Dorian Hunter – Kane (Folge 18) (Folgenreich / Zaubermondverlag/ Universal)

Dorian Hunter – Kane (Folge 18) (Folgenreich / Zaubermondverlag/ Universal)

 

Wer befürchtete, dass mit der Folge 17 Das Dämonenauge der Hörspielreihe Dorian Hunter – Dämonen Killer aus dem Hause Folgenreich, und der dortigen Vernichtung des Oberhauptes der Schwarzen Familie mit der Beendigung des Asmodi-Zyklus auch die Reihe ein Ende nahm, kann nun beruhigt durchatmen, denn nach dem (Hör-)Spiel ist vor dem (Hör-)Spiel. Es beginnt mit der vorliegenden Episode 18 Kane ein neuer Abschnitt, der mehr auf die persönliche Seite unseres geschätzten Dämonen-Killers eingeht. Dadurch gewinnt man der Serie einige neue, höchst interessante Aspekte ab, die zum Teil wesentlich persönlicher, aber definitiv nicht weniger spannend ist.

Hunter (Thomas Schmuckert), dem das scheinbar unheilbare Schicksal seiner geliebten Frau Lilian deutlich gemacht wurde, befindet sich auf einem psychischen Tiefpunkt, und widmet sich ausgiebig der Vernichtung der alkoholischen Vorräte in seiner Londoner Villa. Doch nicht nur die Mahnungen seiner Haushälterin Miss Pickford (genial durch Regina Lemnitz verkörpert), sondern auch die Häufung mysteriöser Vorkommnisse kratzen an seiner Aufmerksamkeit. Es scheint, dass die Spielkarten des Bösen neu gemischt, und die Machtverhältnisse sortiert werden müssen, um die Lücke, welche durch den Weggang Asmodis entstand, zu füllen.
Plötzlich verschwindet der Hermaphrodit Phillip Hayward (einer der aus meiner Sicht interessantesten Charaktere des Hunter-Universums, toll von Tim Kreuer dargestellt), was den Dämonenkiller zwingt, sich aufzuraffen, und auf die Suche zu begeben. Anscheinend hatte dieser einen geheimnisvollen Kontakt zu einem Nachbarsjungen, der ihn zu merkwürdigen Dingen anstachelte. Aber auch in Dorian Hunters Nachbarvilla passieren merkwürdige Sachen, die sogar soweit gehen, dass der Secret Service auf den Plan gerufen wird.

Kane ist interessant konstruiert, wirkt die Folge zu Beginn doch ein wenig chaotisch und sprunghaft, ohne einen erkennbaren roten Faden. Aber die Geschichte nimmt relativ schnell an Fahrt auf, und schafft durch geschickte Szenenwechsel ein hohes Tempo und eine gelungene, düstere Grundatmosphäre. Gewohnt gut umgesetzt überzeugen sowohl die charismatischen Sprecher, die ihre Rollen allesamt hervorragend verkörpern. Aber auch seitens der Dialoge kann das gewohnt hohe Niveau weiterhin gehalten werden. Humorvolle Spitzen und Seitenhiebe, aber auch eine konsequente Fortführung der Nebenhandlungen führen zu einem stimmigen Gesamtbild.

Es ist schön zu sehen, ähem… ich meine hören, dass die Reihe um Dorian Hunter ihre gute Form halten kann, und mit dem zwielichten Dämonen Olivaro (Stefan Krause) gibt es auch wieder einen herrlich fiesen Gegenspieler. Eine Episode, die langsam startet, aber im weiteren Verlauf unglaublich an Tempo und Spannung zunimmt, um den Hörer direkt zu packen, und in den nächsten Zyklus zu katapultieren!

Christian Funke-Smolka