The Lords Of Salem (Universal) +++Review+++Text-Feature+++Themen-Special+++Gewinnspiel+++

The Lords Of Salem (Universal) +++Review+++Text-Feature+++Themen-Special+++Gewinnspiel+++

Düsteres Machwerk des Schock-Rockers Rob Zombie!

0Für Unterhaltung im ansonsten unaufgeregten Alltag von Salem sorgt die lokale Radiostation mit DJ Heidi (Sheri Moon Zombie). Als Heidi eines Tages eine hölzerne Kiste mit einer Schallplatte als Geschenk von den „Lords“ erhält und diese abspielt, läuft die Platte plötzlich rückwärts und ruft in ihr lang zurückliegende Qualen wieder hervor. Was sie nicht weiß, ist, dass sie durch das Abspielen der mysteriösen Platte einen Fluch auslöst, den ein Hexenzirkel 300 Jahre zuvor heraufbeschworen hat. Als Heidi und ihre DJ-Kollegen schließlich auf ein Konzert der Lords nach Salem eingeladen werden, erwarten sie dort schreckliche Dinge, die weit jenseits ihrer Vorstellungskraft liegen…

Ein scheußlicher Leckerbissen für echte Horrorfans!

Meinung zum Film:

Mit dem hier vorliegenden The Lords Of Salem betritt Regisseur und Multitalent Rob Zombie cineastisches Neuland. Seine bisherigen Filme zeigten einen ausgeprägten Hang zu erschreckend inszenierten Gewalteskapaden. Die dargestellte Gewalt war, da er immer einen Blick für bis in die Nebenrollen hervorragend ausgearbeitete Figuren hatte, emotional zutiefst verstörend und spaltete die Zuschauer in zwei Lager: die einen waren angewidert, die anderen liebten diese alptraumhafte Achterbahnfahrt. Da Rob Zombie als Comiczeichner, Musiker und Clip-Regisseur in allen Medien zuhause war, zeichnete sich dies auf unnachahmliche Weise in seinen Filmen ab. Sein Blick für Bildperspektiven, Farbgestaltung und der passgenauen Sound- und Musikuntermalung zeichnete ein kreatives Gesamtbild, was seine Beiträge zu einer eigenen, stilprägenden Filmrichtung auszeichnete. Ihm gelang es, klassische Themen mit einer tiefen, respektvollen Verbeugung in ein modernes Gewand zu verpacken.Lords of Salem

All dies gelingt ihm auch bei seinem neusten Film The Lords Of Salem, den er jedoch trotz all seiner von ihm bekannten Stilmittel komplett anders in Szene setzt. Seine Geschichte ist, wie schon in seinen anderen Filmen, auf ein inhaltliches Minimum beschränkt. Dabei bezieht er sich jedoch dieses Mal auf den von ihm (mit-) geschriebenen Roman, der sich als wunderbare Ergänzung zum Film versteht (denn im Roman werden viele der im Film nur angerissenen Figuren weiter beleuchtet, so dass sich letztendlich ein runderes Gesamtbild ergibt). Doch genau hier ergibt sich dann auch gleich das Problem des Films! Denn ohne die Vorkenntnisse des Buchs bleiben eben viele der Figuren in ihrer Charakterisierung nur angerissen und erscheinen fragmentarisch ausgearbeitet. Was wiederum ein Manko ist, da dadurch die Geschehnisse aufgrund der kaum vorhandenen emotionalen Bindung des Zuschauers zur Figur an vielen Stellen nicht funktioniert, ja überhaupt nicht funktionieren kann!

Ein zusätzliches Problem kam durch den plötzlichen Tod des Darstellers Richard Lynch, der während der Dreharbeiten seinem Herzleiden erlag und man so seine Rolle ersatzlos strich, was wiederum an einigen Stellen zu einem spürbaren inhaltlichen Bruch führt..

