The Ledge

The Ledge

The Ledge
(Universum Film)

 

Es gibt Filme, die sich einen Namen mit einer unglaublichen Starpower machen, trotzdem hierzulande nur für den Heimkinosektor ausgewertet werden.

Ein solcher Fall ist The Ledge von Regisseur Matthew Chapman (Heart of Midnight). Beinahe Kammerspielartig bewegt sich der Film an wenigen Schauplätzen, und bietet seiner überschaubaren Anzahl an Darstellern, welche sich wie in einem guten Ensemblefilm der überzeugenden Gruppe unterordnen, den Raum, ihr Talent zu entfalten. Terence Howard (Iron Man, Die Fremde in dir) spielt den Polizisten Hollis. Ernste private Probleme beschäftigen ihn, so dass der Aufruf zu einem Routineeinsatz, einem potentiellen Selbstmörder, welcher sich aus dem Fenster eines hohen Gebäudes stürzen möchte, eher ungelegen kommt. Er versucht den Suizidgefährdeten Gavin (Charlie Hunnam, Sons of Anarchy, Hooligans) in ein eher routiniertes Gespräch zu verwickeln, stellt jedoch recht schnell fest, dass viel mehr hinter diesem von Gavin auf 12 Uhr angesetzten Sprung steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich war. Gavin erzählt ihm die Geschichte, wie er das Ehepaar Shana und Joe (toll gespielt von Liv Tyler – Der Herr der Ringe, Super! und Patrick Wilson – Watchmen, Morning Glory) kennenlernt, und sich recht schnell durch die religiös-fundamentalistischen Ansichten Joes mit diesem in einen Disput befindet. Jedoch fühlt er sich immer mehr zu dessen Ehefrau Shana hingezogen, welche die Gefühle erwidert. Dies jedoch führt zu einer Eskalation, welche für alle Beteiligten unüberschaubare Konsequenzen nach sich zieht.

The Ledge macht es dem Zuschauer nicht leicht. Eine schwermütige und intensive Geschichte mit einem sehr stimmigen und der Grundstimmung angemessen traurigen Soundtrack, eine Geschichte, die zum Nachdenken auffordert, und eine Handlung, welche nahezu komplett über den Dialog vorangetrieben wird sind nicht die Art von Film, mit der man die Massen erreicht. Hier liegt auch das Hauptproblem des Films. Eine starke Grundidee, geschliffene Dialoge und talentierte Schauspieler können eine Menge leisten, aber wenn sich der Film zu lange Zeit lässt, seine Geschichte auf den Punkt zu bringen, verliert man als Regisseur den Zuschauer.

Im Fazit lässt sich somit sagen, dass The Ledge unglaublich starke, emotional fesselnde Momente zu bieten hat, Liv Tyler (und auch die restlichen Darsteller liefern eine mehr als solide Performance) mich über alle Maßen begeisterte, durch die gestellten essentiellen Glaubensfragen auch zum nachdenken anregte, aber doch stellenweise etwas mehr Straffung und Konzentration auf die elementaren Dinge benötigt hätte. Interessant, aber mit Potential zu einem viel größeren Film!

CFS