Die Elfen: Tod in der Nachtzinne  (Folgenreich)

Die Elfen: Tod in der Nachtzinne (Folgenreich)

Erst wenige Wochen ist es her, dass die Trolle das Fjordland verwüstet und die Menschen hinauf ins Gebirge getrieben haben. Bei den Aufbauarbeiten begegnet der Königssohn Ulric einem Anhänger der unheimlichen Tjured-Bruderschaft, Bruder Jules. Ist es Jules wirklich möglich, in die Zukunft zu sehen? Weiß er, wann Ulric sterben wird? Ulric ahnt nicht, dass er einem Teufel in Menschengestalt begegnet ist…

Meinung zum Hörspiel:

Im Jahr 2004 begann Autor Bernhard Hennen seine Fantasyromanreihe Die Elfen, die ihn aufgrund der literarischen Qualität und des komplexen Aufbaus in die erste Liga der Fantasyautoren brachte. Angesiedelt im Bereich der High-Fantasy wurden inCover seinem Elfen-Zyklus ganze Welten erdacht, die von Völkern mit eigenen und individuellen Charaktereigenschaften bewohnt waren. Dabei spielt die Handlung in drei verschiedenen Welten, der Menschenwelt, der Zerbrochen Welt und der Albenmark, der Heimat der Elfen. Diese drei Welten sind durch ein Netz der Albenpfade verbunden, welches es ermöglicht, bei Nutzung der verschiedenen Schnittstellen auf schnellstem Wege große Distanzen zwischen den Welten zurückzulegen.

Ausgezeichnet wird die Fantasyreihe, welche diverse Fortsetzungen erhielt (unter anderem Elfenwinter, Elfenlicht oder Elfenkönigin) durch ihre unglaubliche Komplexität und Vielschichtigkeit. Mehrere Völker leben in verschiedenen Welten in ihren jeweiligen Kulturen, haben aber an vielen Stellen Verknüpfungspunkte, die nicht immer nur Frieden bringen. An vielen Stellen findet der aufmerksame Leser dabei Bezüge zu seinem übrigen Werk, vor allem Gezeitenwelt, die Phileasson-Saga und Drei Nächte in Fasar.

Folgenreich veröffentlicht hier die neunte Folge der Fantasy-Hörspiel-Reihe Die Elfen nach den Büchern von Bernhard Hennen, welche die vierte und vorletzte Veröffentlichung der zweiten Staffel darstellt. Seit 2011 widmet sich Folgenreich nun der Adaption dieser komplexen Fantasyreihe und kann auch mit der hier vorliegenden Episode der Elfen-Vertonung das hohe Niveau halten. Dies mag unter anderem daran liegen, dass Autor Hennen sehr an den Produktionen interessiert ist, aber in erster Linie kann man Dennis Erhardt, der für Skript, Regie und Produktion verantwortlich ist, ein feines Gespür für die punktgenaue Umsetzung attestieren. Das Coverdesign ist den bisherigen Veröffentlichungen angepasst, wirkt aber in sich deutlich düsterer. Im Innenteil des Booklets befindet sich eine Einleitung des Autors Bernhard Hennen, der wesentliche Elemente dieser Folge erklärt. Die Sprecher sind auf dem gewohnt guten Niveau, die musikalische Untermalung und die guten Sprecher tragen ihren Teil zu einem guten Gesamtergebnis bei. Man merkt deutlich, dass sich alles auf das große Finale der zweiten Staffel zuspitzt. Doch dies nimmt man als Hörer mit einem lachenden und weinenden Auge zur Kenntnis, denn auf der einen Seite gibt es auch in der zweiten Staffel keine Durchhänger-Folge, denn alles war straff konzipiert und hervorragend in Szene gesetzt, so dass für den Hörer zu keiner Sekunde Langeweile aufkam. Doch muss ich immer wieder anmerken, ein Quereinstieg ist in dieser Reihe nur schwer möglich, da alle Folgen aufeinander aufbauen und sich durch diese Kontinuität ein komplexes Gefüge entwickelt, welches man mit einem Seiteneinstieg nicht durchschauen würde.
Mit einem weinenden Auge muss man sich nun der Tatsache stellen, dass nach Episode 10 erst mal für längere Zeit keine neue Elfen-Veröffentlichung kommen wird. Heißt es also, Daumen drücken, dass die dritte Staffel nicht lange auf sich warten lässt!

Christian Funke-Smolka