Brink

Wer heutzutage Lust auf einen actiongeladenen Multiplayer-Shooter hat, der braucht nicht lange zu suchen, um auf Titel wie Call Of Duty, Battlefield oder Armed Assault zu stoßen. Aufgrund der großen Multiplayer-Shooter Flaute vor ein paar Jahren wurden diese Titel von der Gamingwelt verschlungen wie von einem brandneuen Dyson Staubsauger. Sie haben gezeigt, dass Pseudorealismus Geld macht. Heute allerdings, nachdem die Entwickler hinter Call Of Duty ihren Fans in kürzester Zeit Sequel um Sequel um die Ohren gehauen haben, ist die Euphorie etwas weniger zu spüren als zu Beginn. Das Thema ist ausgelutscht wie ein Trinkpäckchen, aber niemand will drauf springen, damit es mit einem lauten Knall endlich sein Ende findet.

Ohne großes PR-Gedudel bahnt sich nun ein neuer Shooter seinen Weg an die Oberfläche, greift sich beim Aufstieg eine Hand voll Wolfenstein: Enemy Territory, ein bisschen Parcour/Free-Running und zu guter Letzt eine Prise Rebellion und Surrealismus. Was ist das nun für ein ominöses Teil? Es ist Brink. (Und alle so Yeaaaaaah…)

Zwei Anhänger der Resistance

Zwei Anhänger der Resistance

Ich brink mal eben den Müll raus

Der Ort des Geschehens ist die Stadt “The Ark”, und dieser Name kommt nicht von ungefähr: Die Erde ist komplett überschwemmt, und die Ark schwebt über dem Meeresspiegel, designt als der Prototyp einer perfekten Stadt, besaftet durch regenerative Energiequellen ohne Schadstoffemission, platzbietend für 5000 Bürger. Ein schönes Plätzchen, denken sich ungefähr 50000 Flüchtlinge und besiedeln das Teil. Völlig zu Recht herrscht bald Ressourcenknappheit, und die Stadt steht am Rande eines Bürgerkrieges, indem die punkige Rebellengruppe “Resistance” gegen den futuristischen Polizeiverschnitt  “Security”  kämpft.

Die Entwickler Splash Damage, bekannt geworden durch Titel wie Doom 3 und Enemy Territory, haben ein wenig Erfahrung mit ausgefallenen Szenarien, Bethesda Softworks spielt als Publisher das Zugpferd. Viel ist über das Spiel noch nicht bekannt, jedoch sind diverse Gameplay-Szenen und Trailer im Umlauf, die das Feeling des Spiels einigermaßen gut vermitteln und einige Keyfeatures des Spieles aufzeigen.

Kiefitschas

Da wären zum einen die Parkourelemente. Der Spieler rutscht in Deckung oder wahlweise direkt in den Gegner, macht waghalsige Sprünge von Haus zu Haus oder hechtet flüssig über Zäune und Absperrungen. Währenddessen kann er seine Waffe immer noch benutzen, was auf extrem schnelle Feuergefechte und Verfolgungsjagten schließen lässt.
Eine weitere sehr interessante Sache ist die Möglichkeit, Waffen selbst zu modifizieren, zum Beispiel indem man Zielvorrichtungen oder Granatwerfer anbringt, Munitionstypen wechselt oder die Waffe neu bemalt.
Obwohl das Spiel wohl einen großen Wert auf Individualismus legt, gibt es Klassen von der Stange, die man bereits von Genrenachbarn kennt. Da wäre zum Beispiel der Soldat: Spezialisiert auf nichts und gut für fast alles. Der Engineer: ein Geschütztürmchen hier, ein bisschen Reparieren dort. Neu ist allerdings, dass der Spieler in jeder Mission eine Kette aus klassenspezifischen Zielen hat, die es zu erfüllen gilt. Während der Engineer zum Beispiel einen Kran repariert, um ein wichtiges Fahrzeug über eine Schlucht hieven zu können, schleicht sich der Operator hinter den feindlichen Linien herum und klaut entscheidende Daten. Ein von der CPU gesteuerter Kommandant informiert den Spieler ständig über die Momentane Situation und meldet sich zum Beispiel, wenn irgendwo ein Medic gebraucht wird oder eine Klasse nicht besetzt ist.

Wer die erschienenen Gameplay Videos gesehen hat wird festgestellt haben, dass die Spielfigur für erfüllte Aufgaben oder gelungene Abschüsse Erfahrungspunkte erhält. Diese Punkte lassen sich in Waffenmodifikationen, Items, Fähigkeiten und Accessoires investieren. Ja, Accessoires. Da klingeln bei vielen Leuten die Alarmglocken. Bedeutet das, dass nach kurzer Zeit Charaktere mit “Hello Kitty”-Hüten, Clownsschuhen und Spidermankostümen das Feeling zerstören wie Battlefield Heroes? Da kann ich euch beruhigen. Einen Papagei “für auf die Schulter” oder alberne Propellermützen sucht man hier zum Glück vergeblich. Mit feschen Pilotenbrillen, Gasmasken, Handschuhen usw. motzt der Spieler seinen Charakter visuell auf und macht ihn zu etwas Besonderem, allerdings bleibt dieses Shoppingspektakel im Rahmen des punkigen und leicht comicmäßigen Rebellenlooks für die “Resistance”, beziehungsweise futuristisch und kühl für die “Security”.

Mitglieder der militärischen "Security"

Mitglieder der militärischen "Security"

Die Entwickler haben bei Brink nach eigenen Angaben versucht die Grenze zwischen Single- und Multiplayer zu durchbrechen, was sich folgendermaßen äußert: Ist man mit dem Internet verbunden während man alleine spielt, können Freunde sofort in das laufende Spiel einsteigen, ohne dass dies vorher neu gestartet werden muss. Dies erlaubt unkomplizierte Kooperativzockerei. Jeah! Wenn man dann aber doch mal alleine spielen möchte, kann man diese Funktion natürlich auch deaktivieren.

Zu guter Letzt

Brink nimmt also Altbewährtes sowie Semi-innovatives und macht daraus ein erfrischendes Shootergemisch, dass es so bisher noch nicht gab. Packende Multiplayerschlachten mit Story auf (fast) Singleplayerniveau, Rollenspielelemente, Waffenmodifikationen, zahlreiche Möglichkeiten der Individualisierung und, und, und. Nicht zu vergessen das kataklysmische Endzeitszenario. Im Mai wissen wir mehr, denn da soll das Spiel auf dem europäischen Markt erscheinen.

DiePflanze meint: „Ich bin gespannt wie Dirk Bachs T-Shirt!“