Timur Vermes: „Die Hungrigen und die Satten“ (Eichborn) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Timur Vermes: „Die Hungrigen und die Satten“ (Eichborn) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Live-Berichterstattung mit Zuschauerrekorden und Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Wegsehen, Kleinreden und Aussitzen. Doch je näher der Zug rückt, desto mehr ist Innenminister Joseph Leubl gefordert. Und desto dringlicher stellen sich ihm und den Deutschen zwei Fragen: Was kann man tun? Und in was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Timur Vermes‘ neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. DIE HUNGRIGEN UND DIE SATTEN fängt dort an, wo der Spaß aufhört.

Timur Vermes wurde 1967 in Nürnberg als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn geboren. Er studierte in Erlangen Geschichte und Politik und arbeitete anschließend als Journalist und Ghostwriter. Er schrieb bis 2001 für die Abendzeitung und den Kölner Express und später für mehrere Magazine. Sein 2012 erschienener Roman Er ist wieder da ist eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der letzten Jahrzehnte.

© Eichborn & Cristopher Civitillo

Meinung zur Veröffentlichung:

„Ein Mensch besteht aus mehr als aus Nahrung und einem Dach!“

Europa hat die Grenzen geschlossen, Deutschland die Obergrenze für Asylsuchende eingeführt. Ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika abgeriegelt, weshalb hinter der Sahara riesige Flüchtlingslager mit mehreren Millionen Menschen entstehen, die auf eine Lösung ihres Problems warten.

Als ein deutsches Fernsehteam eine Reportage in einem dieser Lager dreht, sieht der junge Lionel seine Chance und nutzt die mediale Aufmerksamkeit, um mit 150 000 Begleitern den Fußmarsch nach Europa zu wagen…

„Hier geht es nicht nur um Mode, hier geht es um Menschen!“

Er ist wieder da… und das ist gut so! Denn kaum einer vermag es aktuell so punktgenau, den Finger in die gesellschaftlich-politische Wunde zu legen, wie der Journalist und Autor Timur Vermes. Mit seinem zweiten Roman Die Hungrigen und die Satten greift er erneut ein brisantes und sehr aktuelles Thema auf und präsentiert ein erschreckend realistisch wirkendes Szenario, welches er pointiert überspitzt, ohne dabei zu deutlich zu übertreiben und dadurch ins Lächerliche abzurutschen. Genau die Gratwanderung zwischen alltäglich Erlebtem und in den Medien verbreitetem und der subtil überzeichneten satirischen Groteske lassen einem häufig das Lachen im Halse stecken bleiben. Denn in seinem Roman teilt der Autor gekonnt in alle Richtungen aus. Ob es der träge, selbstgefällige politische Apparat ist, oder die versnobte, menschenverachtende Medienlandschaft, keiner kommt hier ungeschoren davon. Doch statt lautstark zu poltern, wählt er den humorvollen Weg einer bissigen Groteske, bei der man in der Überzeichnung nicht nur den Anderen, sondern auch in gewissen Teilen sich selbst zu erkennen vermag. Wie schon in seinem Vorgängerroman gelingt es ihm dabei auf virtuose Weise, der Gesellschaft einen Schelmenspiegel vorzuhalten.

Die Idee, eine naive wie überschätzte Moderatorin als „Engel im Elend“ eine werbewirksame Modenschau in einem Flüchtlingslager veranstalten zu lassen und dabei eher unbeabsichtigt einen quotentreibenden Flüchtlingstrek zu starten, ist so simpel wie effektiv. Dieser Roman, so steht es in den einleitenden Worten, ist reine Fiktion. Zudem ist es auch nicht wahrscheinlich, dass dieses Szenario geschehen könnte. Oder vielleicht doch? Genau daraus bezieht der Roman seinen Reiz. Denn alle vorkommenden Aspekte sind in ihrer Fiktion so nahe an einer möglichen Realität, dass man beginnt, dieses Gedankenexperiment mit dem Autor weiterzuspinnen und über mögliche Reaktionen und Konsequenzen nachzusinnen. Ein Buch, welches gerade in der jetzigen Zeit so brisant wie wichtig ist und deshalb von mir eine eindeutige Empfehlung erhält!

Buchtrailer:

 

 

Die Hungrigen und die Satten erscheint bei Eichborn als geprägtes Hardcover mit Lesezeichenband (509 Seiten, €22), eBook, als grandios von Christoph Maria Herbst vorgetragenes Hörbuch und als Audio-Download.

Timur Vermes gelingt mit Die Hungrigen und die Satten eine facettenreiche, so bitterböse wie menschliche, niemanden schonende Polit-Satire, die viel Stoff zum Nachdenken bietet und gleichzeitig unterhält. Chapeau!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Verkaufsstart von „Die Hungrigen und die Satten“

1 x das gleichnamige Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst

verlosen zu können.

Frage:
Was ist eure liebste Polit-Satire?

Wer mir bis zum 19. September 2018 eine Mail mit dem Betreff „Die Hungrigen und die Satten“ (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt und unter diesem Post genannt.

Herzlichen Glückwunsch! Der Gewinner steht  fest und wurde per Mail informiert. Das Hörbuch ist auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke