Tim und Struppi – Tim und das Geheimnis um das goldene Vlies (Sunfilm Entertainment)

Tim und Struppi – Tim und das Geheimnis um das goldene Vlies (Sunfilm Entertainment)

Es ist ja schon faszinierend. Wie oft sieht man einen Film, der ironisch die 50er und 60er filmisch imitiert, indem er viele knallig bunte Sets kreiert, und das gesamte Szenario so überspitzt darstellt, dass man denkt, man schaue sich einen Comic an. In der nun vorliegenden Blu ray aus dem Hause Sunfilm Entertainment Tim & Struppi – Tim und das Geheimnis um das goldene Vlies, hat man nun eine sehr frühe, und trotzdem immer noch sehr frische Comicverfilmung vorliegen (1961), welche genau dieses Stilmittel ebenfalls schon einsetzte, und dabei so gekonnt überspitzte, dass man als Zuschauer denkt, man sei als Zuschauer in einen der Comicbände von Hergé gestoßen worden. Denn dieser ließ in seinen Comicbänden den Reporter Tim schon 1929 auf die Leserschaft los. Auch wenn ich mich nicht erinnern kann, ob ich ihn jemals an einer Reportage arbeiten sah, faszinierte er mich vom Kindesalter an, und auch jetzt, Jahrzehnte später amüsiert und fasziniert er mich gelegentlich immer noch. Deshalb begeistert mich diese 50 Jahre alte Realverfilmung, denn ihr gelingt es, den Charme der Comics einzufangen, ohne dabei auf eine wirkliche Vorlage des Autoren zurückzugreifen, und das Ganze so überspitzt zu präsentieren, dass es zeitlos wirkt, und somit auch heute noch zu fesseln weiß.
Die Geschichte geht es um ein altes Schiff, welches Kapitän Haddock von einem alten Freund vererbt bekommt. Das Schiff soll ein Geheimnis bergen. Nämlich den Hinweis auf einen legendären Goldschatz, weswegen sich schnell finstere Gestalten für diesen verfallenen Kahn interessieren. Tim und seine Gefährten forschen nach, und kommen einem Geheimnis auf die Spur.
Die Geschichte ist gemäß den Comics sehr linear erzählt, und verwirrt nicht durch eine zu komplexe Geschichte und hat ein manchmal recht naiv anmutendes Gut-Böse-Schema. Der größte Clou des Filmes ist jedoch die Wahl der Darsteller. Diese sehen aus wie ihre literarischen Vorbilder, und unterstreichen damit das Gefühl, einen bewegten – Roman zu betrachten.
Bild und Ton sind erstaunlich gut aufbereitet worden. So wirkt das Bild sehr klar und kontrastreich, der Ton ist ein wenig dumpf, ist aber klar verständlich.
Freunde von Professor Bienlein, den Ermittlern Schultz und Schultz und Kapitän Haddock kommen um diesen nostalgischen, humorvollen und liebevoll gedrehten Film nicht vorbei, bietet er doch über die gesamte Spielzeit gute Unterhaltung und lässt die Fans schon voller Vorfreude auf die kommende Verfilmung des Dreamteams Peter Jackson und Steven Spielberg warten.

CFS