Vatertage (Studiocanal)

Vatertage (Studiocanal)

91aBq004u7L._AA1500_Basti (Sebastian Bezzel), 36-jähriger Lebenskünstler, Rikschafahrer und überzeugter Vollblut-Münchner, wird mit einer Überraschung konfrontiert: Vor seiner Haustür steht unerwartet die 17-jährige Dina (Sarah Horváth) aus Bitterfeld und behauptet sehr glaubwürdig, seine Tochter zu sein. Unter dem Arm trägt sie ihr Baby Paul. Über Nacht vom Junggesellen zum Großvater mutiert, muss Basti weitere Turbulenzen fürchten. Denn Dina braucht keinen Vater, sondern einfach nur Geld – davon aber jede Menge und zwar sofort! Da kann weder Bastis Vater Lambert (Heiner Lauterbach), der derzeit nur Augen für seinen griechischen Lover Nektarios (Adam Bousdoukos) hat, noch Bastis gestrenge Schwester Thea (Monika Gruber) helfen. Und von Basti selbst oder seinem Rikscha-Unternehmen, den „Wadlbeissern“, ist auch nichts zu holen. So muss Basti sich plötzlich ganz schön abstrampeln, denn das ist erst der Anfang vom Chaos, das noch auf ihn wartet…

Freuen Sie sich auf eine turbulente Kinokomödie von Ingo Rasper („Reine Geschmacksache“). Sebastian Bezzel („Schwere Jungs“, „Stellungswechsel“, „Die Geschichte vom Brandner Kasper“) als Basti wird unterstützt von einem hochkarätigen Schauspielerensemble, darunter Heiner Lauterbach („Rossini“) als Bastis Vater Lambert, Adam Bousdoukos („Soul Kitchen“) als dessen junger Lover Nektarios sowie TV-Star und Comedy-Größe Monika Gruber („Eine ganz heiße Nummer“) als Bastis Schwester Thea. Sarah Horváth („Die wilden Kerle 5“) steht als Bastis Überraschungs-Tochter Dina vor der Kamera, ihre Mutter wird gespielt von Christiane Paul („Die Welle“).

VATERTAGE ist eine Produktion der Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion („Maria, ihm schmeckt’s nicht“, „Krabat“, „Crazy“, „Jenseits der Stille“, „Nach Fünf im Urwald“) in Koproduktion mit dem ZDF (Redaktion: Daniel Blum). Gefördert wird VATERTAGE vom FilmFernsehFonds Bayern, der Filmförderungsanstalt FFA und dem Deutschen Filmförderfonds DFFF. Das Drehbuch stammt von Thomas Bahmann und Ralf Hertwig („Die Apothekerin“, „Vorstadtkrokodile 3“). Für die Kamera zeichnet Ueli Steiger („Friendship“, „The Day After Tomorrow“) verantwortlich. Musikalisch untermalt wird der Film von der Münchner Brass Band „Moop Mama“.

Meinung zum Film:

Wie reagiert man als lebenslustiger, etwas chaotischer thirty-something, wenn plötzlich eine junge Frau mit ihrem Kind vor der Tür steht und einem offenbart, dass man nicht nur Vater, sondern mittlerweile auch Großvater sei. Eigentlich wollte Dina nur etwas Geld von ihrem ihr unbekannten Vater, dies ist aber bei dem Mittdreißiger kaum vorhanden, so dass der plötzliche Vater/Großvater wohl oder übel nun versuchen muss, seine Aufgaben verantwortungsvoll und strukturiert im Sinne seiner unerwartet aufgetauchten Familie zu erledigen.91jtko3pOyL._AA1500_

Die ZDF-Produktion Vatertage ist ein klassischer Unterhaltungsfilm. Das ist hier in keinster Weise negativ gemeint, denn zu unterhalten gelingt dem Film dank Charme und Wortwitz erstaunlich gut. Innovation oder schwarzhumorige Einlagen, wie man sie aus Ingo Raspers Kurzfilm „Neuschwanstein Conspiracy“ kennt, sucht man hier jedoch vergeblich. Dafür bleibt das Drehbuch zu stark in Klischees und Stereotypen hängen. Jedoch gefällt der Film durch seine teils perfekt besetzten Nebenrollen. Wenn zum Beispiel die Kabarettistin Monika Gruber oder Heiner Lauterbach auftreten, merkt man eine Professionalität und Erfahrung dieser Schauspieler, die den Film in solchen Momenten glänzen lässt. Denn pointiert und mit einem perfekten Timing werden hier Dialogspitzen abgeschossen, dass es für den Zuschauer ein Fest ist. Somit ist Vatertage ein Film, der gemächlich startet, im weiteren Verlauf Tempo aufnimmt, in den Dialogen so manches mal sprüht, mit seiner Inszenierung jedoch nicht über ein solides Maß hinauskommt.

Die Blu-ray aus dem Hause Studiocanal überzeugt durch eine perfekte Bild- und Tonqualität. Der Bonussektor bietet neben verschiedenen Interviews mit Sebastian Bezzel, Heiner Lauterbach, Ingo Rasper und dem Produzenten Jakob Claussen noch Szenen vom Dreh, einen Originaltrailer und eine Programmübersicht an.

Vatertage ist eine charmante, witzige und im Dialog pointierte Komödie, die routiniert in Szene gesetzt wurde und gerade durch ihre Nebenfiguren glänzt. Ein Film für die ganze Familie, der zum schmunzeln und sich unterhalten lassen einlädt. Kein Meisterwerk, das einem langfristig in Erinnerung bleibt, aber sympathisch-solide Unterhaltung!

Christian Funke-Smolka