Was aber macht The Lords Of Salem trotz der eben genannten Probleme zu einem überaus sehenswerten Film? Rob Zombie gelingt es, den Film als einem in seinem Gesamtbild großartig konzipierten und wunderbar funktionierenden, audio-visuellen Kunstwerk zu gestalten. Sein Blick für beeindruckende Bilder so wie sein Gespür für die Erschaffung einer intensiven und unheimlichen Atmosphäre sucht seinesgleichen im aktuellen Horrorfilm und erinnert stark an die frühen Werke eines Argento oder Russel. Seitens der Darsteller greift er auf viele Bekannte aus früheren Filmen zurück, die allesamt seine Herangehensweise und seinen versteckt aufblitzenden Humor der eher düsteren Art zu verstehen scheinen.

The-Lords-of-Salem_0003Rob Zombies neuste Verbeugung vor dem klassischen Horrorfilm erscheint passend zu Halloween als Videopremiere bei Universal. Die Blu-ray ist seitens des Coverartworks ansprechend gestaltet und bietet als Motiv eine interessant geschminkte Sheri Moon Zombie unter dem Titelschriftzug. Die Bildqualität der Blu-ray ist aufgrund des verwendeten Filmmaterials teils sehr körnig, was an dieser Stelle aber bewusst als Stilmittel zu sehen ist und die Grundstimmung des Films unterstützt. Der Ton ist gut abgemischt, liegt im DTS-HD 5.1 vor und bietet einen guten räumlichen Klang, der seine Soundeffekte eher unauffällig aber effizient einsetzt. Im Bonusbereich befindet sich leider nur eine Programmübersicht.

The Lords Of Salem ist ein Film, der seine Atmosphäre höher wertet als eine stringente Story. Das mag für manchen abschreckend wirken, doch jeder, der sich an Filmen von David Lynch, Dario Argento, Ken Russel oder anderen eher visuell ausgerichteten Kunstregisseuren erfreuen kann, weiß, dass eine perfekt aufgebaute Atmosphäre und eine berauschende Bildsprache manchmal mehr erzählen können als eine komplexe Story. Wer sich also mit einem aktuell inszenierten Horrorfilm auf einen bildgewaltigen Trip zu den Okkult-Horrorfilmen der 70er begeben möchte, der ist mit dem sich komplett dem Mainstream verweigernden The Lords Of Salem perfekt bedient. Ich persönlich empfand den Film als visuell beeindruckend und ärgere mich im nachhinein, ihn auf dem Fantasy Filmfest verpasst zu haben, denn hier haben wir eindeutig einen Film, der noch mehr Wirkung auf der großen Leinwand entfalten kann!

Rob-Zombie

Text-Feature:

ROB ZOMBIE – Workaholic of Horrors

Er ist ein wahres Multitalent: Rob Zombie, 1965 als Robert Bartleh Cummings geboren, ist nicht nur Filmemacher, sondern auch Musiker, Autor, Musikproduzent und Comiczeichner. Seine Leidenschaft ist das Horrorgenre – und das zieht sich wie ein (blut-)roter Faden durch all seine Arbeiten. Sein letzter Film THE LORDS OF SALEM erscheint passend zu Halloween am 31. Oktober auf DVD und Blu-ray. Ein Anlass, mal einen Blick auf das Leben des vielseitigen Künstlers zu werfen.

Zombies auf die Ohren

Rob Zombies Karriere begann mit der Musik und einer Band, die seine Liebe zum Horror teilte: WHITE ZOMBIE wählten ihren Namen als Hommage an den Horrorfilm WHITE ZOMBIE mit Bela Lugosi aus den 1930er Jahren. Von 1985 bis 1998 war die Band mit Zombie als Sänger aktiv und feierte mit dem Platinalbum „La Sexorcisto: Devil Music Volume One“ (1992) ihren größten Erfolg. Angefangen als Noise Rock Band, orientierten sich WHITE ZOMBIE später mehr am Heavy-Metal. Nachdem der Auflösung setzte Rob Zombie seine Musikerkarriere solo fort und konnte mit dem Debütalbum „Hellbilly Deluxe“ (1998) an die großen Erfolge von WHITE ZOMBIE anknüpfen. Viele der Songs, wie z. B. „Dragula“, „Living Dead Girl“ und „Superbeast“, zitieren Passagen aus Zombies Lieblingshorrorfilmen. Insgesamt hat Rob Zombie mittlerweile ganze zwölf Alben unter seinem Namen veröffentlicht und war 2008 für den Grammy nominiert. Bezeichnenderweise für den Song „The Lords of Salem“.

