“The Smell of Us” (Capelight Pictures) +++Rezension & Gewinnspiel+++

“The Smell of Us” (Capelight Pictures) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Für Math (Lukas Ionesco) und seine Freunde zählt nur weniges im Leben wirklich: Skateboards, Drogen, Sex und Klamotten. Aus zerrütteten Familienverhältnissen stammend, müssen sie auf sich selbst gestellt zusehen, wie sie zurechtkommen. Ohne Rücksicht auf Gesundheit und Selbstachtung tun sie alles, um sich ihren teuren Lebensstil finanzieren zu können. Als sie im Internet auf Werbeanzeigen für Escortservices stoßen, haben sie nur das schnelle Geld vor Augen – und verkaufen schließlich ihre Körper. Es sind vorwiegend alte Männer, die ihre Dienste in Anspruch nehmen, um ihre speziellen Fantasien auszuleben. Anfangs noch stolz auf die hohen Einnahmen, geraten die Jugendlichen rasch immer tiefer in den Sumpf aus bezahltem Sex, Demütigung und Selbstzerstörung, bis sie ihre eigenen Körper nicht mehr riechen können…

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Larry Clark, am 19. Januar 1943 in Tulsa, Oklahoma geboren, war Anfang der 1970er Jahre ein renommierter Fotograf, der sich intensiv mit der Visualisierung der Sexualität Jugendlicher, oder der Drogenszene seiner Heimatstadt widmete und mit seinen Bildbänden für aufsehen sorgte. Doch erst sein kontroverses Regiedebüt Kids machte ihn im Jahr 1995 weltberühmt. Hier und in seinen nachfolgenden Filmen widmete er sich gesellschaftlichen Reizthemen und setzte diese provokant, aber auch nachdenklich stimmend in Szene. Nunmehr zwanzig Jahre und mehrere Spielfilme später haben wir The Smell of Us, der erneut das Leben junger Menschen beleuchtet. Diesmal in Frankreich spielend und inszeniert, erleben wir hier junge, entfesselte und respektlose Menschen, die Unmengen an Alkohol und anderen Drogen konsumieren, sich an wehrlosen vergreifen, sich für Geld prostituieren und letztendlich den Halt im Leben verloren haben. Das familiäre Umfeld desolat, werden Gefühle abgetötet und durch oberflächlichen Sex ersetzt, der jedoch nur noch mehr vereinsamt. Das Resultat sind Depressionen und unkontrollierte Aggression, Wut auf die Gesellschaft, die Eltern und das Leben!

Larry Clark, der gemeinsam mit Mathieu Landais das Drehbuch schrieb, setzt hier erneut auf junge und unverbrauchte Darsteller, die er sehr offenherzig ins Bild rückt. Doch genau hier entsteht auch das Problem, denn seine Provokation gerät zur Marke, sein schonungsloses mit der Kamera draufhalten zum Voyeurismus. So ist seine Geschichte nach wie vor auf verstörende und abstoßende Weise aufrüttelnd, wird jedoch durch ihn ad absurdum geführt, da er die angeprangerten Mechanismen gleichzeitig nutzt, um sie in Szene zu setzen. So gibt es in der Clique einen jungen Voyeur, der das Geschehen permanent mit seiner Handykamera festhält und damit ein alter Ego des Regisseurs zu sein scheint, der ebenfalls auf alles seine Kamera richtet. Doch wo Kids in seiner inhaltlichen wie visuellen Frische wachrüttelte, erlebt man hier die Provokation bis zur Abstumpfung. Sex, Drogen, Zoom auf jugendliche Geschlechtsteile, angedeuteter Sex, offensichtlich auch realer Sex, all dies gibt es im Übermaß, bis man innerlich so dumpf wird, wie die Hauptprotagonisten. Ein Film, der an vielen Stellen schmerzt und einen jedoch genauso mit seiner oftmals plumpen und unnötigen Provokation emotional wegdrängt.

 

 

The Smell of Us (Originaltitel: The Smell of Us, Belgien/Frankreich 2014) erscheint bei Capelight Pictures auf DVD, Blu-ray und Digital. Mir lag die Blu-ray zur Ansicht vor, die sich in Bild (1,85:1/1080p) und Ton (Deutsch & Französisch: dts-HD Master Audio 5.1) auf einem technisch guten Niveau befand, wobei sich die Qualität je nach verwendeter Kamera und dem damit verbundenem Ausgangsmaterial unterschied. Im Bonusbereich befanden sich lediglich der Trailer und eine Programmübersicht.

Larry Clark macht auch in The Smell of Us das, was er am besten kann: provozieren! Dabei zeigt er erneut auf drastische Weise, wie seiner Meinung nach die Gesellschaft Jugendliche wahrnimmt und wie soziale und ethische Umgangsformen Individuen bilden, die sich den standardisierten Mustern entziehen. Aufrüttelnd, in der von ihm gewohnten Form provokant aber definitiv nicht die Norm jugendlichem Umgangs. Zum Glück!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Heimkinostart von „The Smell of Us“

2 x die Blu-ray

verlosen zu können.

Frage:
Was ist euer liebster Larry Clark-Film?

Wer mir bis zum 23. Februar 2018 eine Mail mit dem Betreff „The Smell of Us“ (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt und unter diesem Post genannt.

Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner stehen  fest und wurden per Mail informiert. Die Blu-rays sind bereits auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke