Killzone 3

Die dritte Killzone kann endlich betreten werden, denn seit dem 25. Februar ist der dritte Teil (bzw. der vierte, zählt man die PSP-Version Killzone: Liberation mit) des bekannten Sci-Fi-Shooters weltweit erhältlich. Das erfreuliche ist, dass die deutsche Version sogar ungeschnitten auf den Markt gekommen ist, natürlich aber ohne Jugendfreigabe. Johannes hat euch bereits einen kleinen Trailer vorgeworfen, der übrigens komplett aus ungerenderten Spielszenen besteht und ich habe den Titel angezockt.

Guerrilla Games, die Macher von Killzone, haben sich mit dem Trailer zum zweiten Teil der Serie nicht viele Freunde gemacht, da sie vorgerenderte Szenen als Spielgrafik anpriesen. Es gab ein bischen Beef, ein paar Entschuldigungen hier und da, dann kam das Spiel am 25. Februar 2009 auf den Markt und siehe da: Es sah fast genauso geil aus! Die zuvor schmollenden Fans verwandelten sich in sabbernde Couchpotatoes und die Bewertungen der Presse waren fast nicht zu übertreffen. Im März 2010 verkündete Sony Computer Entertainment, der Publisher aller bisher erschienen Killzone-Teile, das Killzone 3 in Entwicklung ist.

3D und Lightguns

Von aussen betrachtet hat das Spiel bereits einige Schmankerl zu bieten. Zum einen hat man die Möglichkeit, das Spiel in 3D zu spielen, sofern man im Besitz eines 3D-fähigen Fernsehers ist. Wie viele das (zumindest in meinem Bekanntenkreis) sind, könnte ein beidseitig armamputierter an der Hand abzählen. Außerdem ist das Spiel Playstation Move kompatibel, das heißt, ihr könnt eure Gegner durch umherschleudern der Move-Fernsteuerung bekämpfen. Wer meint, mit 3D-Equpiment und Playsation Move immer noch nicht genug Geld ausgegeben und sich durch die schrullige 3D Brille noch nicht genug zum Affen gemacht zu haben, der kauft sich die CTA Submachine Gun, die mit diesem bescheuerten Trailer beworben wird. Ich habe Red Steel auf der Wii gespielt, ebenfalls ein Shooter mit Bewegungssteuerung, und muss sagen: Es war ein Krampf. Deswegen kann ich mich nur schwer mit Shootern anfreunden, die Railgun-Shooter Mechaniken integriert haben ohne ein Railgun-Shooter zu sein.
Trotzdem muss man den Entwicklern die Implementierung dieser Features anrechnen, denn ich bin mir sicher, irgendwo auf dieser Welt gibt es Leute, die solche Lightguns gerne benutzen.
Übrigens: Die gesamte Singleplayer-Kampagne lässt sich auch im Koop-Modus mit einem Kumpel unsicher machen! Jeah!

Zur Story: In Killzone ging es schon immer um den Krieg zwischen der Interplanetary Strategic Alliance (ISA) und den Helghast. Der frühere Anführer der Helghast, Scolar Visari, wurde am Ende von Killzone 2 getötet. Hier beginnt Killzone 3. Ihr müsst euch von dem Planeten Helgan zurückziehen, während bei den Helghast der leere Thron nach einem Hintern schreit, der sich auf ihn setzt. Während eurer Flucht rettet ihr unter anderem euren Kommandeur aus Feindeshand, jagt diverse Gebäude in die Luft oder kapert einen Schrottlaster in der Größe einer Kleinstadt.
Das Spiel ist enorm actionreich, ständig rattern Maschinengewehre, explodieren Granaten oder brüllen irgendwelche Leute durcheinander, trotzdem gibt es auch einige Schleichpassagen, in denen ihr zum Beispiel hübsch lautlos durch einen gegnerischen Außenposten schlawinert. Die Umgebung ist super kurzweilig: mal ballert ihr euch durch einen zerstörten Gebäudekomplex, mal streift ihr durch gefährliche Dschungellandschaften, mal befindet ihr euch während eines Sturms auf einer Art Bohrinsel, mal in einer lebensfeindlichen Schneelandschaft oder im All… Es gibt wirklich sehr viel zu sehen und ihr befindet euch nie zu lange vor der gleichen Kulisse.
Fahrzeuge gibt es auch, und zwar nicht zu knapp. Ihr steuert unter anderem einen Panzer, einen APC, einen Raumjäger, ein Schneemobil und ein Jetpack. Das Waffenarsenal reicht von realistischen Pistolen und Maschinengewehren bis hin zu futuristischen Geräten wie dem WASP, einem Raketenwerfer, der euren Gegnern bis zu 12 Raketen auf einmal vor die Füße rotzt.

