Vamperifica - The King is coming out  (Ascot Elite/ Los Banditos Films)

Vamperifica – The King is coming out (Ascot Elite/ Los Banditos Films)

Dass Vampire zum Teil exzentrisch sind, kann man als Vielseher noch unterschreiben. Aber das exzentrische Blutsauger mit einer musikalischen Vorliebe an den Broadway ziehen, um dort ein Karriere als Sänger zu starten, dass trifft man so in diesem Genre eher selten an!

Carmen (Martin Yurkovic) ist ein junger, extravaganter Mann, der sowohl Tag- als auch Nachtaktiv ist, und den Wunsch hegt, als Schauspieler am Broadway erfolgreich zu sein.
Eines Nachts trifft er auf zwei Leute, die sich als Vampire entpuppen, und ihn ihm die Reinkarnation ihres Vampirkönigs Raven sehen, der vor mehr als 200 Jahren endgültig das zeitliche gesegnet hat. Einmal gebissen, erhofft man sich, dass Carmen seiner Bestimmung folgt, und den Clan anführt, aber weit gefehlt. Er empfand sein menschliches Leben als das angenehmere, und möchte seine Broadway-Karriere weiter verfolgen… wäre da nicht dieser dumme Blutdurst!

Vamperifica ist schwierig einzuordnen. Als reiner Humorfilm nicht humorvoll genug, als Vampirfilm nimmt er das Genre mit seinem teils überagierenden, an eine ungeschminkte Drag Queen erinnernden Hauptprotagonisten nicht ernst genug, und für einen Horrorbeitrag fehlen die brutalen Spitzen (die schon vorhanden sind, aber relativ selten auftreten). Ein Genrefilm von einem Vampirfan, der dem Genre zwar nichts Neues hinzuzufügen hat, es aber um einen kleinen, teils charmanten Beitrag erweitert.

Die Blu-ray Vamperifica, preisgekrönt unter Anderem auf dem Horror Film Festival in Chicago und dem Bram Stoker International Horror Festival in Whitby (UK), wird von Ascot Elite und Los Banditos Film in einer guten Bild- und Tonqualität veröffentlicht. Im Bonusbereich befindet sich allerdings nur eine Programmshow.

Regisseur Bruce Ornstein (trat als Schauspieler in Saturday Night Fever auf, und drehte 1992 den Film Liebe Hass und Impotenz) präsentiert mit dem vorliegenden Vamperifica einen nicht ganz ernstzunehmenden aber im Detail liebevoll inszenierten Beitrag zum Vampir-Genre. Locker erzählt, ohne jedoch den großen Humor-Schenkelklopfer zu zelebrieren, erleben wir einen Film, der latent dem Trash huldigt, seine Figuren relativ überzogen darstellt, und, je nach Erwartungshaltung, als charmant betrachtet werden kann.
Fanatische Twillight und Vampire Diaries-Freunde dürften etwas verstört bei dieser Sorte Vampir sein, mit dem extravaganten Film liebäugelnde Zuschauer werden aber bei der entsprechenden Grundhaltung gut unterhalten.

Christian Funke-Smolka