The East (Twentieth Century Fox)

The East (Twentieth Century Fox)

CoverDie ehemalige FBI Agentin Sarah Moss (Brit Marling) startet eine steile Karriere bei „Hiller Brood“, einer erfolgreichen privaten Sicherheitsfirma, zu deren Klienten vor allem hochrangige Unternehmen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zählen. Von ihrer Chefin Sharon wird sie für eine gefährliche Mission ausgewählt und soll – undercover – die anarchistische Vereinigung The East infiltrieren. Die extreme Gruppierung hat sich zum Ziel gesetzt, kriminelle Machenschaften großer Unternehmen aufzudecken. Schnell kann sich die zielstrebige Sarah in die Gruppe integrieren und fühlt sich vor allem zu deren Anführer Benji (Alexander Skarsgård) hingezogen. Immer mehr sympathisiert sie mit den Zielen und Vorstellungen von The East und fühlt sich hin- und hergerissen zwischen ihrer moralischen Haltung, ihrer neuen Liebe und ihrer Mission. Sie muss eine fundamentale Entscheidung treffen…

Regisseur Zal Batmanglij und Produzent Ridley Scott („Prometheus“) schufen mit „The East“ eine fesselnde Mischung aus anspruchsvollem Charakter-Drama und spannendem Öko-Terrorismus-Thriller. Vor dem Hintergrund der alltäglichen Ausbeutung der Umwelt stellt der Film die persönliche Frage: Auf welcher Seite stehst du – und was bist du bereit, dafür zu tun? „The East“ ist grandios besetzt mit Independent-Star Brit Marling („Another Earth“), Frauenschwarm Alexander Skarsgård („True Blood“) und der oscarnominierten Ellen Page („Juno“)

(Quelle: Twentieth Century Fox)

Meinung zum Film:

Es gibt Filme, die einen völlig unvorbereitet mit der Wucht eines The_East_108406Vorschlaghammers erwischen. „Fight Club“ war solch ein bewusstseinserweiternder Film, The East ist ein vergleichbar intensiver Beitrag. Die Geschichte um die in einer privaten, sehr exklusiven Security-Firma tätigen Mitarbeiterin Sarah Moss (Brit Marling, Another Earth), die sich undercover bei der anarchistisch organisierten Öko-Terrorgruppe „The East“ einschleust, ist so brisant, aktuell wie auch konsequent strukturiert. Denn je tiefer Sarah zum Kern dieser Gruppe vordringt und je mehr sie von den Ideen und Konzepten des Anführers Benji (Alexander Skarsgård) erfährt, desto mehr stellt sie ihre alten Ideale in Frage und überdenkt ihre moralische Verpflichtung.

The East ist ein von Ridley Scott und seinem während der Dreharbeiten verstorbenen Bruder Tony Scott produzierter Film, der von den Brüdern Zal und Rostam Batmanglij erneut mit Darstellerin und Drehbuch(mit-)Autorin Brit Marling gemeinsam konzipiert und inszeniert wurde. The East ist dabei in seiner Grundidee so simpel wie effizient, wobei sich die Geschichte Zeit für ihren Aufbau und die inhaltliche Entwicklung nimmt und dadurch so nachhaltig wirkt. Denn sowohl die Beweggründe als auch die Aktionen sind im Verlauf und Kontext des Films aus moralischer Sicht nachvollziehbar und machen deutlich, wie sehr sich der gesellschaftliche Blick auf von Großkonzernen begangenes Unrecht in den letzten Jahren gewandelt hat, man viel offener bereit ist, solche Dinge nicht mehr stumm zu akzeptieren. Das Drehbuch ist dabei sehr clever und vielschichtig mit einem Blick für die unterschiedlichen Perspektiven und Sichtweisen konzipiert. Die wirklich hervorragend agierenden Darsteller, neben Skarsgård und Marling spielen beispielsweise noch Patricia Clarkson und Ellen Page mit, so wie der tolle Soundtrack von Rostam Batmanglij und seiner Band Vampire Weekend runden den wirklich sehr guten Film ab.

The_East_108361The East erscheint als Heimkino-Release bei 20th Century Fox in einer in Bild und Ton sehr guten Veröffentlichung. Der Bonussektor bietet neben einem Trailer und einer Programmübersicht noch eine im Mai 2013 geführte kurze Unterhaltung mit Brit Marling und Zal Batmanglij, Interviews und Clips zur Untergrundbewegung „The East“ und ein in Interviewform gewährter Einblick in die gut aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit der beiden Brüder Batmanglij.

The East ist ein kluger, sehr ruhiger Film, der die intellektuelle und moralische Fähigkeit des Zuschauers ernst nimmt und einen dabei auf eine hypnotische und faszinierende Art mitzieht. Die komplex auslegbare und in sich stimmige Story, die beeindruckenden Darstellerleistungen und seine intensiv funktionierende Botschaft machen den Film zu einem leuchtenden Beispiel intelligenten Kinos mit einem klaren Blick für die Realität, welches man in den letzten Jahren viel zu selten antrifft.

Christian Funke-Smolka