Videospiel mit Tiefgang: Dadurch hebt sich "The Witcher 3" von anderen Spielen ab

Videospiel mit Tiefgang: Dadurch hebt sich „The Witcher 3“ von anderen Spielen ab

Wer Videospiele spielt, wird in der Community häufiger das Wort Immersion (englisch für Vertiefung oder Eintauchen) hören. Wie die deutsche Übersetzung andeutet, handelt es sich dabei um Titel, die in der Lage sind, ihre Spieler in eine realistische und tief gehende Spielwelt entführen zu können. Meist werden Spieler hier mit einer offenen Welt präsentiert, die beliebig erforscht werden kann. Hinzu kommen diverse Features oder Spielmechaniken, doch auch kleine Details spielen bei diesen Titeln eine Rolle. Die Zeit verfliegt in diesen Spielen regelrecht und so ist der Langzeitspielspaß garantiert. Doch für solch eine Erfahrung muss man nicht einmal auf große Entwicklerstudios wie Bethesda bauen. Das hat das Game The Witcher 3 des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt eindrucksvoll bewiesen. Doch was ist das Geheimnis des Spiels?

The Witcher 3 ist der neueste Teil der Spielserie und wurde 2015 mit der studioeigenen REDengine 3 veröffentlicht. Auf Steam erhielt der Titel eine überwältigende Bewertung von 98 %. Bei dem Spiel schlüpft man in die Rolle des Geralt von Riva, einem Hexer, der durch das Land streift und dabei nach dem Übernatürlichen sucht. Hierfür begibt man sich in Dörfer und Städte und spricht mit den Einheimischen über mysteriöse Vorfälle. Gegen ein Entgelt macht man sich auf die Suche, weiß am Anfang aber meist nie, was einen erwarten wird. Durch Rätsel und Spurensuchen kommt man den übernatürlichen Schrecken näher. Doch sobald man seinen Gegner gefunden hat, sollte man nicht schlagartig in einen Kampf hineinrennen. Die richtige Vorbereitung ist bei dem Spiel nämlich der Schlüssel zum Erfolg. So fühlt sich beispielsweise ein Kampf gegen einen Vampir anders an, als der gegen eine Sirene.

Doch nicht nur bei der Spurensuche hat man Liebe fürs Detail bewiesen. So gibt es zahlreiche Minispiele, die man in das Game eingebaut hat. Für das Spiel wurde so zum Beispiel eigens das Kartenspiel Gwent entwickelt, welches im Spiel wie ein Glücksspiel behandelt wird. Vor jedem Match muss man seine Einsätze abgeben und mit seinem Kartendeck dann den Gegner besiegen. Es finden sich dabei Parallelen zu beliebten realen Glücksspielen. Leute, die Roulette spielen, wissen, dass die Kugel bei jedem Wurf auf einer beliebigen Zahl oder Farbe landen kann, ohne dass man selbst Einfluss auf das Ergebnis hat. Bei Gwent weiß man ebenfalls nie, welche Karten aus dem eigenen Deck tatsächlich im Match benutzt werden können. Da man allerdings in der Lage ist sein generelles Deck zusammenzustellen, erhält das Spiel eine strategische Tiefe, die einen sehr an Poker erinnern wird. 

Die Detailliebe der Serie erkennt man aber auch an dem schieren Inhalt. Die Hauptgeschichte allein nimmt ca. 40 Stunden in Anspruch und rechnet man alle anderen Faktoren mit ein, kommt man locker auf mehr als 200 Stunden. Damit hat der Titel die längste Spielzeit aller Videospiele. Nicht verwunderlich, dass es hier noch mehr gibt, als reines Monsterjagen oder Gwent spielen. Vielmehr wird Geralt in komplexe politische Geschehen verwickelt, die realistisch dargestellt werden und voller Intrigen sind. Interaktivität ist ebenfalls ein Kernpunkt des Spiels, da jede Entscheidung, die man trifft, Konsequenzen in der Welt hat. Manchmal sind diese nicht direkt offensichtlich, sondern offenbaren sich erst im weiteren Spielverlauf, was auch selten in Spielen vorkommt. 

Dank der Engine und einer komplexen Spiele-KI konnte CD Projekt eine Spielwelt erschaffen, deren Technologie noch vier Jahre nach ihrem Release überzeugt und Spieler in ihren Bann zieht. 

Bildquellen:

The Witcher 3: Wild Hunt / Shiny Armor‘ – Flickr via Stefans02 (CC BY 2.0)

The Witcher 3: Wild Hunt Patch Out Now, Details Included‘ – Flickr via BagoGames (CC BY 2.0)