Whistleblower - In gefährlicher Mission

Whistleblower – In gefährlicher Mission

Whistleblower – In gefährlicher Mission
(Universum Film)

 

Man ist als Zuschauer schon ein wenig überrascht. Da wird ein kanadischer Thriller angekündigt, welcher mit Rachel Weisz (Die Mumie, Der ewige Gärtner, The Fountain), Monica Belluci (Irreversible), Vanessa Redgrave (Nip/Tuck, Abbitte, Anonymus) und David Strathain (L.A. Confidental, Das Bourne Ultimatum) überaus prominent besetzt ist, und eine aktuelle, realistische und erschreckende Geschichte erzählt, und trotzdem entschließt man sich kurzfristig, diesen Film nicht im Kino zu zeigen, sondern nur auf dem Home Entertainmentsektor auszuwerten.

Whistleblower – In gefährlicher Mission ist nach dem Kurzfilm Viko das Langfilmdebüt der Regisseurin Larysa Kondrackis. Die Geschichte basiert auf der Vorlage der amerikanischen Polizeiermittlerin Kathryn Bolkovac, welche in ihrem Buch The Whistleblower: Sex Trafficking, Military Contractors, and One Woman’s Fight for Justice über ihren Einsatz als Polizeiausbilderin im Nachkriegsbosnien, und die dortige Aufdeckung von illegalen Nachtclubs und dem illegalen Mädchenhandel berichtete.

Im Film wird Kathryn Bolkovac von Rachel Weisz dargestellt. Diese nimmt aus Geldsorgen eine gut bezahlte Arbeit im Rahmen der UN-Friedensmission an, wo sie die örtliche Polizei in Sarajewo unterstützen und weiterbilden soll. Bei Razzien in illegalen Nachtclubs stößt sie auf junge Prostituierte, die dort gegen ihren Willen festgehalten werden, jedoch aus Angst vor den anschließenden Konsequenzen schweigen. Als sich die couragierte Ermittlerin einmischt, sticht sie in ein Wespennest aus Korruption, Lügen und Bestechungen, und bringt damit sich und die jungen Frauen in größte Gefahr.

Der Film beschreibt deutlich die Missstände in dieser Region. Als nach Kriegsende die Soldaten, Hilfsorganisationen und UN-Schutztruppen ins Land kamen, kam es zu einer drastischen Zunahme an Bordellen. Die Zustände in diesen Bordellen sind unmenschlich. Zum Teil werden junge Frauen unter Vortäuschung falscher Tatsachen entführt, ihrer Ausweise beraubt und unter massiven Druck gesetzt, und dann zur Prostitution gezwungen. Dabei kommt es zu Versteigerungen durch die Kuppler an die verschiedenen Zuhälter, welche die jungen Frauen dann wie ihre Sklaven halten. Da sich mit diesen Machenschaften sehr viel Geld verdienen lässt, ist der Frauenhandel ein sich im Wachstum befindlicher Markt, in den auch hochrangige Politiker und Mitglieder der Hilfsorganisationen aus Profitgier ihre Finger drin haben.

Whistleblower – In gefährlicher Mission zeigt diese Missstände auf drastische Weise auf, und scheut dabei auch nicht den Einsatz von düsteren und abstoßenden Bildern. Allerdings wird hier aus visueller Sicht ein wenig übertrieben, ist doch mehr als die Hälfte des Filmes so dunkel gefilmt, dass man nur schwer erkennen kann, was gerade geschieht.
Der Film und seine abstoßende Thematik ist ein fesselnder und intelligent aufbereiteter Politthriller, der seine wahre Geschichte realistisch und intensiv erzählt. Wie schon eingangs erwähnt, ist es erstaunlich, dass er den Sprung auf die große Leinwand nicht geschafft hat. Für alle Fans anspruchsvoller und bewegender Filme ist Whistleblower – In gefährlicher Mission eine ganz klare Empfehlung!!!
CFS