The Texas Chainsaw Massacre (Turbine Media Group)

The Texas Chainsaw Massacre (Turbine Media Group)

The Texas Chainsaw Massacre wurde als krank, pervers und gewaltverherrlichend abgestempelt, von der Kirche angegriffen, von Regierungen verboten und seinerzeit nur von den mutigsten Kritikern als „der Film, der Horror neu definierte“ gewürdigt. Das „Blutgericht in Texas hat das Publikum weltweit gespalten, schockiert und verblüfft, einen Maßstab in seinem Genre gesetzt und die Weichen neu gestellt.

1974 ließ Autor, Regisseur und Produzent Tobe Hooper seine düstere Vision auf die Menschheit los – eine Geschichte über fünf junge Freunde, deren unschuldige Fahrt ins Grüne an einem Sommernachmittag zum schrecklichen Alptraum wird. Für eine ganze Generation avancierte „Leatherface“ zur Horror-Ikone und der Film zum Kult. Tobe Hoopers Kettensägenmassaker bleibt ein Meilenstein des Exploitation-Kinos und zählt auch heute noch zu den Furcht einflößendsten Horror-Filmen aller Zeiten…

Meinung zum Film:

91RWspajZpL._AA1500_Blutgericht in Texas, oder auch der Originaltitel The Texas Chainsaw Massacre lassen einem Horror-Fan auch nach knapp 40 Jahren seit Erstveröffentlichung noch immer das Wasser im Munde zusammenlaufen. Kaum ein Film ist so berühmt -berüchtigt, wie dieser Meilenstein des Genres. Aber auch kaum ein Beitrag wurde aufgrund des Titels so oft verkannt, wie das Meisterwerk des damals noch sehr jungen Regisseurs Tobe Hooper, der mit diesem Film seine Karriere (nach der Fingerübung „Eggshells“) begann und gleichzeitig seinen wohl besten, wegweisendsten und nachhaltigsten Film drehte. Die Geschichte ist hinlänglich bekannt, bei neutraler und nüchterner Betrachtung auch so simpel wie effektiv, denn hier hat man die Essenz des Grauens auf ein Minimum an Story und ein Maximum an Wirkung konzentriert. Die Geschichte um fünf junge Menschen, Sally, ihr Bruder Franklyn, Jerry, Pam und Kirk die mit ihrem Bulli einen Ausflug durch das ländliche Texas machen und dabei auf eine kannibalische Familie treffen, deren ältester Sohn der degenerierte „Leatherface“ ist, der so heißt, da er eine, durch den Serientäter Ed Gein inspirierte, Maske aus Menschenhaut trägt. Die Familienmitglieder machen nun eine perverse und menschenverachtende Jagd auf die Ausflugsgruppe…

Wenn man den Inhalt liest, kann man sich ausmalen, dass solch ein Film keinen leichten Stand bei den Freigabestellen nahezu jeden Landes haben wird, war allen Beteiligten von vornherein klar. Dass durch die nihilistische, beinahe dokumentarische Inszenierung jedoch solch eine Welle der Empörung ausgelöst wurde, überraschte die Filmemacher dann doch.
In Deutschland erschien der Film im Jahr 1978 unter dem Titel Blutgericht in Texas in einer gekürzten Version im Kino, 1982 dann als Video. Hier folgte recht schnell erst die Indizierung und dann 1985 mit dem Vorwurf der Gewaltverherrlichung die Beschlagnahmung. Dieser Zustand hielt dann, obwohl der Film mittlerweile in vielen Ländern als Meilenstein des Horror-Kinos anerkannt wurde, mehrere Jahrzehnte an. Erst im Jahr 2008, als Turbine Media Group die deutschsprachigen Rechte an The Texas Chainsaw Massacre erwarb, bahnte sich eine Veränderung an. Es sollte jedoch noch ganze drei Jahre dauern, bis man im September 2011 durch das Landgericht Frankfurt am Main ein Urteil zugunsten des Klägers erwirkte und die Beschlagnahme aufgehoben wurde. Eine Neuprüfung durch die FSK brachte dann für die erstmals ungekürzte Version das „Keine Jugendfreigabe“-Siegel. Ein Triumph für Turbine, denn es ist damit erstmalig in der deutschen Filmgeschichte gelungen, einen indizierten und beschlagnahmten Film zu rehabilitieren.Texas Chain Saw Massacre

Hier vorliegend haben wir nun das Ergebnis dieser intensiven Bemühungen durch Turbine! The Texas Chainsaw Massacre erscheint in einer noch nie dagewesenen Bild- und Tonqualität als schön aufgemachte Doppel-DVD mit Holo-Cover. Zu dem Hauptfilm gesellt sich auf Disc 1 noch ein sehr informativer Audiokommentar mit den Beteiligten des Films. Disc 2 ist dann voll mit weiteren hochinteressanten Zusatzinhalten. Mehrere Dokumentationen (wie zum Beispiel die 72 Minuten lange „The Shocking Truth“ oder das 70 minütige „Flesh Wounds“), ein Gang zum alten TCM-Haus mit dem Leatherface-Darsteller Gunnar Hansen, zahlreiche Interviews, entfernte Szenen, Outtakes und der gesamte Marketing-Bereich mit TV- und Radiospots, Postern, Aushängen, etc. runden das Paket dann ab und machen auch den anspruchsvollsten Fan restlos zufrieden!

Turbine Media Group hat sich mit ihrem Einsatz für den Film einen berechtigt hervorragenden Ruf unter den Filmliebhabern erworben. Ihnen ist es gelungen, den Film einer breiten Zuschauerschicht zugänglich zu machen und ihm dadurch die ihm zustehende hochwertige Veröffentlichung zu spendieren, die dieses Meisterwerk verdient. The Texas Chainsaw Massacre ist auch heute noch einer der unangenehmsten und unbequemsten Filme des modernen Kinos, dem es gelingt, ohne übermäßig viel Blut und Splatter einzubauen, die Phantasie des Zuschauers so anzuregen, dass man trotzdem das Gefühl hat, den wohl brutalsten Film vor Augen zu haben. The Texas Chainsaw Massacre ist ein Film, der es meisterhaft versteht, seine Atmosphäre zu entfalten und dabei so angenehm ist, wie ein Tritt vor den Kopf!

Christian Funke-Smolka