Vom Horror-Fan zum Horror-Film

Neben seiner Musikerkarriere hatte Rob Zombie schon immer großes Interesse am Filmemachen. So drehte er nicht nur die Videoclips von WHITE ZOMBIE selbst, sondern arbeitete auch mit Künstlern wie Ozzy Osbourne zusammen. Sein erster Film „Haus der 1000 Leichen“ (2003) stammt aus seiner Feder, zudem führte er selbst Regie. Aufgrund seiner Brutalität und Gewalt dauerte es drei Jahre, bis Rob Zombie den Film in die Kinos bringen konnte. Schon hier wurde deutlich, was den geneigten Horrorfan bei einem Zombie-Werk erwartet: verstörend grausame Bilder mit ordentlich viel Blut. Der Film wurde ein finanzieller Erfolg und zu einem Kultfilm in Horrorfankreisen. Mit „The Devil’s Rejects“ (2005) dreht er die lose Fortsetzung zu seinem Debütfilm, und auch dieser wurde aufgrund seiner expliziten Gewalt stark diskutiert.

2007 nahm sich Rob Zombie einem Klassiker der Geschichte des Horrorfilms an: „Halloween“ (2007) ist das Remake des gleichnamigen Großwerks von John Carpenter aus dem Jahre 1978, jedoch liegt der Fokus stärker auf der Psyche des Maskenmörders Michael Myers. Zombies Halloween-Version war ein großer Erfolg an den Kinokassen und wurde zwei Jahre später mit „Halloween 2“ fortgesetzt. Auch war Rob Zombie an Tarantinos „Death Proof“ (2007) beteiligt, für den er den Faketrailer „Werewolf Women of the S.S.“ drehte. Für die erfolgreiche Krimi-Serie „CSI: Miami“ drehte er ebenfalls eine Episode im Jahr 2010.

In seinem neuesten Werk „The Lords of Salem“ (2013) widmet er sich wieder dem Horrorgenre. Dabei erweitert er die Geschichte über einen Hexenclan, der eine junge Frau heimsucht und für seine Zwecke missbraucht, mit viel okkulter und psychedelischer Bildsprache. Heidi (gespielt von seiner Frau Sheri Moon Zombie) ist DJ bei einem lokalen Radiosender. Eines Tages bekommt sie eine Schallplatte in einer mysteriösen Holzkiste geschickt, was erst mal wie eine auffällige Promotion einer noch unbekannten Band scheint. Doch sie ahnt nicht, mit welchen Kräften sie es in der nächsten Zeit aufnehmen muss. Denn als sich die Platte nur rückwärts abspielen lässt, beginnt die unheilvolle Macht eines alten Hexenzirkels zunehmend, von Heidi Besitz zu ergreifen.

Seine Leidenschaft für Musik und Film führt Rob Zombie zurzeit mit einer eigenen Art von Festival in Kalifornien zusammen. „Rob Zombie’s Great American Nightmare“ führt die Besucher anhand dreier aufwändig gestalteter Spukhäuser durch die Welten der Rob-Zombie-Horrorfilme. Neben dem Eintauchen in Rob Zombie düstere Fantasie wird selbstreden ein musikalisch passendes Rahmenprogramm geboten.

Für diejenigen, die sich lieber auf dem heimischen Sofa schocken lassen, gibt es „The Lords of Salem“ ab Halloween auf DVD und Blu-ray.

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Themen-Special:

The Lords of Salem:

Sie beschäftigen seit Jahrzehnten Fans, Verschwörungstheoretiker und Sittenwächter: Rückwärtsbotschaften (auch Backward Messaging genannt) in Rock- und Heavy Metal-Songs. In einigen Liedern sollen die Musiker geheime Botschaften an ihre Fans versteckt haben, wenn diese die Lieder rückwärts abspielen. Meistens jedoch reine Fantasiegebilde. Oder doch nicht? Während einige Musiker tatsächlich scherzhaft ironische Botschaften in ihren Songs versteckten, mussten sich andere gegen böse Vorwürfe wehren. Dass das Thema auch heute noch nicht vom Tisch ist, zeigt Rob Zombies neuer Gruselschocker THE LORDS OF SALEM, in dem das Rückwärtsabspielen einer Schallplatte ein wahres Horrorinferno auslöst.

