The Pact  (Ascot Elite)

The Pact (Ascot Elite)

Der Geister – Horror ist eines der derzeit beliebtesten Genres, wenn man auf die Flut an mehr oder weniger guten, sprich: richtig gruseligen Beiträgen schaut. Da ist es für den vielguckenden Filmfan erfreulich, wenn es mal nicht der vierte Aufguss irgendwelcher paranormalen Aktivitäten mit gefundenem Filmmaterial ist, sondern ein Filmneuling mit einer eigenen Idee daherkommt und diese auch noch atmosphärisch und sehr gruselig umzusetzen weiß!

Annie (Caity Lotz, Mad Men) kehrt zu der Beerdigung ihrer verhassten Mutter in das ehemalige Elternhaus zurück. Der Ort hat für Annie eine schlechte Aura, da sie ihn mit unangenehmen, ja sogar schmerzhaften Erinnerungen verbindet. Eigentlich sollten sich auch ihre Schwester Nicole und ihre Cousine Liz hier aufhalten, diese sind aber spurlos verschwunden. Da es keine Hinweise auf ihren Verbleib gibt, ermittelt auf der einen Seite der Polizist Ben (Casper van Dien, Starship Troopers, Tutanchamun), aber auch Annie forscht nach den beiden verschwundenen Frauen und dringt immer tiefer in das grausame Geheimnis des Hauses ein.

Man kann beinahe von Glück reden, dass es Filmemacher Nicholas McCarthy noch gelang, einen Film zu drehen. Lange Zeit versuchte er erfolglos, Ideen zu verwirklichen, erst mit seinem 11 Minuten langen Kurzfilm-Entwurf zu The Pact gelang es ihm, Geldgeber zu überzeugen, die seiner vollmundigen Schummelei, er habe natürlich auch ein fertiges Drehbuch für einen Spielfilm, es bräuchte nur noch ein wenig Feinschliff, Glauben schenkten und ihn unterstützten.
Der 40 Jahre alte McCarthy schaffte es, sein Drehbuch innerhalb kurzer Zeit filmfertig zu bekommen, und begann daraufhin mit den Dreharbeiten. Ihm gelang dabei ein Genrebeitrag, der sich durch eine ruhige, besonnene Erzählstruktur auszeichnet, die das Spannungslevel kontinuierlich aufbaut und gelegentliche, sehr effektive Schockmomente einstreut. Dadurch wird der Fokus auf das sich zuspitzende Finale gerichtet, welches den Zuschauer dann auch direkt in seinen Bann zieht. Die Geschichte wirkt an manchen Stellen ein wenig konfus und unzusammenhängend, was der durchaus gelungenen Atmosphäre jedoch keinen Abbruch tut, so dass der Film seine Wirkung erfüllt. Spannung und Gruselmomente in dieser konsequenten Form findet man derzeit selten in vergleichbaren Filmen.

Die Blu-ray von The Pact, dem Regiedebüt des Filmemachers Nicolas McCarthy, erscheint bei Ascot Elite in der Erstauflage mit einem genialen Cover in O-Card mit Tiefziehteil in Reliefprägung (soll heißen: das Cover-Motiv hebt sich ungefähr einen Zentimeter aus der normalen Hülle hervor), wobei das Coverbild frappierend an die alte Auflage des Peter Jackson-Films „The Frighteners“ erinnert.
Das Filmbild ist sehr klar und zeigt keine sichtbaren Fehler, der Sound ist unglaublich wuchtig und hervorragend ausbalanciert. Im Bonussektor befinden sich neben einem Audiokommentar noch ein ca. 20 Minuten langes Making of mit Szenen vom Dreh und Interviews, drei Kurzberichte zu den Darstellern, dem Regisseur und dem Design, so wie der Originaltrailer und eine Programmshow.

The Pact ist ein Film, dem es im Gegensatz zu vielen anderen Beiträgen dieses Genres gelingt, wirklich Spannung aufzubauen. Gezielte Schockmomente, eine intensive Grundspannung, tolle Darsteller und eine hervorragende Kameraführung bauen eine solide Atmosphäre auf, die den Film sehr unterhaltsam und kurzweilig werden lässt, und über die wenigen Holperigkeiten, die ein Regiedebüt mit sich bringt und das etwas unausgegorene Drehbuch, hinwegsehen lassen. Spannendes, für ein Debüt sogar hervorragendes Genrekino, welches sich der geneigte Fan nicht entgehen lassen sollte!

Christian Funke-Smolka