This Is England ‘86

This Is England ‘86

Als im Jahr 2006 der britische Regisseur Shane Meadows seinen intensiven, kontroversen und fesselnden Film This is England präsentierte, gelang ihm damit ein Überraschungserfolg des britischen Independentkinos. Vier Jahre später gelang es ihm erneut, die nahezu komplette Darstellerriege für eine Fortsetzung in Form einer Mini – Serie zu begeistern.
This is England `86 spinnt die Geschichte um die aus dem Erfolgsfilm bekannte Clique weiter. Dazu wurde diesmal das TV-Serienformat gewählt, welches auf jeweils 45 Minuten die Story in Episoden fortführt.
Wir schreiben, der Titel verrät dies schon, das Jahr 1986, die Fußball – Weltmeisterschaft findet in Mexico statt, und die Scooterboy – Szene ist gerade der letzte Schrei.
Die erste Episode startet mit einem Rückblick auf das Ende des Kinofilms, der ja mit einem dramatisch – drastischen Finale schloss. Dann springen wir ein paar Jahre weiter, und sehen unseren Hauptprotagonisten Shaun (wieder dargestellt von Thomas Turgoose), welcher gerade seine letzte Schulklausur schreibt, und sich nun mit der Erwachsenenwelt auseinandersetzen muss. Seine Mutter setzt ihm zu, sich endlich einen Job zu suchen, aber auch die anderen aus der Gruppe haben ihre Probleme. Lol (erneut die wunderbare Vicky McClure) möchte ihren Langzeitfreund Woody (Joe Gilgun) heiraten, Milky (Andrew Shim) hegt aber ebenfalls immer noch Gefühle für Lol, und die Freunde müssen lernen, dass das Leben nicht nur eine lange Party, sondern auch Verantwortung, Frust und Trauer mit sich bringt.
Hier haben wir direkt Fluch und Segen dieser Fortsetzung. Ich habe die Gelegenheit direkt genutzt, und mir erst This is England, und dann This is England `86 hintereinander angeschaut. Was den Spielfilm angeht, so glänzte er durch seine sich immer weiter aufbauende und konsequente Dramaturgie. Solch einen Spannungsbogen kann man in 45 Minuten natürlich nicht erzeugen, zumal bei der hohen Anzahl an verschiedenen Charakteren jeder nur eine stark limitierte Darstellungsfläche erhalten kann. Somit lenkt der Regisseur schnell den Fokus auf Lol und ihre Geschichte, ohne dabei die anderen Geschichten zu stark zu vernachlässigen, versucht aber die jeweiligen Episoden inhaltlich abzuschließen. hervorzuheben ist wieder den spürbaren Realismus der Geschichte, der sich durch authentische Dialoge und nachvollziehbare Handlungsweisen darstellt. Die Charaktere wirken einfach echt. Dies führt aber dazu, das es sich hier eher um eine Coming of Age – Geschichte handelt, die ihren dramaturgischen Schwerpunkt ganz anders verlagert.
Völlig begeistert war ich persönlich dann von der detailverliebten Ausstattung. Hier wurde wirklich an alles gedacht. Ob es der Ausstattung einer Videothek mit VHS ist, oder die Kleidung, die eingestreuten TV-Beiträge, die Musik, die Frisuren, es stimmt einfach alles.
Aus technischer Sicht gibt es an der Blu Ray – Veröffentlichung aus dem Hause Ascot Elite nichts zu mäkeln. Bild und Ton sind sauber und knackig, an Bonusmaterial findet man neben Outtakes und Szenen vom Dreh noch Interviews (in dem behind the scenes Material), einen Trailer und eine Programmschau.
Wem der Film This is England gefallen hat, der kommt an der Miniserie nicht vorbei, aber auch Freunde liebevoll kreierter Charaktere, welche teils skurrile, humorvolle oder dramatische Dinge erleben, sollte sich This is England `86 gönnen!

Zum Promoclip geht es hier entlang.

This Is England ’86

(Ascot Elite)

CFS