Risen 2 - Dark Waters

Risen 2 – Dark Waters

Es ist schwer, Risen in einem Satz zu erwähnen, ohne das auch Gothic 3 genannt wird. Die zwei Titel sind nahe Verwandte, was einigen Gamern zu Recht Sorge bereitet. Fangen wir ganz vorne an:

Das Spiel ist nicht gut gealtert. Augenkrebsgefahr!Gothic erschien 2001 und wurde produziert von der damals noch in Bochum (Lokalpatrioten schreien Jeah!) stationierten Softwarefirma Piranha Bytes. Das Spiel bestach durch seine düstere, erwachsene Spielwelt und erreichte in einschlägigen deutschen PC-Spielegmagazinen 80- bis 90-er Bewertungen. Ein paar mehr oder weniger schwerwiegende Bugs, die das Spiel zu Anfang fast unspielbar machten, wurden mithilfe von Patches beseitigt und machten es zu einem erfrischenden Spielerlebnis.

Arbeitende Bürger brachten bei Gothic 2 Leben in die Bude.

Gothic II folgte ein Jahr später. Weniger Bugs, aufpolierte Grafik und weitere Spielelemente machten das Ding zu einem Kultspiel.
2003 erschien das Add-on Die Nacht des Raben, welches neue Quests, neue Waffen, neue NPCs und andere Dinge hinzufügte

 

 

Gothic 3. Sehr durchwachsen...Fans der Serie mögen jetzt zu den Taschentüchern greifen. Gothic III erschien 2006 und war gelinde gesagt scheiße.  Zahlreiche Bugs versauten den Spielern ihren Spaß. Kommentar von Mike Hoge, dem verantwortlichen Produzenten bei Piranha Bytes: „Dass Gothic 3 beim Release unfertig war, ist scheiße. Dass sich die Leute darüber aufregen, ist berechtigt. Uns war klar, dass Gothic 3 beim Release nicht bugfrei sein würde, aber der Umfang der Probleme, die wir noch in der Goldmaster-Version haben würden, wurde von uns unterschätzt.“ Es folgten mehrere Patches, die aber nicht alle Bugs beseitigen konnten. Der letzte Patch wurde nie fertig gestellt, da Entwickler Piranha Bytes und Publisher JoWood sich kurz darauf trennten. JoWood behielt die Lizenz. 2008 erschien trotzdem noch ein Add-on zu dem Spiel, diesmal von dem Studio Trine Games, welches nicht nur genauso exkrementär war wie das Hauptspiel, sondern auch noch Bugs, die durch frühere Patches bereits entfernt wurden, wieder einführte. JoWood bemerkte, das 2 Häufchen Scheiße sich nicht besser verkaufen als 1 Häufchen Scheiße und befasste sich nicht weiter mit der Verbesserung des Titels.

Für Gothic IV war Spellbound Entertainment verantwortlich und erschaffte schließlich ein zähes Möchtegernrollenspiel ohne viel Tiefgang.

Derweil bei Piranha Bytes…

Risen. Zeitgemäße Grafik, ansonsten okay.Das Entwicklerstudio ließ sich nicht lumpen und arbeitete an einem Nachfolger, der den schlechten Ruf ihrer letzten Entwicklung Gothic III wieder tilgen sollte. Diesmal war Deep Silver der Publisher, bekannt für S.T.A.L.K.E.R. – Clear Sky und nail’d, über das Johannes bereits einen kleinen Artikel verfasste. In einer Pressemitteilung wurde auch die Pferde-Simulationsreihe Horse Life als Vorzeigetitel genannt. Spannend.
Gothics inoffizieller Nachfolger hörte auf den klangvollen Namen Risen und wurde in intensiver Zusammenarbeit mit den Fans entwickelt. Über ein Forum konnten sich alte Gothic-Anhänger mit den Entwicklern in Verbindung setzen und ihnen Wünsche äußern. Um auf Nummer sicher zu gehen und ein kleines Exempel zu statuieren, testeten die Entwickler die Beta-Version des Spieles satte 5 Monate, was wesentlicher länger ist, als bei Videospielen üblich. Da die Rechte der Gothic-Reihe immer noch bei JoWood liegen, sind keine Aspekte der Serie direkt übernommen worden, allerdings finden sich eine Menge Parallelen. Der Grafikstil war nicht mehr so düster wie damals, aber immer noch hübsch anzusehen und in der Spielmechanik fühlen sich alte Hasen wie zu Hause. Die Entwickler haben mir Risen keinen Epos rausgehauen, dafür aber gezeigt, dass sie es noch draufhaben und die Idee, die hinter Gothic steckte, noch nicht ausgelutscht ist.

Puh… lange Geschichte, kurzer Sinn: Risen 2!

Piff Paff! In Risen 2 wird erstmals mit Schwarzpulver hantiert!Risen 2 – Dark Waters soll, anders als Gothic und Risen nicht im Mittelalter, sondern in der Piratenzeit spielen. Entsprechend wandelt sich das Setting und die Spielmechanik:  Waren in Risen Bögen, Armbrüste und Zaubersprüche das höchste der Gefühle, so räumt ihr in Risen 2 eure Gegner nun auch mit Musketen und anderen auf Schwarzpulver basierenden Waffen aus dem Weg, mehrteilige Rüstungen fordern euren Sammeltrieb heraus und die Spielwelt ist teils so schön karibisch und sonnig, das Jack Sparrow glatt einen Heimatfilm darin drehen könnte. Die Story knüpft an die Geschehnisse von Risen an, beginnt jedoch mehrere Jahre später: Mächtige Titanen haben die Erde verwüstet, und zu allem Überfluss tauchen jetzt auch noch fiese Tiefseemonster auf, die durch ihre Angriffe die Seefahrt unmöglich machen und die Versorgungswege der Menschen lahmlegen. Euer namenloser Held, mittlerweile Mitglied der Inquisition, hat nun die Aufgabe, dieser Bedrohung Herr zu werden. Das Gerücht, die Freibeuter der südlichen Inseln sollen ein Mittel gegen die Ungeheuer gefunden haben, gibt euch einen ersten Anhaltspunkt. Die Spielwelt wird in einzelne Inseln aufgeteilt sein, die sich thematisch unterscheiden. Die Charakterentwicklung gestaltet sich gewohnt dynamisch, das heißt es gibt keine Charakterklassen oder ähnliche Gängelungen wie bei vielen Genrekollegen, sondern die gesamte Charakterentwicklung breitet sich dynamisch über das gesamte Spiel aus. Ebenso wandlungsfähig sollen die Quests eures Schützlings werden: Immer habt ihr die Möglichkeit, eine Aufgabe auf verschiedene Weisen zu lösen, was den weiteren Spielverlauf beeinflusst.

Viel mehr ist zu Risen 2 bisher noch nicht bekannt, das erschienene klingt aber bereits vielversprechend. Ein genaues Releasedatum gibt es noch nicht, die meisten Spekulationen treffen sich aber irgendwo Ende dieses Jahres. Wir halten euch auf dem Laufenden!

DiePflanze meint: „Klar soweit?“