World of the Dead – The Zombie Diaries

World of the Dead – The Zombie Diaries

World of the Dead – The Zombie Diaries
(Splendid Film)

 

Es ist etwa fünf Jahre her, da bescherten uns die britischen Regisseure Michael Bartlett und Kevin Gates ihre an Blair Witch Projekt erinnernde Low-Budget – Romero-Hommage The Zombie Diaries. Ein quasi als mit Handkamera in Wackeloptik gefilmter Dokumentarfilm über die Ausbreitung eines Virus, der gefühlte 99,9% der Bevölkerung in Zombies verwandelt.

Mit World of the Dead – The Zombie Diaries erscheint nun die Fortsetzung, das Land ist mittlerweile nahezu komplett verseucht, nur ein paar Überlebende haben sich in einer Kaserne versteckt. Da diese Unterkunft aber auf Dauer auch nicht sicher ist, wagt man den Weg nach draußen, um Richtung Küste zu gehen, wo noch mehr Überlebende existieren sollen, mit denen man sich zusammentun kann. Der Weg zur Küste aber ist natürlich nicht ungefährlich, und die Kontakte mit Infizieren zahlreich!

World of the Dead – The Zombie Diaries ist auf den ersten Blick ein ansprechender Genrevertreter. Da er einige der im ersten Teil auftauchenden Charaktere wieder auftretende lässt, entsteht sogar so etwas wie ein Bindeglied zwischen den beiden Teilen. Außerdem gelingen ihm trotz des eher geringen Budgets sehr überzeugende Effekte und eine düstere Grundatmosphäre. Jedoch ist es schwierig, in einem Filmgenre auch in der hundertsten Wiederholung etwas Neues hinzuzufügen. Hier merkt man als Zombiefilm-Vielgucker, dass man vieles schon mal wo anders, und oftmals auch schon besser gesehen hat, zudem die Regisseure einige der Fehler, welche sie schon in Teil eins gemacht haben, erneut wiederholen.
Interessant ist die Konzentration des Filmes auf die zwischenmenschlichen Konflikte, welche zwar an einigen Stellen zu intensiv behandelt werden, ohne dabei die Geschichte zu bereichern, aber trotzdem dem Film einen interessanten Ansatz verleihen, und deutlich zeigt, dass die wahre Bestie manchmal Mensch heißt.

Die ungeschnittene Blu-ray von Splendid Film präsentiert den Film in einer soliden Bild- und Tonqualität. Das Bonusmaterial gibt dann noch mal Einblicke in den Entstehungsprozess und hat neben Behind the scenes-Material noch drei Featurette namens Life of the Dead, Survivors in an infected World und Surviving the Dead an Bord, die in Form von Interviews und Filmschnipsel Cast und Crew zu Wort kommen lassen.

World of the Dead – The Zombie Diaries versteht sich als Mittelteil einer Trilogie, und erinnert auf Grund seiner Optik an eine Mischform von REC und Romeros Diary of the Dead. Auch wenn der Film an einigen Stellen ein paar Straffungen hätte vertragen können, fand ich ihn größtenteils unterhaltsam, und definitiv einen der besseren Vertreter des Genres in der Unmenge an Veröffentlichungen ähnlich gearteter Filme. Fans sollten deshalb ruhig mal einen Blick riskieren, denn hier bekommt man einen eher klassisch orientierten Zombiefilm geboten.

Christian Funke-Smolka