Trance (Twentieth Century Fox)

Trance (Twentieth Century Fox)

Danny Boyle ist ein Meister, wenn es darum geht, Stimmungen durch die CoverKombination von Bildern, Filmschnitt und Musik zu erzeugen. Damit ist ein Stoff wie die Geschichte von Trance wie für ihn geschaffen. Die Story um den Kunstauktionar Simon (James McAvoy), der in den Raub von Goyas „Flug der Hexen“ verstrickt ist, ist vordergründig ein als humoristischer Film beginnender, letztendlich sehr böse-blutiger Psycho-Thriller, der jedoch viel mehr mit den Bausteinen der Verwirrung, der Illusion, dem Schein und Sein arbeitet. Hier inhaltliche Eckpunkte der Story zu verraten, wäre ein Verbrechen am unwissenden Zuschauer, deshalb lasse ich an dieser Stelle auch den sonst üblichen einleitenden Pressetext weg (da dieser erstaunlich viel der Handlung preisgibt!).

Versiert geht der Regisseur in einen elegant gefilmten Einstieg, der seitens der Inszenierung einfallsreich, als auch inhaltlich clever gestrickt ist, da der Zuschauer auf sehr subtilen aber direkten Weg in die Handlung gestoßen wird. Auch wenn die visuellen Kniffe typisch Boyle sein mögen, scheint es, dass er sich hier wieder selber übertroffen hat. Inhaltlich scheint die Geschichte nach dieser Einleitung förmlich zu explodieren. Haken Szene 2schlagend jagt sie den Zuschauer von einer unerwarteten Wendung in die nächste, spielt mit Symbolen und verbalen Andeutungen und springt zwischen den Wahrnehmungsebenen des Protagonisten UND des Zuschauers. Da ist der Titel oftmals Programm!

Doch gehen hier die Lust an der überraschenden Wendung und der visuell berauschende Bilderoverkill an manchen Stellen auf Kosten der inhaltlichen Logik, so dass ab und an das Gefühl von Leere entsteht. Doch dank der grandiosen und miteinander gut harmonisierenden Besetzung (James McAvoy, Vincent Cassel, und eine mutige, weil gewagt freizügige Rosario Dawson) fallen solche Stellen selten ins Gewicht!

Die Veröffentlichung aus dem Hause Twentieth Century Fox 186-TRANCE-PS (2).tifpräsentiert den Film in einer sehr guten Bild- und Tonqualität, den Bonussektor bereichern neben dem Trailer noch drei kürzere Featurettes, die sich mit den Aspekten „Hypnosetherapie“, dem visuellen Stil des Films und dem finalen Filmschnitt auseinandersetzen.

Mit Trance präsentiert Regisseur Danny Boyle ein visuelles Meisterwerk, welches inhaltlich wendungsreich und überraschend daherkommt. Man muss sich als Zuschauer darauf einlassen können, um der auf den ersten Blick recht verwirrenden Story folgen zu können, die jedoch mit jeder Offenbarung sowohl mehr Licht ins Dunkel, aber auch neue inhaltliche Fallstricke präsentiert. Wer Spaß an einem cleveren Verwirrspiel für Geist und Sinne hat, der kommt definitiv nicht an Trance vorbei!

Christian Funke-Smolka

TRAILER