The Undead - Strigoi  (Schröder Media)

The Undead – Strigoi (Schröder Media)

„…die Kommunisten haben meinen verdammten Hund geklaut, deshalb konnte er auch nicht bellen, als die Zigeuner kamen, um mir meine Zigaretten zu stehlen!“

(Großvater Nicolae Cozma in The Undead – Strigoi)

WAS ZUR HÖLLE IST DAS DENN???? Ich gebe es zu, ich bin ohne irgendwelche Erwartungen an den britisch-rumänischen Film The Undead – Strigoi von Regisseurin Faye Jackson herangetreten, aus diesem Grunde wurde ich auch so überrascht. Ich war der festen Überzeugung, einen klassischen Vampirfilm aus England zu sehen, was ich bekam, war ein lakonisch inszenierter Film, der stilistisch an Aki Kaurismäki oder Emir Kusturica erinnerte, und vor trockenem Wortwitz nur so sprühte… Dazu die Location in Rumänien und passend mit einem Folklore-Soundtrack unterlegt. Großartig!! Faszinierend anders, aber großartig!

Der junge Medizinstudent Vlad Cozma (Catalin Paraschiv) kommt nach einem längeren Italien-Aufenthalt in sein rumänisches Heimatdorf zurück, und hört von dem Tod des alten Florentin. Wie es der Brauch/ Aberglaube fordert, halten einige Dorfbewohner drei Tage und Nächte mit reichlich Alkohol eine Totenwache am Sarg des Verstorbenen. Als Vlad jedoch auffällige Würgemale am Hals des Verstorbenen bemerkt, wird er stutzig.
Bei seinen Nachforschungen stößt er auf ein zurückliegendes Geheimnis, welches die Dorfbewohner sorgfältig hüten: ihr alter Bürgermeister, Constantin Barbulescu und seine Frau wurden dank der Macht ihres Amtes raffgierig, und forderten immer mehr von den Bewohnern, bis diese die Beiden exekutierten. Aber da es sich bei den Beiden um sogenannte Strigois, Untote, handelt, kehrten sie aus ihrem Grab zurück, um sich weiterhin an den Dörflern gütlich zu tun. Mit fatalen Folgen……

Die Blu-ray aus dem Hause Schröder Media weist ein gutes, aber etwas kontrastarmes Bild und einen sauberen Sound auf. Sogar die Synchronisation ist dem Label dieses Mal gelungen. Im Bonusmaterial findet man dann aber lediglich einen Trailer.

The Undead – Strigoi von Regisseurin Faye Jackson (Three in a Boat) ist ein Film, der unter dem Deckmantel des skurrilen Humors das Leben in Rumänien, seinen tief verwurzelten Aberglauben und die politische Situation der Dorfbevölkerung, erst die Gräuel des Zweiten Weltkrieges, danach die Unterjochung durch das kommunistische Russland und später die Diktatur unter Ceausescu, beleuchtet.
Der Film glänzt durch herrliche Ideen und einen teils subtilen, teils brachialen Humor, was über weite Teile des Films den Verlust des roten Fadens in der Geschichte und die Unsicherheit, in welche Richtung man stilistisch gehen soll überdecken kann.
The Undead – Strigoi, ich erwähnte es eingangs bereits, erinnert frappierend an die lakonischen Filme der oben genannten Regisseure, und ist damit weniger Horrorfilm als vielmehr ein Drama mit vielen humorvollen Momenten und wunderbar skurrilen Charakteren und einem herrlichen Folklore-Soundtrack, der faszinierender Weise zu der Gesamtstimmung des Filmes passt.
Klassische Twillight-Fans müssen aufpassen, aber Filmfreunde, die offen für den etwas anderen Genrebeitrag sind, sollten unbedingt einen Blick auf The Undead – Strigoi werfen!

Christian Funke-Smolka