The Hike - Ausflug ins Grauen  (Schröder Media)

The Hike – Ausflug ins Grauen (Schröder Media)

Die junge Kate (Zara Phythian) kommt aus dem Afghanistankrieg zurück nach Hause. Traumatisiert durch ihre dortigen Einsätze und dem Tod ihres Freundes, der bei einem der Kämpfe ums Leben kam, beschließt sie, mit ihren Freundinnen einen Camping – Party – Trip in die eher ländlichen Regionen der britischen Insel zu machen. Mangelnde Intelligenz oder Erfahrung wird hierbei versucht, mit viel gut gemeinten Engagement wettzumachen.
Kichernd, sexy und ordentlich geschminkt in der Wildnis angekommen, trifft man auf einige mal mehr, mal weniger seltsame Menschen, später sogar auf drei recht adrette junge Bergsteiger, die mit den Mädchen zusammen campieren.
Plötzlich jedoch verschwindet eines der Mädchen spurlos, und bald wird den Camperinnen deutlich, dass zelten nicht nur unkomfortabel, sondern bei falschem Umgang auch lebensgefährlich sein kann.

Auch mit diesem filmischen Beitrag wird Regisseur Rupert Bryan (Black Book, Cannonball Run Europe: Great Escape) nicht in den cineastischen Olymp aufsteigen. Seine Stärke, die Landschaft beeindruckend in Szene zu setzen, stellt er hier hervorragend unter Beweis, dass er aber auch die Kunst der Schauspielerführung und dem kontinuierlichen Aufbau eines Spannungsbogens beherrscht, das bleibt er uns auch in diesem Film weiterhin schuldig! Da rettet selbst der eigentlich großartige Tamer Hassan (Footsoldier 2, Kick Ass, Batman Begins) nichts, den man für etwa zwei Minuten im Film betrachten kann.
Allerdings muss ich an dieser Stelle lobend erwähnen, dass ihm zwischendurch einige atmosphärisch dichte Momente geglückt sind (ich denke hier an den visuell ästhetischen Fackellauf), und er neben zum Teil gelungenen FX auch noch ein paar gemeine Überraschungen in den Film eingebaut hat. Allerdings ist dies auf die Laufzeit von etwa 80 Minuten hochgerechnet etwas zu wenig, um von einem gelungenen Film zu sprechen.

Die Blu-ray aus dem Hause Schröder Media präsentiert dem Zuschauer den Film The Hike – Ausflug ins Grauen in seiner ungeschnittenen Version mit einer Freigabe für ein erwachsenes Publikum. Die Bild und Tonqualität ist in Ordnung, im Bonusbereich gibt es dann zu dem Originaltrailer und einer Programmshow noch ein zehn Minuten langes Making of mit Interviews und Szenen vom Dreh. Die Synchronisation ist auf einem soliden Pornofilmniveau, manchmal wirkt es, als habe man die „Darsteller“ von Berlin – Tag & Nacht dazu gebracht, einen Horrorfilm im Milieu – Jargon zu synchronisieren. Allerdings sind meine liebsten Stellen die, wo die Schauspielerinnen den Mund bewegen, die Synchronsprecher aber ihren Einsatz verpasst haben. DAS ist ganz großes Kino! Also kann ich nur jedem geneigten Zuschauer empfehlen, den Film besser im Original anzuschauen.

The Hike – Ausflug ins Grauen bietet dem Zuschauer genau das, was er erwartet…. Wer schon immer fünf ziemlich tussig agierenden jungen Damen dabei zuschauen wollte, wie sie zum Party machen mit Rucksack und Zelt bewaffnet in die tiefste Wildnis ziehen, der ist hier an der richtigen Adresse!
Die Grundaussage des zwar physisch brutalen, dabei aber visuell wenig expliziten Filmes ist zynisch und Frauenfeindlich, was aber wohl genretypisch ist. Leider jedoch kann er diese Grundaussage nicht durch eine durchweg gelungene Atmosphäre, Logik oder hervorragende Darsteller ausgleichen, so dass The Hike – Ausflug ins Grauen kaum das Zeug hat, ein Genreklassiker zu werden. Freunde dieser Gattung Film jedoch können mal einen Blick riskieren.

Christian Funke-Smolka