Nintendo 3DS Experience Night in Köln

Nintendo 3DS Experience Night in Köln

Wie bereits angekündigt habe ich gestern den Weg nach Köln auf mich genommen, um der Nintendo 3DS Experience Night beizuwohnen. Nach einer Stunde entspannter Autofahrt und anschließender Parkplatzsuche kam ich dann auch dort an und betrat das Gebäude, in dem das Objekt der Begierde, der Nintendo 3DS, zum anzocken bereitlag. Direkt am Eingang befand sich eine kleine Austellung der Geschichte des 3D-Gedöhnses und das allerwichtigste, das, weswegen all die anwesenden Journalisten nach Köln gepilgert sind: Das Buffet. Etwa 20 Leute blockierten den Eingang, während sie mit Fleischspiesschen, Cola- und Bierflaschen liebäugelten. Bewaffnet mit Fotoaparat und Kladde wanderte ich erwartungsgemäß hilflos durch den Raum und ließ mich schließlich in einer der Sitzreihen vor der Bühne nieder, auf der schon bald eine kleine Einführungspräsentation stattfinden sollte.

Alles kann, nichts muss

Silja Guelicher, Leiterin Pressestelle Nintendo Deutschland, betrat die Bühne, dicht gefolgt von Max Zimmer, bekannt geworden durch seine sprechenden Tassen. Gemeinsam führten sie ein in das Wesen der 3D-Animation um dann zu den Features des 3DS zu kommen. Gezeigt wurde der 3DS-Trailer in verlängerter Form, der die Merkmale und Funktionien des 3DS erklärte.

So sieht das Bild aus, wenn der 3D-Effekt eingeschaltet ist und man nicht senkrecht auf das Bild schaut.Nintendo wollte mit dem 3DS nicht nur brillenlosen 3D-Genuss an den Mann bringen, sondern auch neuartige „Enhancementfunktionen“, die sich SpotPass und StreetPass nennen. Was hinter diesen Namen steckt, ist leicht zu erklären: Wenn ihr den 3DS auf Standby in eurer Tasche tragt und beispielsweise an einem Telekom-Hotspot vorbeihampelt, dann verbindet sich eure Konsole mit dem Internet und lädt unter umständen kostenlose Zusatzinhalte oder Informationen herunter. StreetPass ist noch interessanter: Wenn ihr an einem anderem 3DS-Besitzer, der sein Gerät ebenfalls auf Standby in der Tasche hat, vorbeiläuft, tauschen eure Maschinchen fleissig Daten. Ein Lämpchen am 3DS beginnt zu blinken und beim nächsten Einschalten erscheint auf dem Bildschirm der Mii (der Avatar), des anderen und das Spiel was er zur Zeit spielt. Aber keine Sorge, wenn ihr nicht möchtet das alle Welt weiß, dass ihr gerade „Supermodel Powershopping 3D“ auf „realistisch“ durchspielt, deaktiviert ihr die Funktion einfach, bevor ihr das Haus verlasst. Die StreetPass-Funktion ist aber nicht nur dazu gedacht, neue Leute kennenzulernen und mehr oder weniger peinliche Spielegewohnheiten aufzudecken, sondern hat teilsweise auch Ingamenutzen: Wenn man selbst und das Gegenüber beispielsweise Super Street Fighter IV 3D Edition eingelegt hat, dann tragen die Geräte im vorübergehen einen Kampf aus, für den ihr mit Items belohnt werdet. Auch sehr interessant ist der Activelog. Der 3DS registriert, ob und wieviel ihr euch bewegt und nutzt diese Daten zum beispiel für das Spiel Nintendogs + Cats, in dem diese Zeit als „Gassi gehen“ verbucht wird. Crazy! Das Betriebssystem der Konsole unterstützt übrigens AugmentedReality-Applikationen, einige sind bereits beim Kauf integriert, wie etwa TargetShooting oder FaceShooting. Die Teile sind so lahm, wie sie klingen, aber auch eher als Techdemo zu verstehen denn als ein Spiel.

