“The Mortuary“ (Capelight Pictures)

“The Mortuary“ (Capelight Pictures)

Cast: Clancy Brown, Caitlin Fisher, Jacob Elordi

Regie: Ryan Spindell

Wer in Raven’s End stirbt, landet auf dem Tisch von Leichenbestatter Montgomery Dark (Clancy Brown). Niemand kennt die Toten und ihre Geheimnisse besser als er. Von der Grabrede über die letzte Salbung bis hin zur Verbrennung im hauseigenen Krematorium: Die Verstorbenen sind bei ihm in besten Händen. Als sich die furchtlose Sam (Caitlin Fisher) bei ihm um eine Stelle bewirbt, ist er beeindruckt von ihrer Faszination für das Morbide. Doch je tiefer er die junge Frau in die dunklen Katakomben seines Anwesens führt, desto klarer wird ihr, dass man die Toten besser ruhen lässt.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Jeder Tod hat eine Geschichte

Raven’s End ist ein kleines, idyllisches Kaff, wo Montgomery Dark (Clancy Brown, Highlander, Die Verurteilten), der örtliche Leichenbestatter, lebt. Eines Tages erscheint im Raven’s End Mortuary die junge Sam (Caitlin Fisher mittlerweile Caitlin Custer, Teen Wolf, The Mentalist), um sich auf eine Stelle zu bewerben. Im Gespräch mit dem gruselig-kauzigen Montgomery Dark stellen beide ihren Hang zu morbiden Geschichten fest und beginnen, sich Geschichten zu erzählen…

Regisseur und Drehbuchautor Ryan Spindell präsentiert nach diversen Kurzfilmen mit dem vorliegenden The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte sein Spielfilmdebüt. Deutlich erkennt man seine Vorliebe für die unterschiedlichen Spielarten des Horrorfilms, denn bereits der sehr atmosphärische und gekonnt inszenierte Vorspann macht Lust auf den Film. Um sich durch die unterschiedlichen Genregattungen bewegen zu können, lag zudem die Erzählform der Kurzfilmanthologie nahe, wo er sich spielerisch den unterschiedlichen Strömungen des Horrorfilms mit einem Hang zum liebevollen Detail widmet. Seine fünf sehr kurzen bis mittellangen Episoden, die durch die Rahmenhandlung der mit sichtbarem Spaß agierenden Clancy Brown und Caitlin Custer zusammengehalten werden, sind dabei weniger von Grusel oder unerträglicher Spannung geprägt, sondern zeichnen sich durch einen bitterböse-morbiden Humor, einer detailverliebten Ausstattung, der lustvollen Überzeichnung und der oftmals expliziten Darstellung aus. Spindell liebt es zudem, kleine Anspielungen und Easter Eggs einzubauen, oder im Hintergrund laufenden TV-Geräten seine Kurzfilme zu zeigen. Hier ist ein Filmfan am Werk, der mit viel Talent Filme für Gleichgesinnte in Szene setzt. Man darf schon jetzt auf seine nächsten Projekte gespannt sein!     

The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte (Originaltitel: The Mortuary Collection, USA 2019) erscheint bei Capelight Pictures als DVD, Blu-ray, Video on Demand und einem wundervoll gestalteten 2-Disc Limited Collector’s Edition im UHD-Mediabook (4K Ultra HD + Blu-ray), welches mit zur Ansicht vorlag. Dieses beinhaltete den Film Auf Blu-ray und 4K Ultra HD, Bild (2,39:1 / 4K, HDR 10+ & 2,39:1 / 1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1 waren auf einem qualitativ sehr guten Niveau. Im Bonusbereich gab es ein umfangreiches 14-teiliges „Hinter-den-Kulissen“-Special mit einer Gesamtlänge von 112 Minuten, sechs Minuten an entfernten Szenen mit detaillierten Erläuterungen, ein Audiokommentar des Regisseurs, der Trailer, Programmhinweise und ein hübsch aufgemachtes 24-seitiges Booklet, welches neben zahlreichen Filmbildern ein Gespräch von Daniel Wagner („Deadline – Das Filmmagazin“) beinhaltete, in welchem dieser sich zu der Finanzierung, seinen kreativen Einflüssen und die unterschiedlichen Horror-Subgenres äußerte.

Mit The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte bereichert Regisseur Ryan Spindell das Genre des Episoden-Horrorfilms um einen durchaus gelungenen und äußerst unterhaltsamen Beitrag. Seine Anthologie glänzt durch eine gelungene Inszenierung, ist gespickt mit vielen liebevollen Details und kleinen Anspielungen und sprüht förmlich vor kreativen Ideen und dem Spaß an der überspitzten Darstellung. So steht hier weniger der subtil platzierte Schock und schrecken, vielmehr eine lustvoll überzogene und immer wieder hingebungsvoll morbide Auseinandersetzung mit dem Tod im Vordergrund. Ein gelungener Spaß, den man nicht allzu ernst nehmen, sich aber auf keinen Fall entgehen lassen sollte!  

Christian Funke