Mister Bombastik!

Für mich steht und fällt ein Spiel mit dem Sound. Man kennt diese Spiele: Die Waffe in euer Hand sieht aus, als wiege sie 50 Kilo und gehöre eigentlich mehr auf den Turm eines Schützenpanzers als in eure Patschhände. Ihr lauft durch die Levels, verteilt Tod und Verderben wie Süßigkeiten an Karneval, aber seid nicht glücklich. Wieso? Weil ihr beim furzen imposantere Geräusche macht als dieses Teil. Pistolen bummsen dumpf, Raketenwerfer machen „pöff“ und Gewehre klingen als wären sie aus Plastik. Gerade wenn es um durchschlagskräftige Bilder geht, fühlen diese sich nicht glaubwürdig an, solange der Sound nicht auch ordentlich reinhaut.
Schaut man sich die Szenarien, die Fahrzeuge und die Waffen von Killzone einmal genau an, bemerkt man, dass die Macher ein bestimmtes Gefühl vermitteln wollen. Ein „mitten durch die Wand“-Gefühl:
Die Fahrzeuge sind fett, die Szenarien rau und die Waffen unleugbar tödlich. Genau wie der Sound.
Im Ernst: Killzone 3 hat mit Abstand den besten Sound, den ich bisher in einem Spiel gehört habe. Gewehrschüsse rattern wunderschön metallisch und scharf wie Rasierklingen durch die Luft, Pistolen peitschen, Explosionen lassen eure Innereien vibrieren. Wunderbar.
Die Grafik ist übrigens nicht minder state-of-the-art! Besonders die Charaktermodelle und deren Animationen sehen super aus.

Multiplayer

Wie im Vorgänger bekommt der Titel einen umfangreichen Multiplayerteil spendiert, in dem ihr Online mit teilweise bis zu 23 Mitspielern auf verschiedenen Karten Missionsziele erfüllt. Ihr spielt entweder Guerilla Warfare (Team-Deathmatch), Warzone (wechselnde Missionsziele) oder Operations, einen neuen Modus, in dem zwei Teams ein bestimmtes Szenario nacherleben.
Vor eurem Spieleinstieg wählt ihr unter den Charakterklassen Marksman, Engineer, Field Medic, Tactician, und Infiltrator, die alle spezielle Fertigkeiten und Bewaffnung haben. Mit der Zeit verbessert ihr eure Klasse und schaltet neue Waffen frei, was euch auch auf lange Sicht motiviert.

Fazit

Wer auf Ego-Shooter steht und sich einmal fühlen möchte wie der Terminator ohne den ganzen Macho-Blödsinn, dem sei dieses Spiel wärmstens ans Herz gelegt. Aber auch Gelegenheitsschützen kommen hier auf ihre Kosten, vor allem im Koop-Modus! Der Multiplayerpart des Spieles steht der Singleplayererfahrung in nichts nach und bietet Ballerspaß bis die Schwarte aber sowas von kracht.

DiePflanze meint: „Für mich fast schon Gun-Porn“