Wilsberg: Limited Edition 2, Folgen 11-20  (Polar Film)

Wilsberg: Limited Edition 2, Folgen 11-20 (Polar Film)

Georg Wilsberg, auch hier wieder hervorragend von Leonard Lansink verkörpert, ist zurück. Der Anwalt ohne Zulassung (diese verlor er wegen Veruntreuung von Geldern seiner Mandanten) lebt in Münster, ist eigentlich seitdem Buchantiquar, verdient sich aber zusätzliches Geld als halbwegs erfolgreicher Privatdetektiv. Unterstützt wird er dabei von seinen Freunden Manni Höch (Heinrich Schafmeister) und später Ekkehard „Ecki“ Talkötter (Oliver Korittke), aber auch seine Patentochter und Nichte Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) nimmt eine wichtige Rolle in Wilsbergs Leben ein.

Wilsberg ist eine Filmreihe, die von ihren knorrigen, selten angepassten aber immer charmanten Figuren lebt, die sich von Episode zu Episode weiterentwickeln und an Tiefe gewinnen. Die Fälle sind zwar primärer Handlungsschwerpunkt der einzelnen Episoden, die Serie lebt aber durch das kontinuierliche weiterspinnen seiner Rahmenhandlung und der darin befindlichen Figuren. Dadurch gewinnt die Reihe an inhaltlicher Tiefe und Faszination.

Die erfolgreiche und überaus beliebte preisgekrönte Serie wird hier von Polar Film in der gelungenen Limited Edition fortgesetzt. Die Box setzt nahtlos an der ersten Limited Edition an, und präsentiert nun auf fünf Discs die Episoden 11 bis 20. Vorhanden wären hier geniale Folgen wie zum Beispiel Schuld und Sünde, Todesengel, Callgirls, Tod auf Rezept oder Filmriss. Insgesamt ergibt sich eine Lauflänge von knapp 885 Minuten. Als Zusatz gibt es erneut Postkarten, dieses mal mit Szenenfotos. Außerdem gibt es ein kurzes, zehn Minuten langes Making of.
Bild und Ton sind einer guten TV-Serie angemessen. Das Bild ist zwar keine Referenzklasse, liegt aber im guten Bereich, der Ton liegt im sauber abgemischten Stereo-Sound vor.

Die Verfilmung der Wilsberg-Romane von Autor Jürgen Kehrer zeigen, wie gute TV-Unterhaltung aus Deutschland aussehen kann. Humorvoll, gespickt mit kleinen Seitenhieben (ich denke an den Running Gag um Bielefeld, welches mindestens einmal in jeder Folge aufzutauchen hat), spannend konzipiert, hervorragend besetzt und immer in enger Kooperation mit dem Zuschauer (einige der Folgen wurden zum Beispiel dank eScript im Internet mit den Zuschauern zusammen entwickelt). Die Qualität und Beliebtheit der Serie zeigt sich zudem an der Vielzahl der Gastauftritten. Zum Beispiel lässt es sich Autor Jürgen Kehrer nicht nehmen, in regelmäßigen Abständen einen Cameo-Auftritt zu absolvieren, aber auch Bela B. Felsenheimer tritt hier in der Folge „Todesengel“ (auf dieser Limited Edition vertreten) auf, Harald Schmidt, Tobias Schlegl oder Hugo Egon Balder gaben sich schon in anderen Episoden die Ehre.

Wilsberg hat es seit seiner Erstausstrahlung im Jahr 1995 (damals noch mit Joachim Król als Wilsberg, der dann jedoch in der nächsten Folge, welche erst 1998 gedreht wurde, von Lansink abgelöst wurde) auf insgesamt 36 Filme gebracht, die allesamt durch ihre Liebe zum Detail auffielen und eine hohe Publikumsresonanz erfuhren. Aus diesem Grund kann man sich als Zuschauer auch auf weitere Folgen freuen, die mittlerweile durch die Verantwortlichen angekündigt wurden. Wenn diese dann auch noch so gelungen veröffentlicht werden, wie hier in der aktuellen Limited Edition von Polar Film, dann steht dem perfekten Krimi-Abend nichts mehr im Wege.

Christian Funke-Smolka