And the Story begins…

…with the Beatles. Als im Jahre 1969 ein Anrufer bei einem Radiosender behauptete, dass Paul McCartney 1966 bei einem Autounfall verstorben und dann heimlich durch einen Doppelgänger ersetzt wurde, wurde der Moderator gebeten, den Song „Number Nine“ rückwärts abzuspielen. Der Radiomoderator folgte der Bitte des Fans und konnte selber nicht fassen, was er da hörte: Aus der Wiederholung der Zeile „Revolution Number Nine“ wurde „Turn me on, dead man“ (http://www.youtube.com/watch?v=n7QZNZx2QKA). Die angebliche Botschaft vom Tode des wahren Paul McCartney verbreitete sich wie ein Lauffeuer – und wurde zu einem Hobby für Vollblutfans, Verschwörungstheoretiker und Sittenwächter. Denn Todesnachrichten waren nicht das Schlimmste, was in den Songs gefunden werden sollte.

Sex, Drugs, und Rock’n’Roll!

Natürlich ist prinzipiell allen Rockmusikern ein Hang zum Drogenkonsum zu unterstellen. Sie trinken, rauchen, kiffen und werfen sonstwas für Pillen ein. Klar, denkt sich jeder Schubladendenker. Was jedoch passiert, wenn Bands anscheinend auch noch ihre Fans zum Drogenkonsum auffordern, sieht man am Beispiel von Queen: Die Titelzeile ihres Hits „Another One Bites The Dust“ soll rückwärtsabgespielt soviel heißen wie „It’s fun to smoke marijuana“ (http://www.youtube.com/watch?v=mlvFkws9PYY9). Allerdings nur mit sehr viel Fantasie. Dachten sich auch Queen und wehrten sich gegen die Vorwürfe.

Zum Teufel mit der Rockmusik!

Ausgerechnet mit „Stairway to Heaven“ sollten Led Zeppelin angeblich (http://www.youtube.com/watch?v=zGsUcPdPWBg) dem Teufel huldigen. Mit „Here’s to my sweet Satan“ sollen die Rückwärtszeilen beginnen, die die Fans vom rechten Weg abzubringen versuchen. Dieses Beispiel löste eine wahre Nachforschungswelle nach satanistischen Botschaften aus, die so manchen Anti-Rocker in seinen Vorurteilen gegen Rockmusik bestärkte und den Bands ordentlich auf die Nerven ging.

Schlimmer als Led Zeppelin traf es allerdings Judas Priest. Eltern aus Nevada verklagten die Band, weil ihre Söhne angeblich vom Song „Better By You, Better Than Me“ dazu getrieben wurden, sich selber umzubringen. Die Antwort der Band lautete klug und nicht ohne Ironie: Es würde wohl kaum im Interesse der Band liegen, ihre Fananzahl durch Selbstmordaufträge zu dezimieren. Die Musiker wurden freigesprochen.

Noch nicht ganz vom Tisch

Auch heute meinen einige Fans, Botschaften in den Songs ihrer Stars entziffert zu haben. Auch, wenn der Hype um die Botschaften mit dem Auftauchen von CD und mp.3 nicht mehr so groß ist, finden sich doch einige (abstruse) Beispiele und Verschwörungstheorien im Netz. In Rob Zombies THE LORDS OF SALEM stürzt eine Backward Message die Radio DJane Heidi in einen wahren Alptraum und lässt einen alten Hexenzirkel zum Leben erwachen. Die schlimmsten Befürchtungen aller Sittenwächter dürften damit wahr werden – und auch dem abgehärtesten Horrorfan das Blut in den Adern gefrieren lassen.

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Gewinnspiel:

Ich freue mich,

1 x die Blu-ray

1 x die DVD

von The Lords Of Salem verlosen zu können!

Wer mir bis zum 10. November 2013 eine Mail mit dem Betreff “The Lords Of Salem” (plus der Anschrift & dem Wunschformat ) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel auf Facebook teilt und mir eventuell noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt und unter diesem Post genannt.

Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner stehen fest, die Filme sind bereits auf dem Weg… viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke-Smolka