The Guard – Ein Ire sieht schwarz (Ascot Elite)

The Guard – Ein Ire sieht schwarz (Ascot Elite)

 

 

Manchmal begleitet einen ein Trailer eine lange Zeit, immer wieder stolpert man über ihn auf diversen Homepages oder sieht ihn als Programmvorschau, und kann sich jedes Mal auf ein Neues über ihn amüsieren. So erging es mir bei dem Clip zum vorliegenden The Guard – Ein Ire sieht schwarz.

Die Geschichte spielt in einem kleinen irischen Dorf, welches neben Kneipenschlägereien und gelegentliche Autoraserei kaum nennenswerte kriminelle Energien vorzuweisen hat. Aus diesem Grunde passt der Kleinstadtpolizist Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) mit seinem eher lässigen Umgang mit Vorschriften und Gesetzen ganz gut hierhin, denn so kann er seine freie Auslegung der gesetzlichen Vorgaben ausleben, ohne jemanden wirklich zu schaden. Zynisch, dickköpfig und korrupt lebt er sein Leben. Das ändert sich jedoch, als sich der FBI-Agent Wendell Everett (Don Cheadle) ankündigt, da er auf der Jagd nach einer Bande von Kokainschmugglern ist. Dazu benötigt er die Unterstützung des Polizisten, der jedoch erst mal seine Vorurteile sowohl der Hautfarbe als auch der Position des FBI-Beamten überdenken muss. Trotz all der beiderseitigen Bedenken und Missverständnisse müssen beide sich arrangieren, was zu für den Zuschauer herrlichen Situationen führt.

Don Cheadle (Iron Man, Hotel Ruanda) und Brendan Gleeson (Harry Potter, Brügge sehen… und sterben) geben hier eine grandiose Vorstellung als Partner wider Willen ab. Bissiger, politisch völlig unkorrekter Wortwitz, gepaart mit zum Teil unglaublicher Situationskomik führen dabei zu wirklich haarsträubenden Momenten, die einem Frank Drebbin würdig wären.

Regisseur John Michael McDonagh gelingt es dabei, gekonnt mit den Vorurteilen der älteren Dorfbevölkerung und einem feinen Gespür für teils offensichtliche, teils hinterrücks wirkende Dialoge zu spielen. Auch wenn die Geschichte selber eher konventionelle Bahnen geht, lebt der Film von seinen beiden Hauptdarstellern und der Chemie zwischen den beiden.

Die Blu-ray aus dem Hause Ascot Elite zeichnet sich auf der technischen Seite durch ein hervorragendes Bild und einen sauberen Sound aus, zudem aber ist auch der Bonusbereich hervorragend ausgestattet, denn hier findet der interessierte Zuschauer geschnittene und verlängerte Szenen, ein Making of, Outtakes, Szenen vom Dreh, diverse Interviews, ein Audiokommentar, den atmosphärischen Kurzfilm The second Death, so wie der Originaltrailer und eine Programmübersicht.

Herrlich aufgelegte Schauspieler, eine solide Inszenierung und ein teils hintersinniges Drehbuch mit grandiosem Wortwitz machen aus The Guard – Ein Ire sieht schwarz einen unterhaltsamen und kurzweiligen Film, der gekonnt mit Klischees und Vorurteilen spielt, dabei aber seine Figuren trotzdem ernst nimmt.

Christian Funke-Smolka