The Inbetweeners: Unsere jungfräulichen Jahre - Staffel 1 (Universum©  Film)

The Inbetweeners: Unsere jungfräulichen Jahre – Staffel 1 (Universum© Film)

Wenn nerdige Teenager saufen und sich unbeschreiblich peinlich benehmen, dann ist das in der Realität im günstigen Fall befremdlich, meistens aber eher unschön. Tun sie dies aber in Film und Fernsehen, erreichen sie damit in der Regel ein großes Publikum, feiern Erfolge und werden berühmt und reich! Komische Welt!

In The Inbetweeners – Unsere jungfräulichen Jahre erleben wir den Beginn der Freundschaft der vier Jungs William (Simon Bird), Simon (Joe Thomas), Jay (James Buckley) und Neil (Blake Harrison).
Will ist durch die Scheidung seiner Eltern, und den damit verbundenen finanziellen Engpässen erstmals gezwungen, statt der ihm bekannten Privatschulen eine öffentliche Schule zu besuchen. Die für ihn neue Welt ist natürlich erst mal rau und ungewohnt, doch nach diversen Fettnäpfen trifft er auf die eher unauffälligen Jungs Simon, Jay und Neil, die ihn in ihre Clique aufnehmen.
Was nun folgt, sind die in diesem Genre beliebten Themen Sex, Geschlechtsverkehr, Beischlaf, Frauen (die man vorgibt, gehabt zu haben, aber in der Realität nie bekommen wird) und Alkohol (wenn man ihn denn auf Grund des Alters schon bekommt).

Das dies trotz der eher wenig innovativen Idee ziemlich frisch präsentiert wird, liegt an den überaus charmant-dämlichen Hauptdarstellern und den zwar peinlichen, aber trotzdem relativ realistischen Szenarien. Außerdem ist die Location „England“ besser, als die fünfhundertste Variante einer amerikanischen High School-Soap zu betrachten.

Die DVD der ersten Staffel von The Inbetweeners – Unsere jungfräulichen Jahre aus dem Hause Universum Film beinhaltet die Episoden 1 bis 6 mit einer Lauflänge von insgesamt über zwei Stunden, und ist sowohl im Bild als auch Ton für eine Serie älteren Datums auf einem sehr guten Niveau. Auch im Bonusbereich muss sich die Veröffentlichung nicht verstecken, liegen doch neben dem obligatorischen Trailer (dieses mal jedoch der des Nachfolge-Kinofilms Sex on the Beach) noch die Video-Tagebücher der vier Jungs, ein Making of, ein charmantes „Meet the Cast“, geschnittene Szenen und Outtakes vor.

The Inbetweeners – Unsere jungfräulichen Jahre ist der Beweis, dass die klassische Teenager-Serie nicht unbedingt immer aus den Staaten kommen muss, sondern, oder gerade, auch aus England stammen darf. Es wird deutlich, das hier die Vorgaben, was Sprache und Inhalt angehen, bei den britischen Filmemachern wesentlich entspannter waren, als dies in den USA der Fall gewesen wäre, so dass einiges nicht so zahm wirkt, wie es dies eventuell in einer amerikanischen Version getan hätte.

Frische Darsteller, pointierte Dialoge, ein teils bombastischer Soundtrack (mit Musik von den Arctic Monkeys, The Fratellis, Lily Allen, The Cure oder Biffy Clyro) und ein hohes Fremd-schäm-Potential sorgen für gute Unterhaltung gerade bei einem Publikum im Teenageralter.

Christian Funke-Smolka