The Shrine (Splendid Film/ I-On New Media)

The Shrine (Splendid Film/ I-On New Media)

 

Regisseur Jon Knautz zeigt nach dem sehr unterhaltsamen Jack Brooks: Monster Slayer seine Wandlungsfähigkeit, in dem er mit The Shrine zwar erneut einen Genrefilm drehte, diesen sich aber in eine gänzlich andere Richtung entwickeln ließ.

Die Geschichte handelt von einer Gruppe Journalisten, die nach Polen reisen, um dort dem verschwinden eines amerikanischen Rucksacktouristen auf den Grund zu gehen. Bei der Recherche treffen sie auf die genreüblichen wenig aussagefreudige Bevölkerung, die ihnen aber trotzdem den weg in ein abgelegenes Dorf zeigen, welches ein grausames Geheimnis birgt. Gerüchten zufolge gehört die Dorfgemeinschaft einem heidnischen Kult an, der auch nicht vor Menschenopfern zurückschreckt.
Diesen Leuten erst mal auf die Schliche gekommen, darf natürlich nun keiner der Journalisten lebend entkommen. Die Hatz beginnt.

The Shrine ist klasse! Eher ruhig inszeniert, wird hier der Schwerpunkt auf eine unangenehme Atmosphäre gelegt, die nur von den gezielt eingesetzten Schockmomenten durchbrochen wird. Die Darsteller können überzeugen, und tragen ihren Teil zu dem runden Gesamtergebnis bei. Eine straffe, teils an Bava erinnernde Inszenierung schafft den Spagat zwischen klassischem und modernem Horrorfilm. Zudem schlägt die Geschichte immer wieder unerwartete Wendungen, was das Ganze auch inhaltlich spannend macht.

Die trotz teils grober Härte ungeschnittene Blu ray aus dem Hause Splendid Film/ I-On New Media bietet neben einem sauberen Sound und einem gestochen scharfen Bild im Bonusbereich leider nur noch einen Trailer und eine Programmshow.

The Shrine ist die Sorte Film, die ruhig anfangen, und dann plötzlich loslegen. Besonders positiv fiel mir auf, dass man sich auf die Geschichte als Genrekenner nicht verlassen konnte, denn immer wenn man den Film in eine geistige Schublade einsortieren wollte, vollzog die Geschichte eine Wendung, die den Film in eine andere Richtung lenkte.

Für mich war The Shrine eine gelungene und überzeugend unterhaltsame Genre-Überraschung, die mich nach knapp 90 Minuten zufrieden hat zurücklehnen lassen.

Christian Funke-Smolka