Wrecked – Ohne jede Erinnerung

Wrecked – Ohne jede Erinnerung

Wrecked – Ohne jede Erinnerung
(Universum Film)

 

Es gibt Filme, die vermitteln einem bei Betrachtung des Trailers einen anderen Eindruck, als dies dann im endgültigen Film umgesetzt wird.
Das vorliegende Regiedebüt von Michael Greenspan ist solch ein Fall.

Adrian Brody (Der Pianist, King Kong, Giallo) spielt einen Mann, der ziemlich übel zugerichtet und eingeklemmt in einem total zerstörten Autowrack, mitten im tiefsten Wald aus seiner Ohnmacht erwacht. Orientierungs- und erinnerungslos versucht er zu rekonstruieren, wer er ist, wo er ist, und vor Allem warum er hier ist! Geplagt von Visionen mit einer jungen Frau gelingt es ihm unter Schmerzen, sich aus dem Wrack zu befreien, nur um zwei Leichen, eine Waffe und den Kofferraum voller Geld vorzufinden. War er an einem Banküberfall beteiligt? Wird er gesucht? Ist er vielleicht sogar ein Mörder? Er macht sich auf den Weg in die Zivilisation und auf die Suche nach seiner Erinnerung, seinem Leben.

Was einem bei Wrecked – Ohne jede Erinnerung sofort ins Auge fällt: auch wenn man mit einigen bekannten Darstellern wie zum Beispiel Jacob Blait (Das A-Team), Adrian Holmes (Red Riding Hood) oder Caroline Dhavernas (Umständlich Verliebt) wirbt, es ist Oscar® Preisträger Adrian Brody, der einem in Erinnerung bleibt. Ihm gelingt es mit einer unglaublichen Präsenz, beinah das erste Viertel des Filmes nahezu ohne Dialog und ohne einen Filmpartner zu meistern, und dabei trotz des unglaublich ruhigen Tempos und dem begrenzten Schauplatz des vorderen Bereiches eines demolierten Autos den Zuschauer zu fesseln. Hier zeigt sich zum Glück, dass Brody trotz einiger filmischer Totalausfälle in der jüngsten Vergangenheit immer noch ein unglaubliches Charisma und eine wahnsinnige Leinwandpräsenz besitzt.

Wrecked – Ohne jede Erinnerung lässt nahezu über die gesamte Laufzeit den Zuschauer in derselben unklaren Situation wie seinen Protagonisten. Nie weiß der Zuschauer mehr als die Hauptperson, alle Rückblenden sind blitzartige Erinnerungsfragmente der Filmfigur, so dass sich die Auflösung, der filmisch gelungene Höhepunkt für beide Seiten überraschend präsentiert.

Die Art, wie Regisseur Michael Greenspan seine Geschichte erzählt, ist dabei durch ein sehr ruhiges Tempo geprägt. Dazu wird der Fokus primär auf seine Hauptfigur gerichtet, später auf die Beziehung zwischen der Person und dem zugelaufenen Hund, so wie den Flashback artig auftretenden Erinnerungsfetzen.

Bild und Ton der Blu ray sind auf hohem Niveau, im Bonussektor findet man neben einem Making of noch Interviews, Trailer, ein Feature und Material vom Dreh.

Wrecked – Ohne jede Erinnerung ist ein ruhig inszenierter Thriller mit sehr hohem Potential und einen überragenden Hauptdarsteller. Zuschauer, die sich auf da langsame Tempo und die Geschichte einlassen, werden gut und intelligent unterhalten!

CFS