The Courier (Constantin Film)

The Courier (Constantin Film)

Manchmal braucht man (Mann) auch einfach nur einen klassischen, soliden, schörkellosen und ruppigen Action-Thriller, um zufrieden zu sein. Dass dieses Genre sich nacheiner langen Durststrecke wieder auf dem Vormarsch befindet, freut den Rezensenten, und so war es auch sehr unterhaltsam, den vorliegenden The Courier von Regisseur Hany Abu-Assad (Paradise Now) anzuschauen.

Die Geschichte handelt von dem Kurier (Jeffrey Dean Morgan), Spezialist für besonders knifflige und vor Allem illegale Kurierdienste im Auftrage der Unterwelt New Orleans durchführt. Kaum hat er seinen letzten Auftrag, der den Film mit einem bombastischen und furiosen Einstieg beginnen lässt, überlebt, wird er schon, eher unfreiwillig, zu einem neuen Job gezwungen. Er soll einem hohen Mob-Hitman namens „Evil-Civil“, den bisher kein Mensch gesehen hat (beziehungsweise dies überlebte), einen geheimnisvollen Koffer überbringen. Allerdings munkelt man auch, dass der Mobster das zeitliche gesegnet haben soll. Kein einfacher Job für unseren Transporter, ähem Kurier. Zumal alle Menschen in seiner Umgebung, die ihm irgendwie weiterhelfen könnten, einen äußerst gewalttätigen Tod sterben! Aber es hat ja auch keiner behauptet, es handele sich um einen einfachen Auftrag!

The Courier, um es kurz und knackig auf den Punkt zu bringen, macht Spaß! Eine prominente Darstellerriege, allen voran die großartige Lili Taylor (Six Feet Under, Public Enemies, Four Rooms), der vielbeschäftigte Mickey Rourke (Sin City, Iron Man 2, Krieg der Götter) und Til Schweiger (Rache, Inglorious Basterds, Far Cry – ich spare hier mal bewusst genreuntypische Beiträge wie Keinohrhasen und Kokowääh aus) gehen mit großem Spaß an den sich genüsslich im B-Movie suhlenden Genrebeitrag ran, der flott inszeniert und nicht gerade zimperlich, aber wendungsreich seine Geschichte erzählt.

Zur Ansicht hatte ich einen Screener mit einer permanenten Rahmen-, Logo-, und Schriftzugseinblendung vorliegen, der nur eine Programmshow enthielt. Die Blu-ray jedoch wird bei Veröffentlichung dann Szenen vom Dreh und Darstellerinformationen beinhalten.

The Courier hat einen rabiaten Charme, und ist trotz seiner Ruppigkeit schwer unterhaltsam (ich werde wohl nie wieder eine Knoblauchpresse benutzen können, ohne an The Courier zudenken!). Da er an keiner Stelle vorgibt, mehr zu sein, als er ist, kann man sich entspannt zurücklehnen, und sich dem temporeichen und actiongeladenen Film hingeben!

Christian Funke-Smolka