The Last Story – Limited Edition (Nintendo)

The Last Story – Limited Edition (Nintendo)

Wenn der strahlende Stern unter den Spieleentwicklern Hironobu Sakaguchi (Final Fantasy) mit seinem Studio Mistwalker ein Rollenspiel für Nintendos Wii-Konsole ankündigt, geht erst mal ein Raunen durch die Fangemeinde. Erst Recht, wenn es sich um ein solch komplexes Spiel wie The Last Story handelt, und zudem noch Nobuo Uematsu für die musikalische Untermalung verantwortlich ist.

Ich persönlich, der an der Wii eher Sportspiele spielt, war gespannt, wie die Entwickler ein strategisch herausforderndes Echtzeit-Kampfsystem und eine individuelle Figurengestaltung für dieses System umsetzen würden, und wurde nicht enttäuscht. Gerade optisch, bin ich doch eher die einfache Figurenzeichnung bei Wii-Spielen gewöhnt, war ich bei der vorliegenden opulenten Präsentation begeistert. Stimmig und detailliert in der Landschaftszeichnung, die Spielfiguren in der typischen Anime-Rollenspieloptik sind dazu noch meistens flüssig animiert.

Die Geschichte von The Last Story spielt komplett auf der Insel Lazullis. Hier findet ein großer Teil der Handlung in der dortigen Hauptstadt statt, welche liebevoll gestaltet wurde. Verwinkelte Gassen, viele Passanten, schöne Häuser, all das lädt zum stöbern und entdecken ein. Aber auch der Rest der Insel mit ihren Höhlen und der Umgebungslandschaft sind echte Hingucker. Hier möchte man mit seinen Figuren manchmal einfach nur die Umgebung erkunden, da alles sehr detailliert und ansprechend realistisch gestaltet ist.

Unsere Spielprotagonisten, wir haben hier sieben spielbare Partymitglieder, sind Söldner, deren Ziel es ist, sozial aufzusteigen, für ihre Kämpe den gerechten Lohn und die damit
verbundene Anerkennung zu erhalten, und irgendwann zum Ritter am Hofe des Herrschers aufzusteigen. Unsere bunte Truppe setzt sich unter anderem aus einem Frauenhelden, einer Amazone mit Männerphobien und Zael (warum man den Namen, der im Original Elza lautete, hier umänderte, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben) zusammen. Als Zael zu Beginn auf die etwas verwirrt wirkende Lisa trifft, kommen die Ereignisse ins Rollen, denn diese ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Als man sich bei den Feierlichkeiten der Hochzeit der Prinzessin wieder trifft, kommt es zu feindlichen Angriffen durch halbmenschliche Bestien. Es gilt, diese zurückzuschlagen, doch man bemerkt recht schnell, dass sich die Umwelt um unsere Helden verändert, und zu verfallen droht. Unsere Helden müssen nun beweisen, was in ihnen steckt, und sich dem Feind stellen, um ihre Welt zu beschützen. Ein epischer Kampf beginnt!

Spielerisch geht The Last Story trotz der großen Vorbilder des Studios Mistwalker (Blue Dragon, Lost Odyssey) zum Glück eigene Wege. Ein gelungenes, neu kreiertes Kampfsystem gibt einem mit ein paar Klicks spielerischen Freiraum, der aktiv die Umgebung mit einbezieht (man bringt Brücken zum Einsturz, um die sich dort befindenden Gegner mit einem Schlag zu vernichten, lässt Felsen rollen, usw.). Wobei aus meiner Sicht hier ein wenig mehr Eigeninitiative schön gewesen wäre, denn so läuft man eigentlich nur auf den Gegner zu, drückt ein bis zwei Knöpfe, und der Kämpfer haut dann automatisch auf den Gegenüber ein. Man könnte im Kampf noch auf „manuell“ umschalten, aber das ist dann wiederum etwas umständlich, so dass ich es dann eher gelassen habe. Hier ist zwar eine schöne Einsteigerfreundlichkeit gegeben, aber wenn man längere Zeit im Spiel ist, hätte man zwischendurch gerne die Möglichkeit, noch etwas mehr in den Kampf eingreifen zu können. Interessant fand ich jedoch den Aspekt, dass man ein Zwischending aus modernem Kampfsystem und klassischer Rundentaktik gewählt hat. Die „Teambesprechung“ und damit verbunden die einzelnen Befehle an die Gruppenmitglieder hingegen sind dann hingegen ein nicht uninteressantes Taktikelement.
Alle paar Level und durch besondere Ereignisse hat man dazu noch die Möglichkeit, die Fähigkeiten seiner Charaktere höherzustufen. Dadurch werden dann sowohl Upgrades bei Waffen und Rüstung als auch zusätzliche Fähigkeiten freigeschaltet.

Durch den Kontakt zu Mitmenschen hat man die Möglichkeit, kleine Nebenmissionen anzunehmen, um sich etwas zusätzliches Geld oder Erfahrungspunkte zu erspielen.

Die hier vorliegende Limited Edition ist eine der bisher schönsten Aufmachungen, die ich in meiner leidenschaftlichen und langen Karriere als Spieler in den Händen halten konnte. Neben dem Spiel in seiner Standard-Verpackung liegt noch ein grafisch sehr hübsches Steelbook bei, welches Platz für die Spiele-Disc und den beigelegten Soundtrack (welcher sieben Tracks aus dem Spielesoundtrack von Nobuo Uematsu enthält) bietet. Die Soundtrack-CD ist aber zusätzlich noch in einem Papp-Schuber verpackt, welcher ein Grafik-Artbook enthält, wo die fantastischen Illustrationen zu The Last Story bewundert werden können!

The Last Story begeistert mich von vorne bis hinten. Ist die Ausstattung der Special Edition vorbildlich, liefert das Spiel einen langanhaltenden Spaß mit einigen Abwechslungen. Visuell beeindruckend treibt es die Konsole an seine technischen Grenzen, das Resultat ist eine lebendige, wundervoll elegante Spielwelt. Wer auf Rollenspiele mit taktischen Elementen steht, kommt um das epische The Last Story auf keinen Fall vorbei!

The Last Story – Debut Trailer

Christian Funke-Smolka