Walhalla Rising

Walhalla Rising
(Sunfilm/ Tiberius Film)

Was für ein wuchtiger, tollkühner Film. Hinterließ schon Bronson, der letzte Film von Regisseur Nicolas Winding Refn (Pusher-Trilogie) mit seiner visuellen Wucht einen bleibenden Eindruck, so haut sich Walhalla Rising wie ein visueller Vorschlaghammer in das Bewusstsein des Zuschauers. Ein film, der kein Wort zuviel verliert, sich einzig auf seine fulminante Bildsprache und die Ausdruckskraft seiner Darsteller verlässt, entführt den Zuschauer in das Jahr 1000 n. Christi. Wir steigen direkt ohne Vorwarnung in einen Zweikampf des Protagonisten One – Eye (Mads Mikkelsen) mit einem anderen Gladiatorensklaven ein, der auf der einen Seite eine nur schwer zu konsumierende Gewalt darstellt, auf der anderen Seite eine Ästhetik und Atmosphäre offenbart, wie man sie nur sehr selten zu sehen bekommt. Die Geschichte handelt von dem Kämpfer One-Eye, der von Wikingern als Sklave gehalten wird, um sie mit Kämpfen zu belustigen. Sein einziger Kontakt ist der zu einem kleinen Jungen, welcher ihm sein Essen bringt. Als Einauge und dem Jungen die Flucht gelingt, treffen sie auf eine Gruppe christianisierter Wikinger, welche auf dem Weg in das gelobte Land sind. Doch der Weg erweist sich für die Gruppe als eine Fahrt ins Herz der Dunkelheit. Misstrauen macht sich unter den Wikingern breit, und als es die ersten Toten gibt, ist man sich sicher: Einauge hat sie mitten in die Hölle geführt!
Selten hat man als Zuschauer das Glück gehabt, einen so rauen, wilden und wahrscheinlich authentischen Film über die Wikinger zu sehen wie mit Walhalla Rising. Fernab von jeglicher Hollywood-Schönfärberei wird das dreckige und ungemütliche Leben dieser Zeit brutal dem Zuschauer ins Gesicht geschlagen. Die Aufteilung der Filmabschnitte in einzelne Kapitel plus die Zwischenblenden, welche den Einäugigen in zumeist blutrot gefärbten Bildern aus seiner persönlichen Sicht zeigen, geben dem Film etwas monumentales, episches, welche die wahre Größe Walhalla Risings verdeutlicht. Hier ist ein unangepasster, massenuntauglicher Film, der sich auf ein interessiertes Publikum stürzt.
Im Bonussektor erfährt man in Form eines Audiokommentars und eines längeren Interviews Hintergründe zu dem Film und seinen Dreharbeiten.
Leider gelingt es dem Regisseur nicht über die gesamte Lauflänge des Filmes, den Spannungsbogen zu halte. Zu epochal war der Einstieg, als das diese Messlatte über 90 Minuten gehalten werden könnte.Trotzdem ist Walhalla Rising a) der Beweis des Talentes von Nicolas Winding Refn und b) ein interessanter, fesselnder Film, den es in dieser konsequenten Form nur sehr selten zu bewundern gibt.

CFS