„Undercover - In Too Deep“ (filmArt)

„Undercover – In Too Deep“ (filmArt)

Regie: Michael Rymer

Mit: Omar Epps, LL Cool J, Nia Long, Stanley Tucci, Hill Harper, Pam Grier, Richard Brooks

Detektiv Jeff Cole hat einen lebensgefährlichen Auftrag. Er will „GOD“, den gefährlichsten Gangster aus Cincinnati, hinter Gitter bringen. „GOD“ beherrscht 80 Prozent des Crackhandels und bislang ist es noch keinem Polizisten gelungen, sein Imperium zu stürzen. Als Drogendealer getarnt schafft Jeff das Unglaubliche: Er erringt das Vertrauen von „GOD“ und dringt in den inneren Zirkel seines Drogensyndikats vor. Doch schon bald gerät er mit seiner neuen Identität in Konflikt. Schritt für Schritt nähert er sich dem Mann, den er verfolgt und entfernt sich von dem Mann, der er selbst einmal war.

© filmArt

Meinung zur Veröffentlichung:

Dwayne “God” Gittens (LL Cool J, Deep Blue Sea) ist der Drogenbaron von Cincinnati, denn mehrt als 80% des Crack- und Kokainhandels werden von ihm organisiert. Da God mit harter Hand regiert, ist es ihm gelungen, ein Imperium aufzubauen, bei dem er die Konkurrenz kaum zu fürchten braucht.

Dem gegenüber steht Detective Jeff Cole (Omar Epps, Shooter, Scream 2), der frisch von der Polizeischule große Ambitionen zeigt und aufgrund seiner Vergangenheit das Milieu kennt. Deshalb lässt er sich als verdeckter Ermittler in die Organisation einschleusen. Doch der Einsatz ist schwieriger als angenommen und fordert einen hohen Tribut!

Blaxploitation ist ein US-amerikanisches Filmgenre, dessen Blütezeit in den 1970er-Jahren lag. Auch wenn dieses Genre nach wenigen Jahren in der Versenkung verschwand, hatte es einen langanhaltenden Einfluss. In den 1980ern sorgten Filmemacher wie Spike Lee, Mario Van Peebles oder John Singleton für ein erneutes Aufleben und gelten als die wohl bekanntesten Gesichter des New Black Cinema. Neben politischen Themen wurde hier auch ein Blick auf das Leben in amerikanischen Städten geworfen, in denen Kriminalität und Gangs den Alltag bestimmten. Schnell entwickelte sich hier eine Filmrichtung, die sich der Merkmale des klassischen Gangsterfilms bediente und die Inhalte in die Vorstädte und Ghettos Amerikas verlegte. Boyz N the Hood oder Menace II Society gelten hier u.a. als auch heute noch wirkungsvolle Beiträge, die in ihrem inhaltlichen wie stilistischen Aufbau oft kopiert wurden. Regisseur Michael Rymer lieferte im Jahr 1999 mit dem hier vorliegenden Undercover – In Too Deep einen Beitrag, der auf der einen Seite die modernen Stilmittel der Genrebeiträge nutzte und seinen Film mit den bekannten Gesichtern des modernen Black Cinemas besetzte, aber auch beispielsweise Pam Grier als Vertreterin des klassischen Blaxploitation gewinnen konnte. Bis in die Nebenrollen gut besetzt, bietet der Film aus heutiger Sicht zwar zahlreiche mittlerweile altbekannte inhaltliche Bausteine, wirkte allerdings bei seiner Premiere (ich weiß noch, wie ich ihn damals sehr unterhaltsam fand) frisch und unverbraucht. Auch wenn er in seiner Figurenzeichnung nicht besonders in die Tiefe geht und seinen Fokus eher auf die Gangsterelemente richtet, ist Undercover – In Too Deep ein auch heute noch sehr unterhaltsamer Film, den man alleine wegen der guten Darsteller und seiner geradlinigen Story anschauen kann.

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Undercover – In Too Deep (Originaltitel: In Too Deep, USA 1999) erscheint bei filmArt als eine auf 1000 Exemplare limitierte Blu-ray-Premiere im Softcase. Bild (2,35:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) wurden hervorragend aufbereitet, im Bonusbereich befinden sich ein siebenminütiges Interview-Featurette mit Nia Long, LL Cool J und Omar Epps, ein kurzes „Hinter-den-Kulissen“-Special, diverse Trailer, ein Musikvideo und eine filmArt-Programmübersicht.

Regisseur Michael Rymer präsentiert mit Undercover – In Too Deep einen klassischen Vertreter des Millenium – Blaxploitation, der mit bekannten Darstellern und einem passenden Soundtrack aufwartet und dem Genrefan das bietet, was er erwartet. Dank der gut aufbereiteten Blu-ray von filmArt kann die alte DVD nun endgültig entsorgt werden.

Christian Funke