Tomorrow When The War Began (Splendid film)

Tomorrow When The War Began (Splendid film)

 


 

Wenn es einem Film gelingt, eine gute, intelligente und moralische Geschichte so zu erzählen, dass weder der permanent erhobene Zeigefinger geschwungen wird, noch die Geschichte in eine rührselige, moralinsaure Farce abdriftet, sondern stattdessen gut unterhält, einen zum nachdenken anregt und trotzdem auch die Action- und Humoranteile nicht vergisst, dann kann man mit ruhigem gewissen von einem guten Film reden!
Der vorliegende australische Film Tomorrow, When the War Began von Regisseur Stuart Beattie (es ist sein Regiedebüt, vorher war er aber als Drehbuchautor für Filme wie Fluch der Karibik, 30 Days of Night oder Australia verantwortlich) basiert auf die Romane von dem Jugendbuchautoren John Marden, und ist als Film – Trilogie angelegt.
Die Geschichte handelt von sieben jungen Leuten, welche einen Campingausflug planen. Dieser wird organisiert und entsprechend motiviert und gutgelaunt durchgeführt. Eines Nachts hören unsere Protagonisten Flugzeuggeräusche am Himmel, und müssen bei ihrer Rückkehr feststellen, dass sich das alltägliche Leben grundlegend verändert hat. Alle Eltern, Freunde und Verwandte sind verschwunden, die Kleinstadt wirkt wie ausgestorben. Schnell kommt man dahinter, dass während ihres Campingausfluges eine feindliche Invasion die macht übernommen hat, und sich die Stadt im Ausnahmezustand befindet. Erst flüchten unsere Jugendlichen, als es jedoch zu immer gewalttätigeren Zwischenfällen kommt, beschließt man, eine Gegenmaßnahme zu planen, und Widerstand zu leisten.
Der Film beginnt mit einer trügerischen Idylle. Lange nimmt sich Beattie Zeit, seine Charaktere vorzustellen, sie ästhetisch in Szene zu setzen und so dem Ganzen den Touch eines oberflächlich seichten Teenie- Streifens zu geben. Dies kippt jedoch urplötzlich, als die Jugendlichen zurück in die Stadt fahren. Hier fließen plötzlich dramatische Momente in die Geschichte, die Figuren entwickeln Tiefe und die Atmosphäre wird klaustrophobisch. Trotz der düsteren Grundsituation jedoch wird der trockene Humor, welcher stellenweise durchblitzt, nicht vernachlässigt.
Auch wenn der Film stellenweise an Beiträge wie Die rote Flut erinnert, und man die Charakterisierung der Feinde sehr reindimensional gehalten hat, gelingt es trotzdem, die humane Botschaft des Zusammenhalts und des Widerstandes gegen die Unterjochung deutlich zu vermitteln. Dem Regisseur und seinem Team so wie den überzeugenden Darsteller wie etwa Caitlen Stasey (96 Hours), Rachel Hurd-Wood (Das Parfum, Solomon Kane) oder Phoebe Tonkin (Die Chaosfamilie) gelingt es dabei, einen Jugendbuchklassiker adäquat, modern und mitreißend zu verfilmen. Zu Recht gab es dafür den AFI Awards 2010 für die beste Drehbuchadaption.
Die Blu ray aus dem Hause Splendid film überzeugt dazu noch mit einem satten Sound un deinem gestochen scharfen und plastischen Bild. Im Bonussektor findet man dazu noch ein Making of, Interviews, alternatives Ende, deleted scenes, Outtakes und eine Lesung des Autoren.
Tomorrow, When the War Began ist ein durchweg guter Film, der gut unterhält und zum nachdenken anregt. Man kann sich schon auf die hoffentlich ebenso gelungene Fortsetzung freuen, welche wahrscheinlich 2013 veröffentlicht werden soll.

Christian Funke-Smolka

deutscher Trailer