtigen und dann im Gegenzug sehr ruhigen Szenen hervorragend. Gerade in den ruhigen Momenten finden sich dann auch die stärksten Szenen des Filmes.

Der vorliegende Screener aus dem Hause Atlas Film zeigte den Film in der Originalversion mit englischen Untertiteln ohne zusätzliches Bonusmaterial. Auf der Veröffentlichungsdisc werden sich dann noch der Originaltrailer und eine Programmschau befinden.

Julien Leclercq hebt sich mit seinem Terror-Beitrag The Assault wohltuend von der breiten Masse der ähnlich gearteten filme ab, zeigt er hier doch auf der einen Seite zwar ein knallharte Studie der Gewalt, welche jedoch immer wieder von ruhigen Momenten durchbrochen wird. Stilsicher und mit dem nötigen Gespür für den Moment erzählt er seine Geschichte, welche zwar erneut den bekannten Aussagen folgt, diese aber geschickt in Szene zu setzen weiß.

CFS