The Cursed Crusade (dtp Entertainment AG)

The Cursed Crusade (dtp Entertainment AG)

 

Wir befinden uns im Ende des 12. Jahrhunderts, und zu Beginn des vierten Kreuzzuges. Der Papst sanktionierte diesen Kreuzzug, da er sich davon die Rückeroberung der Heiligen Stadt verspricht.
Der Spieler schlüpft in The Cursed Crusade in die Rolle des jungen Tempelritters Denz de Bayle, der aus eine entehrten Familie stammt und die Last eines geheimnisvollen Templerfluches tragen muss. Dieser Fluch verhilft ihm im Kampf zu unglaublicher Stärke und Wendigkeit, wird ihn aber früher oder später in die Hölle befördern. Rache und der Wunsch der Erlösung treiben ihn an, dabei wird er auf seinem Weg begleitet von seinem treuen spanischen (KI-) Begleiter Esteban Noviembre, welcher den Fluch ebenfalls in sich trägt.

Als Spieler finden wir in The Cursed Crusade alle Elemente, die ein fesselndes Actionabenteuer verspricht: eine spannende Geschichte in historischer Zeit, verschiedene Kulturen und Wertvorstellungen, die aufeinanderprallen, mysteriöse und verfluchte Tempelritter mit unglaublichen Kräften und Kampfkünsten, unzählige Waffen, welche kombiniert werden können, und dann mit geschickten Moves im Kampf eingesetzt werden.

Denz und Esteban treten im verlauf des Spieles immer gemeinsam auf, wobei im Singleplayermodus die Steuerung Estebans vom PC übernommen wird. Zusammen überstehen sie 36 Missionen, entweder im Alleingang oder im Koop-Modus, wo man online als auch offline im horizontalen oder vertikalen Split-Screen spielen kann.

Der Templerfluch ist und bleibt das zentrale Thema dieses Spieles, bietet er dem Kämpfenden doch die Möglichkeit, im Fight via Knopfdruck in eine höllenartige Parallelwelt zu switchen, und die einem dann kurzzeitig zur Verfügung stehenden übermenschlichen Stärke für sich zu nutzen.

Da einem diese Superkräfte aber nur zeitbegrenzt zur Verfügung stehen, muss man sich als Tempelritter primär mit seinen Waffen verteidigen. Hier steht einem eine Vielzahl an Waffen zur Verfügung, die dazu noch untereinander kombiniert werden können. Ob man sich lieber mit Schwert und Schild, Axt oder Keule, einer Armbrust oder verschiedenen Messern ins Getümmel stürzt, bleibt einem selbst überlassen.
Diese Waffen, gepaart mit den vorhanden 16 Kampftaktiken, 400 verschiedenen Attacken und knapp 100 Kombos lassen die Kämpfe abwechslungsreich und packend erscheinen. Dazu hat der Spieler zusätzlich noch die Möglichkeit, durch gesammelte Erfahrungspunkte die Fähigkeiten seines Charakters in verschiedenen Bereichen wie etwa Lebensenergie, Rüstung und Waffenumfang zu optimieren.

Somit scheint The Cursed Crusade ein Spiel komplett nach meinem Geschmack zu sein… aber! Es ging direkt mit der Installation los. Ursache war wie immer das von mir wenig geschätzte Steam, welches erst begann, als ich sämtliche Antivirenprogramme und anderen Schutzvorrichtungen meines PCs deaktivierte. Dann lud es fleißig über 4GB an benötigten Daten runter, um das Spiel überhaupt installieren zu können. Danach folgte dann direkt ein 250 MB großer Patch, um das Spiel einigermaßen fehlerfrei spielen zu können. Trotz dieses großen Patches befinden sich trotzdem noch viele Fehler im Programm, die sich in Clippingfehlern, Bugs und anderem äußern. Hier wäre ein wenig mehr Sorgfalt vor Veröffentlichung wünschenswert gewesen, denn so was schafft beim Spieler Frust!
Des Weiteren verwundert einen die Grafik bei solch einem aktuellen Spiel. Diese wirkt etwas altbacken und statisch, gerade in Kampfsituationen wirken die Texturen sehr verwaschen und das Gesamtbild etwas schwammig.
Gewöhnungsbedürftig ist die wenig intuitive Steuerung, die zu Beginn gerade in hektischen Momenten eine punktgenaue Bewegung erschwert, die abrupten Kameraschwenks erleichtern dies dann auch nicht.

Was dann allerdings sehr positiv an The Cursed Crusade ist, ist das schon erwähnte Kampfsystem. Durch die vielen Möglichkeiten der Kombination von Waffen und verschiedenen Kombos gestaltet sich der einzelne Kampf als sehr abwechslungsreich. Dieses System kann als durchweg gelungen bezeichnet werden. Auch wenn die Gegner-KI nicht überragend ist, überraschend iese doch immer wieder durch trickreiche Aktionen, die den Spielspaß deutlich anheben, und die Motivation steigern. Optionale Aufträge, kleine Gimmicks und andere sekundäre Spielereien geben dem Spiel dazu noch etwas mehr Spieltiefe.

Dadurch hat das Spiel einen Umfang von etwa 11-12 Stunden reine Spiellänge, was für heutige Spiele schon ganz ordentlich ist.

The Cursed Crusade ist auch atmosphärisch gelungen, sowohl der Soundtrack als auch die Sprecher sind sehr gut, dadurch entwickelt sich eine fesselnde und intensive Gesamtatmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann.

Im Fazit kann man sagen, dass The Cursed Crusade ein Spiel mit einem hohen Spaßfaktor ist, dem aber etwas mehr Feintuning nicht geschadet hätte. Das Potential ist definitiv vorhanden, und es ist schade, dass man hier nicht vorab noch etwas mehr Entwicklungszeit investiert hätte, um dann ein Spiel zu präsentieren, welches echten Kultcharakter gehabt hätte. Aber auch so macht es auf Grund seiner gelungenen Story und den unglaublich vielen Kampf- und Entwicklungsmöglichkeiten viel Spaß!

Christian Funke-Smolka