White Tiger  (Ascot Elite)

White Tiger (Ascot Elite)

51-AvNs8OdL._SL500_Ostfront 1943: Ein geheimnisvoller deutscher Superpanzer macht der Roten Armee den Vormarsch auf Berlin schwer. Stark, wendig, treffsicher und schier unzerstörbar taucht er plötzlich auf, um nach dem Gefecht spurlos wieder zu verschwinden. Es ist, als ob die schwere Maschine sich in Luft auflösen würde. Nach einem verheerenden Angriff des Weißen Tigers, wie der Panzer genannt wird, finden Sanitäter ein kaum noch lebendiges Bündel aus verkohltem Fleisch. Doch Panzerfahrer Ivan Naydenov überlebt wie durch ein Wunder seine schweren Verbrennungen. Fortan kennt er nur noch ein Ziel: Er muss diesen Geisterpanzer finden und für immer zerstören…

Mehrere Dutzend echter, voll funktionsfähiger Panzer aus dem 2. Weltkrieg sowie Panzerführer der russischen Armee standen Regisseur Karen Shakhnazarov zur Verfügung, um seinem Weltkriegsfilm WHITE TIGER einen höchst authentischen Look zu geben. Statt auf computergenerierte Effekte setzt der erfahrene Filmemacher auf Echtheit. Deshalb wurden auch die Rollen der deutschen Kriegsgegner ausschließlich mit deutschen Schauspielern besetzt. Der aus zahlreichen TV-Krimis und Spielfilmen wie „Die Päpstin“ und „Krabat“ bekannte Christian Redl ist als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Wilhelm Keitel zu sehen, während sein Kollege Karl Kranzkowski einen beeindruckenden Cameo-Auftritt als Adolf Hitler liefert.

Der mehrfach preisgekrönte Shakhnazarov, unter dessen Leitung die traditionsreichen Mosfilm-Studios wieder zu internationalem Ansehen gelangten, verbindet in diesem Zweikampf zwischen einem einzelnen Mann und einer Kriegsmaschine auf außergewöhnliche und hochspannende Weise einen Kriegsfilm mit der rätselhaften Mystery-Story eine Geisterpanzers.

Meinung zum Film:

Karen Shakhnazarov ist ein russischer Regisseur, der seit Mitte der 80er Jahre eine Vielzahl an Filmen veröffentlichte. Sein neustes Werk ist der hier vorliegende Film White Tiger, der sich offen 51eRGrtc0RLund um Realismus bemüht mit den Folgen des Krieges, hier speziell des Panzerkrieges der Ostfront von 1943, auf den Menschen auseinandersetzt. Dabei erzählt er die Geschichte des Überlebenden Ivan Naydenov und seiner Suche nach dem geheimnisvollen Geister-Panzer in einer beinahe märchenhaften Weise, die deutlich macht, dass der Regisseur seine Botschaft durch eine Überzeichnung seiner Geschichte vermitteln möchte. Technisch bewegt er sich dank eines starken Budgets und der Verwendung der echten Panzer auf einem sehr guten Niveau, denn seine Actionszenen sehen gut und sehr realistisch aus und sparen zum Teil nicht mit einigen Härten.

Ascot Elite veröffentlich die Blu-ray des hochbudgetierten White Tiger in einem hübschen Schuber mit Prägedruck. Bild und Ton sind auf einem qualitativ sehr hohen Niveau, der Bonusbereich und bietet einige interessante Einblicke in die Erstellung des Films. Hier findet der Zuschauer etwa 15 Minuten Szenen vom Dreh so wie den überaus gelungenen, am Set gedrehten Kurzfilm Umzingelt. Zudem gibt es den Originaltrailer und eine Programmübersicht.

White Tiger war der offizielle russische Oscar©-Beitrag 2013 und ist ein solide inszenierter, symbolbesetzter Kriegsfilm, der seinen Fokus jedoch weniger auf die Geschichte und ihre Figuren als auf seine im Film vorkommende Panzertechnik richtet. Diese sind, auch wenn einige Panzer-Spezialisten historische Ungenauigkeiten bemängeln, beeindruckend gefilmt und vermitteln deutlich das Gefühl, das einen Soldaten überkommen kann, wenn man vor solch einem Superpanzer steht. Die Story selber ist etwas schräg, da der im Film vorkommende „Superpanzer“ künstlich überhöht, beinahe vermenschlicht wurde und die Geschichte so einen emotionalen und auf Pathos setzenden Zweikampf Mann gegen Panzer setzt, somit wohl eher aus symbolbesetzter als aus pragmatisch-realistischer Sicht zu betrachten ist.
Ein Film, der visuell beeindruckt und jeden Panzerliebhaber in Verzückung geraten lassen wird!

Christian Funke-Smolka