Das Laden des 3DS gestaltet sich übrigens sehr lässig: Wie ein schnurloses Telefon steckt man das Teil bei Nichtgebrauch einfach in eine Ladeschale.

Der 3D-Effekt

Der 3D-Effekt funktioniert folgendermaßen: Das obere Display hat in der breite die doppelte Anzahl an Pixeln, die abwechselnd nach rechts und links gekippt sind. Wenn ihr also senkrecht auf den Bildschirm schaut, sieht euer rechtes Auge ein anderes Bild, als euer linkes Auge. Aufgrund dieser Funktionsweise muss man senkrecht auf den Bildschirm schauen und eine Entfernung von ungefähr 20 bis 30cm einhalten, sonst schliert das Bild. Ein Kumpel, der neben euch steht und euch beim Zocken zuschauen möchte, hat bei eingeschaltetem 3D-Modus also schlechte Karten. Abhilfe schafft hier der 3D-Intesivitätsregler. Damit lässt sich die Bildtiefe Stufenlos runterschrauben, bis der 3D-Effekt ganz verschwindet und das Bild nurnoch in 2 Dimensionen dargstellt wird.

Möchten Sie spielen?

Aber nun zu den Spielen. Ich durfte tatsächlich Hand anlegen an einige der Launchtitel des 3DS, zockbar und interessant waren dabei vor allem Ridge Racer 3D und Dead Or Alive – Dimensions. Zwei grundverschiedene Games, das eine Arcade-Racing, das andere Beat’em Up. Dead Or Alive – Dimensions bot sowohl mit als auch ohne Tiefeneffekt eine sehr schöne 3D-Grafik vergleichbar mit Dead Or Alive 2, was für einen Handheld schon ordentlich ist, tolle Animationen und eine wunderbar flüssige und unkomplizierte Steuerung. Ridge Racer 3D konnte mich hingegen nicht so sehr überzeugen. Natürlich spielt ein Rennspiel auf einem Handheld grafisch nicht in der selben Liga wie ein Beat’em Up, aber die Strecken bei Ridge Racer 3D sahen, vorrausgesetzt man schaltete den 3D-Effekt ab, etwas langeweilig aus. Ridge Racer war immer schon ein etwas anderer Arcade-Racer und hatte stets ein bisschen Japanoscharm. Der fällt dieses mal leider weg, das ganze wirkt mehr wie ein Need For Speed Klon. Zudem schienen Fahrverhalten und Spielprinzip etwas unterentwickelt. Rammte man beispielsweise aus voller Fahrt ein Polizeiauto, so zuckte dies nervös durch die Luft, was mehr nach einem Bug denn nach einem coolen Physikeffekt ausschaute. Abseits der Strecke, beispielsweise in der Garage, in der man die Kamera 360° um seine Boliden schwenken und deren Attribute bestaunen konnte, bekam man dann allerdings weitaus bessere Grafik zu sehen.

Die gesamte Liste der Launchtitel hat Johannes ja bereits in einem früheren Artikel für euch zusammengefasst.

Fazit

Insgesamt war die 3DS Experience Night eine tolle Erfahrung und hat meine Skepsis gegenüber dem „3D ganz ohne Brille“ ausgemerzt. Der 3D-Effekt ist nicht alles, was die Konsole vorzuweisen hat, sie bietet auch enorme Grafik und Rechenpower, viel social-Schnickschnack und immer frischen Zusatzkontent. Den Preis des Gerätes überlässt Nintendo den Händlern, man munkelt dass das Gerät für etwa 250€ in den Regalen stehen wird, die Spiele für ungefähr 40€. Das ganze ist für einen Handheld also möglicherweise etwas happig, hat man das Geld dann aber doch beisammen und möchte es für eine Taschenkonsole investieren, macht man mit diesem Gerät nichts falsch.

DiePflanze meint: „Super Funtime, Yeah! Okay!“