The Impossible (Concorde Home Entertainment)

The Impossible (Concorde Home Entertainment)

91Hj8b8JQoL._SL1500_Thailand, Dezember 2004.

Henry (Ewan McGregor) und Maria Bennett (Naomi Watts) freuen sich auf
den gemeinsamen Urlaub mit ihren drei Söhnen in einem malerischen Ferienressort direkt am Meer. Begeistert von den ersten Eindrücken und dem Weihnachtsabend am Strand, verbringt die Familie einen entspannten Tag am Pool, als die Erde jäh zu beben beginnt und ein Tsunami unmittelbar zuschlägt. Durch die gewaltigen Flutwellen wird die Familie getrennt, Maria und ihr ältester Sohn Lucas (Tom Holland) werden von der Flut ins Landesinnere geschleudert, Henry und seine beiden jüngsten Söhne finden sich im zerstörten Hotel wieder.
Eine erschütternde Odyssee beginnt und ein Kampf ums Überleben…

Meinung zum Film:

Der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona schuf im Jahr 2007 mit seinem Genrebeitrag „Das Waisenhaus“ einen atmosphärischen und sehr stimmigen Film, der sowohl Fans als auch Kritiker zufriedenstellte. Mehrere Nominierungen und Festivalpreise waren der Lohn. Doch danach kam fünf Jahre nichts. Nun meldet er sich mit einem neuen Film zurück, der, was mich überraschte, eine spanische Produktion auf internationalem Niveau ist (ich war der festen Überzeugung, es handele sich um eine US-Produktion), in den Hauptrollen prominent besetzt wurde, jedoch ansonsten wieder seine Stammcrew aus seinem Regiedebüt an Bord hat. Thematisch behandelt er in seinem aktuellen Film The Impossible eine Katastrophe, die am 26. Dezember 2004 die Welt erschütterte: die drei Tsunamis, die Thailand und weite Teile Indonesiens überrollten!

Die Story orientiert sich dabei an dem Schicksal der spanischen Familie Belón, ändert aber sowohl die Namen, die Nationalität als auch einige Handlungsmomente für die Filmadaption um. Doch die Mitwirkung von Maria Belón sollte garantieren, dass noch genug wahre Momente in dieser als „True Story“ markierten Verfilmung zu finden sind.
Das Paar, welches beispielhaft für tausende Schicksale dieser Katastrophe steht, wird dabei überzeugend durch Ewan McGregor und Naomi Watts verkörpert.

Juan Antonio Bayona orientiert sich bei der Gestaltung seines Film eindeutig am emotional mitreissenden, technisch perfekten Kino von Hollywood-Größen a’la Steven Spielberg. Sein Ziel war es, sowohl den Moment der Katastrophe, als auch die darauffolgenden Stunden und Tage authentisch einzufangen und mit seiner Geschichte das Publikum aufzurütteln, zu fesseln aber auch Mut zu machen. Klingt auf den ersten Blick ziemlich nach einem Hollywood-Rührstück, ist es aber glücklicherweise bis auf ganz wenige Momente nicht geworden!91Mtf6WinvL._SL1500_
Beeindruckend geling ihm gleich zu Beginn die Darstellung der Tsunamis. Selten hat man in einem Film solch ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit und des ausgeliefert seins erlebt, wie in diesen intensiven Szenen. Aber auch die nachfolgenden Sequenzen, wenn man als Zuschauer die wahren Auswirkungen der Flutwellen zu Gesicht bekommt, lassen einen nicht mehr los. Beinahe meint man, die Schmerzen und die Anstrengungen der Protagonisten am eigenen Leib zu spüren. Hier haben vor Allem Naomi Watts und Jungdarsteller Tom Holland meinen größten Respekt verdient. Ihr Schauspiel geht einem echt zu Herzen und wirkt an keiner Stelle überzeichnet. Dies hatte zur Folge, dass Naomi Watts eine Oscar-Nominierung für ihre Darstellung bekam. Aber da der gesamte Film hervorragend inszeniert und sensibel erzählt ist, gab es zu der eben erwähnten Nominierung noch zahlreiche andere berechtigte Nominierungen als auch Auszeichnungen.

The Impossible erscheint nun für das heimische Kino bei Concorde Home Entertainment. Bild und Ton sind hervorragend und ohne sicht- oder hörbare Makel. Der Bonussektor bietet zudem weiterführende Informationen in Form eines kurzen Making of, einem Kurzbericht über die Darsteller, entfallene Szenen, dem Originaltrailer und einer Programmshow.

The Impossible ist ein fesselnder und mitreißender Film, dem es gelingt, die Tragweite der Tsunami-Katastrophe von 2004 vielleicht nicht in seiner Gänze greifbar zu machen, aber jedoch einen intensiven Eindruck der Tragödie zu vermitteln. Eine hervorragende Inszenierung, die großartige Bildgestaltung und sehr gute Schauspieler machen The Impossible zu einem Film voller Wucht und Intensität. Emotionales, großes Kino, wie es sein soll!!!

Christian Funke-Smolka