“VFW - Veterans of Foreign Wars” (Capelight Pictures)

“VFW – Veterans of Foreign Wars” (Capelight Pictures)

Regie: Joe Begos

Darsteller: Stephen Lang, William Sadler, Fred Williamson, Martin Kove, George Wendt, u.a.

Fred Parras (Stephen Lang) und seine Jungs sind Kriegsveteranen, die in ihrer Stammkneipe gern in Erinnerungen an alte Zeiten schwelgen. Als eines Abends ein junges Mädchen mit einem Rucksack voll geklauter Drogen in die Bar stürmt, finden sich die ergrauten Helden plötzlich an einer ganz neuen Front wieder: Der skrupellose Drogenboss Boz und seine Gang brutaler Punks wollen ihre Ware zurück – und zwar um jeden Preis. Wenn die Ex-Soldaten ihre Bar verteidigen, das Mädchen beschützen und die Nacht überleben wollen, müssen sie mit jeder Waffe zurückschlagen, die sie finden können…

Düster, dreckig und absolut kompromisslos! Beste Unterhaltung für alle Anhänger des 80er-Jahre-Actionkinos.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Eine Gruppe alter Kriegsveteranen trifft sich in der Kneipe ihres alten Freundes Fred Parras (Stephen Lang), um dessen Geburtstag zu feiern. Während sie seit Jahrzehnten ihren Gewohnheiten nachgehen, hat sich ihr Umfeld massiv verändert. Sie leben in einem Viertel, in dem die Drogenkriminalität überhandgenommen hat und Gewalt das Leben auf der Straße prägt. Als die junge Lizard (Sierra McCormick), nachdem sie einem Dealer seine Tasche mit Drogen entwendet hat, in die Kneipe der Veteranen flüchtet, müssen die alten Haudegen beweisen, dass sie ihr Handwerk immer noch beherrschen.

Gemäß dem Motto der Expendables, ein gut aufgelegter Altstar ist gut, mehrere sind besser, versammelt Regisseur Joe Begos mit Stephen Lang (Don’t Breathe), William Sadler (Stirb Langsam 2), Fred Williamson (From Dusk Till Dawn), Martin Kove (Karate Kid), David Patrick Kelly (Nur 48 Stunden) und George Wendt (M*A*S*H) eine Riege gediegener Altstars, die uns in so manchem Actionkracher und Klassiker der 1980er bis jetzt viele herrliche Filmstunden geschenkt haben. In VFW – Veterans of Foreign Wars spielen sie mit sichtbarer Freude eine Gruppe von Kriegsveteranen, die sich einer zahlenmäßig überlegenen Schar von zombieartigen Drogenabhängigen und Kriminellen erwehren müssen. Okay, die Story von Matthew McArdle und Max Brallier ist eher altbekannt und zweckmäßig, bietet aber für anderthalb Stunden keinen Leerlauf und viel Raum für überzogene Gewalteskapaden und markige Oneliner. Stilistisch orientiert man sich dabei an die Kracher der 80er Jahre und unterlegt das mit einem brummenden Synthie-Score, der nicht nur einmal an die markanten Klänge von John Carpenter erinnern, allerdings aus der Feder von Steven Moore (Bliss, Mayhem) stammen. Wie es sich für einen derben old-school-Kracher gehört, wird hier nicht lange gefackelt und der Bodycount, meistens ziemlich deftig in Szene gesetzt, geht ins unermessliche. VFW – Veterans of Foreign Wars ist ein Film, der sich nicht ernst nimmt, seine Figuren aber nie der Lächerlichkeit preisgibt, sondern dem Genrefan das bietet, was er sehen möchte… nämlich atmosphärisch-dreckige, düstere und harte Action mit einer Altherrenriege, die trotz des weit fortgeschrittenen Alters mit einer erstaunlichen Physis überzeugt und mit sichtlichem Spaß am Werk ist. Joe Begos zeigt hier ein gutes inszenatorisches Gespür und fängt die Stimmung der Klassiker hervorragend ein und transportiert sie in die Gegenwart. Freunde des Genres werden somit bestens unterhalten!     

VFW – Veterans of Foreign Wars (Originaltitel: VFW, USA 2019) erscheint bei Capelight Pictures uncut mit einer FSK 18 – Freigabe als DVD, Blu-ray, Video on Demand und wie immer ansprechend gestaltetes 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook, welches die Blu-ray und die 4K Ultra HD beinhaltet. Letztgenanntes lag mir zur Ansicht vor. Bild (2,38:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) liegen hier auf dem erwartet hohen technischen Niveau vor, allerdings fällt auf, dass das Ausgangsmaterial speziell in der Bildqualität etwas dunkel und grieselig ausgefallen ist, was jedoch meiner Meinung nach gut zur Atmosphäre des Films passt, Qualitätsfetischisten jedoch negativ auffallen wird. Im Bonusmaterial befinden sich zwei Audiokommentare mit dem Regisseur Joe Begos, den Produzenten Brian Dutton und Josh Ethier und dem Filmteam, vertreten durch den Special-Effects-Künstlern Josh und Sierra Russell von Russell FX, Assistant Editor Matt Mercer und einigen anderen. Des Weiteren gibt es ein vierminütiges Making-of, ein Special über die Darsteller und die SFX-Effekte, den Trailer, Programmhinweise und ein 24-seitiges Booklet, welches neben zahlreichen Filmbildern ein Interview von Ryan C. Bradley (Wicked orror) mit dem Regisseur beinhaltet.  Horror) mit dem Regisseur beinhaltet.

Der gerademal 32 Jahre junge Joe Begos präsentiert mit seinem vierten Spielfilm eine herrlich derbe, perfekt besetzte Hommage an die alten Carpenter-Filme. Eine raue Verneigung vor den wenig zimperlichen B-Movie-Actionern, der neben ziemlich gelungenen, handgemachten Effekten eine charmant-schmutze Atmosphäre und Altstars in Spiellaune bietet. Kein Film für einen romantischen Abend zu zweit, mit Kaltgetränken und der richtigen Grundstimmung jedoch bietet er beste Unterhaltung. Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung!

Christian Funke